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Madonna. Like an Icon

von Frauke Meier, Winfried Czech, Lucy O'Brien (Buch)

  • ISBN:3-442-46660-1
  • EAN:9783442466603
  • Veröffentlichungsdatum:März 2008
  • Gewicht in g:695
  • Reihe:Goldmanns Taschenbücher
  • Seiten:576

Beschreibung:

Madonna wird 50! Die definitive Biographie zum Geburtstag der Pop-Ikone am 16.8.2008 Madonna Ritchie Ciccone ist eine der grten Pop-Ikonen und berhmtesten Frauen unserer Zeit. Lucy OBrien analysiert die faszinierende Lebensgeschichte dieser einzigartigen Knstlerin, die sich immer wieder neu erfunden hat und regelmig die internationalen Charts dominiert. Madonnas schwierige Kindheit wird ebenso beleuchtet wie ihre ersten wilden Jahre in New York, die Skandale und Provokationen in den 1990er Jahren, ihre Verwandlung zur englischen Lady, ihre Ehe mit Guy Ritchie und die viel diskutierte Adoption eines Kindes aus Malawi. Aktuell, umfassend, mit vielen bislang unverffentlichten Fotos und zahlreichen Interviews. Ein Muss fr alle Fans der erfolgreichsten Knstlerin, die es je gab. "In der ausfhrlich recherchierten Biografie wird die faszinierende Lebensgeschichte der Pop-Ikone beleuchtet. Must-Have fr alle Fans. Bcher

Leseprobe:

