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Der Krieg der Propheten 03

von R. Scott Bakker, Andreas Heckmann (Buch)

  • ISBN:3-608-93785-4
  • EAN:9783608937855
  • Veröffentlichungsdatum:März 2008
  • Gewicht in g:833
  • Auflage:1. Auflage
  • Reihe:Der Krieg der Propheten Tl.3
  • Seiten:612

Kurzbeschreibung:

Der Heilige Krieg ist der Name des riesigen Heeres, welches der Vorsteher der Tausend Tempel zusammengerufen hat, um die heilige Stadt Shimeh von den Heiden zu befreien. In Windeseile hat sich die Kunde davon im Gebiet der drei Meere verbreitet und fast alle Völker und Stämme haben sich ihm angeschlossen.

Schon bald aber übernimmt ein seltsamer Prophet mit Namen Anasurimbor Kellhus eine Führungsrolle innerhalb des gewaltigen Unterfangens, das von politischen Intrigen und Machenschaften der Könige und Stammesfürsten begleitet wird. Ist dieser Kellhus aber ein bloßer Scharlatan und verfolgt ganz andere, eigene Ziele?

Zu Beginn des Dritten und letzten Bandes steht der riesige Kriegszug nun vor dem Heiligen Shimeh. Die Krieger und Hexenmeister der verschiedenen magischen Orden bereiten sich darauf vor, die letzte entscheidende Schlacht zu schlagen. Das Schicksal hängt aber nicht nur an dem Gefecht der Krieger und Zauberer, sondern noch viel mehr an der Logik des"Tausendfältigen Gedankens".

Zu Brüdern wird man nicht, indem man Brot, sondern indem man Feinde bricht, wie die Aioni sagen.

Leseprobe:

"3. Kapitel: Caraskan

Wenn Ruß deinen Kittel beschmutzt, färbe ihn schwarz.
Das ist Vergeltung.
Aus den Briefen des Ekyannu

Hier finden wir einen weiteren Beweis für Gotaggas Hypothese, die Erde sei rund. Wie anders nämlich könnten alle Männer höher stehen als ihre Brüder ?
Ajencis: Abhandlung über den Krieg

Caraskand, Vorfrühling 4112

Die Trockenzeit - in der Steppe verriet sie ihr Kommen durch das Auftauchen der Lanze unter den Sternbildern am nördlichen Horizont, dadurch, wie rasch die Milch sauer wurde, und durch die ersten Vorboten des Caünnu, des Mittsommerwinds.

Zu Beginn der Regenzeit durchstreiften die Hirten der Scylvendi die Steppe auf der Suche nach sandigem Boden, auf dem das Gras schneller wuchs. Wenn der Regen stärker wurde, trieben sie ihre Herden auf härtere Böden, wo das Gras langsamer wuchs, aber länger grün blieb. Wenn die heißen Winde die Wolken schließlich vom Himmel fegten, folgten sie einfach dem Futter und suchten nach wilden Kräutern und kurzem Gras, die das zarteste Fleisch und die beste Milch ergaben.

Dabei blieb immer der eine oder andere Hirte auf der Strecke - vor allem diejenigen, die zu gierig waren, um eigensinnige Tiere aus der Herde zu nehmen. Halsstarriges Vieh konnte eine ganze Herde in überweidete Gebiete oder von Schädlingen befallene Gegenden führen. Jedes Jahr kam ein Dummkopf ohne Pferd oder Vieh vom langen Zug durch die Steppe zurück.

Cnaiür wusste inzwischen, dass er dieser Dummkopf war.

Ich habe ihm den Heiligen Krieg gegeben.

Im Ratssaal des toten Sapatishah saß Cnaiür in einer der oberen Reihen, die den Ratstisch umgaben, musterte den D nyain und bemühte sich, den Inrithi auf den Sitzen ringsum keine Beachtung zu schenken. Dabei wurde er aber fortwährend angesprochen, ja beglückwünscht. Ein närrischer Lehnsmann aus Ce Tydonn besaß sogar die Frechheit, ihm das Knie zu küssen - das Knie ! Immer wieder riefen sie"Scylvendi !", als wollten sie ihm damit ihre Ehrerbietung erweisen. Der Kriegerprophet saß zwischen den von der Decke hängenden, schwarzgoldenen Bannern auf einem eigens errichteten Podium, sah also auf die am Ratstisch versammelten Hohen Herren herab. Sein Bart war geölt und geflochten, sein flachsblondes Haar fiel ihm auf die Schultern. Unter seiner steifen, knielangen Robe trug er ein weißes Seidengewand, das mit Silberblättern und grauen, sich verzweigenden Ästen bestickt war. Im Licht der Kohlenbecken, die um ihn herum aufgestellt waren, wirkte er durchsichtig, fast übernatürlich: ganz und gar wie der andersweltliche Prophet, der er zu sein behauptete. Sein leuchtender Blick wanderte durch den Saal und sorgte dort, wo er verweilte, für Flüstern und tiefes Luftholen. Zweimal ruhte sein Augenmerk auf Cnaiür, der jedes Mal wegsah und sich darüber bitter ärgerte.

Der Hexenmeister - dieser weichherzige Clown, den alle für tot gehalten hatten - stand vor dem Podium zur Linken des D nyain. Er trug eine knöchellange, tiefrote Weste über einem weißen Leinenkittel. Anders als die Übrigen war er immerhin nicht aufgedonnert wie die Konkubine eines Sklavenhändlers. Aber seinen Blick erkannte Cnaiür wieder: Auch er schien nicht recht an das Los glauben zu können, das ihm das Schicksal zugeteilt hatte. Der Häuptling hatte Uranyanka, der eine Reihe unter ihm saß, sagen hören, Drusas Achamian sei jetzt der Wesir des Kriegerpropheten, sein Lehrer und Beschützer also."

Autorenportrait:

R. Scott Bakker wurde 1967 als Sohn eines Tabakpflanzers in Simcoe, Kanada geboren und verbrachte seine Jugend damit, die Wälder im Norden des Lake Erie zu erkunden oder in heißen Sommern auf dem Feld zu arbeiten.
Er hat einen Bachelor of the Arts in englischer Sprache und Literatur und einen Master of the Arts in Theorie & Kritik; gegenwärtig promoviert er in Philosophie an der Vanderbilt University und lebt in London, Ontario.
R. Scott Bakker ist der Shooting Star der internationalen Fantasy - von Kritikern und Lesern gleichermaßen mit Lob überhäuft. "Der Krieg der Propheten" ist seine erste Trilogie, die in den USA und Kanada von den Lesern und der Presse begeistert aufgenommen wurde.

24,95* EUR