Einfhrung
Es war das Jahr 1985, in dem ich zum Madonna-Fan wurde. Ich kann mich noch gut erinnern, wie ich eines Abends ins Zimmer meiner Freundin trat, die Fernsehen schaute, und mich neben sie setzte. Was luft gerade?, erkundigte ich mich.
Das ist Madonna. Sie zieht ihre Show ab, erwiderte sie. Oh, nein! Fast wre ich auf der Stelle wieder verschwunden. Fr mich war Madonna lediglich diese ksig blasse Poptussi, die sich fr das Video zu Like a Virgin, in Kunstfasern gekleidet, lasziv in einer venezianischen Gondel rkelte. Nein, warte doch, sagte meine Freundin. Sie ist wirklich ziemlich gut. Ziemlich lustig. Sie hat irgendetwas an sich, das sehr anziehend ist.
Also sah ich weiter zu. Und schon nach wenigen Minuten hatte es mich gepackt. Die Frau, die in den Top of the Pops wie ein hilfloses Starlet wirkte, hatte offenbar doch einige Strken und Fhigkeiten zu bieten. Und tatschlich war es gerade das Video ihrer Like a Virgin-Tour gewesen, durch das so viele Menschen zum ersten Mal begriffen, was so faszinierend an ihr war. Sie strahlte eine warme, berschwngliche Energie aus, sie sprach ihr weibliches Publikum auf eine direkte Art an. Sie war etwas pummelig, und es scherte sie kein bisschen. Sie lchelte viel, zwinkerte der Menge zu und lud sie damit ein, sich mit ihr zu amsieren. Und ihre Musik - rhythmuslastig, tanzbar und dabei mit einer eingngigen Melodie - war sehr ansprechend.
Mit der Like a Virgin-Tour hatte sie mein Interesse geweckt, mit dem Film Susan ... verzweifelt gesucht gewann sie meine Bewunderung. Sie spielte frhlich, rotzfrech, unbekmmert. Das war nicht nur ein weiterer knstlicher Retorten-Star, das war sie selbst. Danach vollfhrte Madonna eine Reihe gezielter Verwandlungen, vom wasserstoffblonden Vamp der True Blue-ra Mitte der 80er zur dunkelhaarigen geheimnisvollen Verfhrerin in Like a Prayer. Fr ein ehemals katholisches Mdchen war Letzteres sehr inspirierend. Das Video der Blonde Ambition-Tour mit einer reumtigen Madonna in seinem riesigen Kirchenschiff lie mir das Herz stocken.
Es folgten der kommerzielle Glanz des Films Dick Tracy sowie die dekadente Eleganz des Videos zu Justify My Love, von Jean-Baptiste Mondino in einem anonymen Pariser Hotel in Schwarzwei gefilmt, der unverblmte Spa von Vogue, dem Soundtrack fr einen Sommer des Tanzes, sowie die Enthllungen in Madonnas Sex-Buch und in der Dokumentation Truth or Dare, in Deutschland unter dem Titel In Bed with Madonna erschienen. Sie sagte einmal ber sich, ich ziehe es vor, den Leuten im Gedchtnis zu bleiben, statt in Vergessenheit zu geraten, aber damals, im Jahr 1992, ging sie damit selbst fr ihre treuesten Fans bis hart an die Schmerzgrenze.
Trotzdem bewunderte ich auch weiterhin ihren Abenteuergeist, ihre Furchtlosigkeit und die Art, wie sie in ihrem Werk alternative kulturelle Lebensentwrfe meisterte - von den S&M-Lesben in ihrem Sex-Buch ber die gelungene Darstellung einer Schwulen-Disco in Confessions on a Dancefloor bis hin zu dem Video zu Like a Prayer, wo sie einen schwarzen Christus voll auf den Mund ksste. All das tat Madonna stets mit einem wachen Auge darauf, dass sie auch fr den Mainstream populr blieb. Fr ihre Hauptrolle in dem Film Evita beispielsweise verwandelte sie sich in eine konventionellere Hollywood-Ikone. Nachdem sie Mutter geworden war, schien es beinahe, als seien ihre rebellischen Tage vorber und sie bodenstndig geworden, doch dann verffentlichte sie 1998 das wagemutig experimentelle Album Ray of Light und 2001 Music. Mit diesen Platten gewann sie ihre ersten Grammy Awards und wurde endlich von der Rock-Gemeinde als ernsthafte Knstlerin anerkannt.
Seit der Tour Who′s That Girl im Jahr 1988 habe ich jede Live-Show von Madonna gesehen und ihre knstlerische Entwicklung verfolgt. Ebenso habe ich ihren persnlichen Werdegang beobachtet, in dem ich viele Parallelen zu dem meinigen entdeckte. Wir gehren derselben Generation an. Wie Madonna war auch ich ein moralisch gestraucheltes katholisches Mdchen, das stark vom Feminismus angetrieben wurde. Ich spielte in einer reinen Mdchenband und lernte den Kitzel eines Auftritts vor Publikum kennen. Wie sie fhlte ich mich zum Punk und zur Underground-Clubszene hingezogen. Wie sie konzentrierte ich mich auf meine Karriere, bis ich spter meinen Lebenspartner traf und heiratete. Wie sie brachte ich nach meinem vierzigsten Lebensjahr zwei Kinder (ein Mdchen und einen Jungen) zur Welt. In vielerlei Hinsicht ist ihre Geschichte typisch fr meine Generation. Sie zeigt, wie der Feminismus uns Frauen Mut machte, uns aber gleichzeitig - trotz des Kampfes um unsere Freiheit - immer noch ein scharfer Konflikt zwischen unserer Arbeit und unserer Rolle als Mutter bevorstand.
Mit ihrer Musik und Kunst sagt Madonna eine Menge darber aus, was es heit, eine Frau zu sein. Sie kleidet das Thema in eine Alltagssprache und versteckt es bis zur Unkenntlichkeit in diversen Bildern, bringt damit aber jedes Mal eine Saite zum Schwingen. Als Songwriterin, die sich auf Knstlerinnen konzentriert hat, fasziniert sie mich stets aufs Neue. Was mich besonders beeindruckt, ist ihre Einzigartigkeit. Sie verfgt nicht ber die Stimmgewalt einer Billie Holiday oder Ella Fitzgerald, und sie hat auch nicht eine ganze Generation mit rauem Rock ′n′ Roll wie Janis Joplin oder Patti Smith infiziert, aber ihre atemberaubende Bandbreite macht sie zu einer berragenden Erscheinung in der zeitgenssischen Musik. Wie eine diebische Elster im Kulturbetrieb hat sie sich unzhliger unterschiedlicher Quellen bedient und all diese musikalischen Einflsse zu einer eigenen Vision gebndelt. Schon das allein ist ein Kunstwerk.
Ich bin das Ergebnis von Kunst. Ich bin Kunst. Je suis l′art, hat Madonna einmal gegenber Sbastien Foucan gesagt, dem Helden der Stadtparkours-Szene, einem der wichtigsten Tnzer ihrer Confessions-Tour. Angesichts ihres provozierenden Medienimages wird gern bersehen, was Madonna als Musikerin und Knstlerin wirklich motiviert. Es gibt sehr talentierte Sngerinnen, die einen Produzenten anheuern und dann von ihm erwarten, dass er die gesamte Arbeit fr sie bernimmt, sagt Guy Sigsworth, einer der Produzenten ihres futuristischen, zur Jahrtausendwende erschienenen Albums Music. Sie singen die fertigen Songs drei Mal im Studio und gehen dann wieder nach Hause. Madonna gehrt nicht zu diesem Typ von Knstlerinnen. Sie ist zutiefst in den gesamten knstlerischen Prozess eingebunden, sowohl in kreativer Form wie auch in ihrer Funktion als Produzentin. Dieser Umstand wird von all denjenigen ignoriert, die ausschlielich auf ihr Image fixiert sind. All die Hits, die sie landete, sind nicht nur dadurch zu Stande gekommen, dass sie zwanzig Jahre lang ihr ueres Erscheinungsbild gepflegt hat.
Es ist diese Musik, kombiniert mit einer merkwrdigen, durchdringenden Schnheit, mitreiender Energie und uerst theatralisch inszenierten Shows, die Madonna zu einer nahezu religisen Ikone gemacht hat. Als unbefleckte Empfngnis, wie der mit ihr befreundete Schauspieler Rupert Everett sie titulierte, wird sie von vielen Fans geradezu angebetet. Ihre extrem hellblauen Augen standen seltsam weit auseinander, erzhlte er ber ihre erste Begegnung in den Achtzigern. Noch etwas weiter, und sie wrden wahnsinnig wirken oder wie das Produkt einer inzestusen Beziehung. Man erstarrte regelrecht, wenn sie sich auf einen richteten. Sie war in keinerlei Hinsicht auf eine konventionelle Weise schn, eher ein bisschen so wie ein Picasso ... umgeben von einem Energiefeld, das sich wie eine Welle in den Raum ergoss und jeden hinwegsplte, auf den sie traf.
Der Popstar Madonna erschien als die dem 20. Jahrhundert geme Version einer uralten Ikone. Wo die ursprngliche Jungfrau Bescheidenheit und Reinheit symbolisierte, predigte diese Madonna dagegen sexuelle Selbstverwirklichung und Spiritualitt. Fr die Autorin Camille Paglia hat sie die beiden getrennten Aspekte der Weiblichkeit - hier die Heilige Jungfrau und Mutter Gottes, Maria, dort die Snderin und Hure Maria Magdalena - wieder miteinander vereinigt und vershnt. Dem pflichtet die Songwriterin Tori Amos bei und fgt hinzu: Ich denke, dass die Vereinigung der Aspekte >Madonna<, >Heilige Jungfrau< und Sex den Neustart des historischen Madonna-Computers bedeutete. Er stand fr ein allgemeines sexuelles Erwachen christlicher Mdchen - katholischer, protestantischer, mormonischer und baptistischer Mdchen - und was auch immer es sonst noch an christlichen Glaubensrichtungen gibt. Der Umstand, dass eine Frau namens Madonna die Textzeile >Like a Virgin< sang, gewann eine Bedeutung, die nicht unter den Teppich gekehrt werden konnte, ebenso wenig wie die Auswirkungen, die es hatte, dass berall auf der Welt kleine Mdchen in den Song mit einstimmten.
Oft wurde die Frage gestellt, wer eigentlich die wahre Madonna ist. Das vorherrschende negative Stereotyp ist das einer publikumsschtigen manipulativen Nervensge. Fr viele Frauen dagegen ist Madonna eine Leuchtfigur des Feminismus. Ich habe ihr Werk immer als geradlinig und autobiographisch empfunden, ihre Persnlichkeit dagegen als komplex und bestrzend sprunghaft. Nachdem ich bereits die Biographien von solchen fr den Feminismus zentralen Knstlerinnen wie Dusty Springfield oder Annie Lennox geschrieben und eine geschichtliche Abhandlung von Frauen im Musikgeschft verfasst hatte, wollte ich immer zum Kern dessen vorstoen, was Madonna antreibt. Letztendlich ist sie mit ber 200 Millionen verkauften Alben weltweit und 58 Top-Ten-Titeln allein in Grobritannien die kommerziell erfolgreichste Knstlerin aller Zeiten.
Seit dem Erscheinen von Like a Virgin habe ich ein persnliches Archiv ber Madonna aufgebaut, und im Jahr 2005 begann ich mit der Arbeit an einem Buch ber sie. Ich wollte mir ihr Leben und ihr Werk vor Augen fhren, whrend sie auf die fnfzig zuging - welche Fragen wrde das aufwerfen? Wie war es ihr gelungen, bis zu diesem Zeitpunkt eine besondere sthetik zu erschaffen und zu bewahren, die verschiedene Generationen ansprach? Was war ihr wirkliches Ich? Verwirrt von ihrer widersprchlichen Persnlichkeit - Vamp, vornehme Dame, Kabbalah-Adeptin und Schamanin -, suchte ich nach einem Anhaltspunkt, um sie zu verstehen. Madonna ist mehr als ein Konglomerat postmoderner Elemente. Sie ist eine Frau aus Fleisch und Blut, aber ihre wechselvolle Identitt macht sie zu einem Rtsel.
Wann immer ich in eine solche Zwickmhle gerate, ziehe ich mich auf die Musik zurck. Musik hinterlsst einen seelischen Abdruck. In den hrbaren Aufzeichnungen finden sich die Welt und der Geist des Knstlers wieder. Ausgehend von dieser Prmisse hrte ich mir Madonnas komplettes musikalisches Werk an und stie auf eine fesselnde Geschichte. Ob nun in Anlehnung an die katholische Liturgie wie in Like a Prayer, in den dunklen Abgrnden in Erotica oder dem tranceartigen Glhen in Confessions on a Dancefloor, in dem sich Madonnas Stimme in der Musik regelrecht auflst, stets war sie unterwegs auf ihrer persnlichen Reise. Manchmal verhielt sie sich trotzig oder fhrte ein Melodram auf, aber hufig wehrte sie sich durch die Musik gegen erlittene Schmerzen und benutzte sie fr ihre Suche nach Freude.
Ich wollte mehr darber in Erfahrung bringen, wie sie diese Reise gestaltete, und whrend ich das tat, trat ich meine eigene an. Sie fhrte mich von den modernsten Aufnahmestudios zu einer Wohnung in Hornsey im Norden Londons, wo Doug Wimbish und die Tackhead-Leute von der Post-Punk-ra noch immer rumhngen. Ich klapperte mit einer von Madonnas Schulkameradinnen diverse Bruchbuden in Michigan ab und durchstreifte die windigen Straen Detroits. Ich interviewte Regisseure am Beckenrand von Swimmingpools in L.A. und fuhr nach New York, um mich mit frheren Freunden und Mitstreitern von Madonna zu treffen. Ich wanderte durch das lndliche Wiltshire und schritt durch die plschigen Rume des Kabbalah-Zentrums in London. Ich unterhielt mich mit Tnzern, Choreografen, Musikern und Produzenten - all den Leuten, die mit Madonna gearbeitet hatten. Und auf dieser Reise erinnerte ich mich an meine eigene katholische Herkunft und an meine Gromutter, die jung gestorben war, nachdem sie sechs Kinder zur Welt gebracht hatte. Ich dachte darber nach, was es bedeutet, eine Frau einer bestimmten Generation zu sein, geboren im Jahrzehnt des Feminismus, des Punks und der Schwulenbewegung. Und was es bedeutet, in fortgeschrittenem Alter Mutter zu werden. Wie der Umstand, Mutter einer Tochter zu sein, eine Frau dazu animiert, sich mit aller Macht dafr einzusetzen, es diesmal richtig zu machen.
Meine Nachforschungen ber Madonna wurden zu einer nervenaufreibenden Suche. Ich gewann stndig zwei starke, sich widersprechende Eindrcke von ihr. Auf der einen Seite das Bild einer Frau, die rcksichtslos ihren Weg geht und unsanft mit ihrer Konkurrenz umspringt, auf der anderen Seite das Bild einer Frau, die ich so bisher noch nie wahrgenommen hatte - niedlich, kindlich und bezaubernd. In der ffentlichkeit und berall da, wo sie unter Beobachtung steht, gibt sie sich unnahbar, baut eine Mauer um sich herum auf, erzhlte mir der mit ihr befreundete Regisseur James Foley. Sie wirkt arrogant, als htte sie Starallren. Aber wenn sie nach Hause kommt und aus dem Mantel schlpft, ist es, als streifte sie damit gleichzeitig diese Persnlichkeit ab. Dann verndert sich sogar ihre Aussprache. Aus dem nachgemachten britischen Englisch wird das Amerikanisch eines Mdchens aus Detroit. Ginge es nur um die Diskrepanz zwischen ffentlichem und privatem Auftreten, wre dieser Wechsel verstndlich. Aber Madonna springt auf eine komplexere Art und Weise zwischen diesen beiden Persnlichkeiten hin und her. Ich habe lange gebraucht, um das Rtsel zu lsen, bis ich mit der Arbeit an diesem Buch fast am Ende war.
In Interviews wirkt Madonna stets vorsichtig und etwas gestelzt, als sei sie ihr eigenes Sekretariat, wie es Norman Mailer einmal ausdrckte. Von ihrem berhmten Sinn fr Humor, den so viele ihrer Mitarbeiter erwhnen, ist da kaum etwas zu spren. Genauso kann sie sich auch gegenber Freunden verhalten; selbst Ehemnner und Liebhaber verwirrt sie mit undurchschaubaren Spielchen. Aber jede Menge Leute, die mit ihr gearbeitet haben, sprechen von ihrer menschlichen Wrme und ihrer entspannten, natrlichen Art. Ist sie also schizophren? Erst als ich Filmaufnahmen von Proben fr die Confessions-Tour mit ihr sah, fiel bei mir endlich der Groschen. Madonna wirkte gelst und glcklich. Sie war nicht geschminkt, bequem und einfach gekleidet, aber man konnte sehen, wie das Tanzen und Singen jede Zelle ihres Krpers regelrecht glhen lie.
Nur whrend der Arbeit scheint sie wirklich sie selbst zu sein. Abseits davon trgt sie hufig eine Maske, ist ihr Verhalten kontrolliert. Wenn sie aber in den kreativen Prozess eintritt, fallen die Masken und Verstellungen, und zum Vorschein kommt sie selbst. Dann ist Madonna von einem Moment zum anderen die Summe all dessen, was sie jemals beeinflusst hat. Sie nimmt diese Einflsse in sich auf - ob sie nun aus dem Kino, der Clubszene, der Literatur oder der visuellen Kunst stammen - und lsst sich davon durchfluten. Der Welt gegenber
teilt sie sich vor allen Dingen und in erster Linie als Tnzerin mit; auf diese Weise verarbeitet und interpretiert sie die auf sie einstrmenden Eindrcke. Und was dabei herauskommt, ist nicht zufllig, chaotisch oder beliebig. Das Ergebnis ist in ihrer Welt mit einer sthetik verknpft, die sie ihr Leben lang gestaltet und gepflegt hat.
Wie alle bedeutenden Diven lsst auch Madonna ihr Leben vollstndig in ihre Arbeit einflieen. Von ihrer katholisch geprgten Kindheit ber den Tod ihrer Mutter, dem furchtbaren sexuellen bergriff in New York, den vehementen Anfeindungen nach der Verffentlichung des Sex-Buches bis hin zur Erlsung, die sie in ihrer Mutterrolle gefunden hat, ist Madonnas Leben ihr Werk, die Grundlage ihrer Existenz.
2006 machte sie weltweit Schlagzeilen, als sie den dreizehn Monate alten David Banda aus einem Waisenhaus in Malawi adoptierte. Dieser Schritt lste eine hitzige Kontroverse darber aus, ob sie aus einem sozialen Gewissen heraus oder nur aus rein egoistischen Grnden gehandelt hatte. Verletzt von der auf sie niederprasselnden Kritik sagte Madonna im privaten Kreis: Seit dem Erscheinen meines Sex-Buches Anfang der 90er ist mir nicht mehr so viel Hass entgegengeschlagen. Womit habe ich das nur verdient?
Ihr Stil ist kontrovers, ihr Ehrgeiz ungebrochen, aber noch immer verwandelt sie ihr Leben stndig und obligatorisch in faszinierende Pop-Art. Wie ihr frherer Freund, der Produzent Steve Bray, es formulierte: Am besten war sie immer darin, dich vllig zu dominieren und dich gleichzeitig irgendwie dazu zu bringen, diesen Zustand auch noch zu genieen. Madonna ist zu einer Gttin ihrer Zeit und zu einer Ikone geworden, die wir alle gemeinsam erschaffen haben. Dies ist ihre Geschichte.
Lucy O′Brien
London, 2007

Kurzbeschreibung:

Madonna wird 50! - Die definitive Biographie zum Geburtstag der Pop-Ikone am 16.8.2008


Madonna Ritchie Ciccone ist eine der größten Pop-Ikonen und berühmtesten Frauen unserer Zeit. Lucy O'Brien analysiert die faszinierende Lebensgeschichte dieser einzigartigen Künstlerin, die sich immer wieder neu erfunden hat und regelmäßig die internationalen Charts dominiert. Madonnas schwierige Kindheit wird ebenso beleuchtet wie ihre ersten wilden Jahre in New York, die Skandale und Provokationen in den 1990er Jahren, ihre Verwandlung zur englischen Lady, ihre Ehe mit Guy Ritchie und die viel diskutierte Adoption eines Kindes aus Malawi.


. Aktuell, umfassend, mit vielen bislang unveröffentlichten Fotos und zahlreichen Interviews.


. Ein Muss für alle Fans der erfolgreichsten Künstlerin, die es je gab.



Rezension:

"In der ausführlich recherchierten Biografie wird die faszinierende Lebensgeschichte der Pop-Ikone beleuchtet. Must-Have für alle Fans.
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