Vorwort
Fokus auf den Vater - gestern, heute, morgen. Das Echo der Vatersuche
Heinz Walte
Der fantasierte Vater. Die Schwellensituation"Vaterschaft"vor dem Hintergrund eigener Vaterlosigkeit
Ursula Bück
Der Vater kommt ins Bild. Versöhnung mit dem Vater
Bettina Egger-Honegger
Der präsente Vater. Väter in egalitärer Partnerschaft - Voraussetzungen, Chancen, Schwierigkeiten und Wirkungen
Margret Bürgisser
Der lebenslange Vater. Der Vater als Begleiter in der Adoleszenz
Jürgen Grieser
Der rettende Vater. Vater-Kind-Mutter: Die Bedeutung des Vaters für das Kind bei einer depressiven Erkrankung der Mutter
Eva Rass
Der nicht"hinreichend gute"Vater. Mangelnde Präsenz des Vaters bei Jungen und Mädchen - ein Aspekt der Jugenddelinquenz
Regula Maag und Hans-Werner Reinfried
der tragische Vater. Psychisch kranke Väter
Wilhelm Felder
Der lernende Vater. Die Kompetenzen von Vätern im Alltag stärken: Ressourcenorientierte Videoberatung nach der Marte Meo-Methode
Annegret Sirringhaus-Bünder und Peter Bünder
Der eingeladene Vater. Wo und wie kann man Väter erreichen? Zurufe aus drei Werkstätten der Väterarbeit
Andreas Borter, Christoph Popp, Eberhard Schäfer
Autoren und Autorinnen des Bandes
Das »Väter-Buch« spannt den Bogen von der Auseinandersetzung mit schwierigen oder abwesenden Vätern bis hin zur Frage, wie Männer heute in ihrer neuen, anspruchsvollen Vaterrolle unterstützt werden können. Für beratend und präventiv arbeitende Psychotherapeuten, beratende Psychologen, für Väter - und Mütter. »Ein kompetentes Buch in Theorie und Praxis«
Christian Beuker (www.vaeter-netz.de, 10. 04. 2008)
Die Autorinnen und Autoren des Bandes begeben sich auf »Vatersuche« in verschiedenen Kontexten und Familienkonstellationen.
In den Blick genommen wird u. a.:
- die Bedeutung des Vaters für Kinder verschiedener Altersstufen,
- die mangelnde Präsenz des Vaters und ihre Auswirkungen,
- der Umgang mit »schwierigen« oder mit kranken Vätern. Die veränderten Erwartungen an heutige Väter und wie diese damit klarkommen, stehen im Zentrum weiterer Beiträge:
- zur Stärkung der Kompetenzen der Väter im Alltag,
- zur konkreten Unterstützung von Hilfe bedürfenden Vätern. Entstanden ist ein kompetentes Buch für Tätige in den Bereichen Psychotherapie, Beratung und Sozialprävention sowie für Männer und Frauen, welche die egalitären Rollen von Müttern und Vätern ernst nehmen.
Die Autorinnen und Autoren des Bandes begeben sich auf"Vatersuche"in verschiedenen Kontexten und Familienkonstellationen.§In den Blick genommen wird u. a.:§- die Bedeutung des Vaters für Kinder verschiedener Altersstufen,§- die mangelnde Präsenz des Vaters und ihre Auswirkungen,§- der Umgang mit"schwierigen"oder mit kranken Vätern.§§Die veränderten Erwartungen an heutige Väter und wie diese damit klarkommen, stehen im Zentrum weiterer Beiträge:§- zur Stärkung der Kompetenzen der Väter im Alltag,§- zur konkreten Unterstützung von Hilfe bedürfenden Vätern.§§Entstanden ist ein kompetentes Buch für Tätige in den Bereichen Psychotherapie, Beratung und Sozialprävention sowie für Männer und Frauen, welche die egalitären Rollen von Müttern und Vätern ernst nehmen.
Die Schwellensituation "Vaterschaft" vor dem Hintergrund eigener Vaterlosigkeit (Ursula Bück) §§Wenn ein Sohn kurz nach seiner Geburt den Vater durch plötzlichen Tod verliert, wie dies in der nachfolgenden Kasuistik dargestellt werden wird, stellt sich aus psychoanalytischer Sicht die Frage nach der Bedeutung des fehlenden Vaters für die unbewusste Dynamik in der psychischen Struktur des erwachsenen jungen Mannes. Der junge Mann erkrankte in einer erstaunlichen biografischen Koinzidenz an lebensbedrohlichen akuten Magenblutungen im Zusammenhang mit der Geburt seines ersten (erwünschten) Sohnes. Es stellt sich daher die weitere Frage, inwiefern die Bewältigung der Schwellensituation"Vaterschaft"für diesen jungen Mann aufgrund der spezifischen psychischen Strukturbildung besonderen unbewussten Belastungen unterlag. Vor dem Hintergrund von D.W. Winnicotts Verständnis seelischer Entwicklung wird im Folgenden die Situation von Herrn S., die zur Behandlung führte, dargestellt und dabei das Augenmerk auf die unbewusste Psychodynamik gerichtet, die auf der Schwelle zur Vaterschaft aktualisiert wurde. §§Das äußerlich Sichtbare und das Schicksal der primären Angewiesenheit §§In der Vorbereitung dieser Arbeit ist mir der folgende Satz eingefallen, der von Paul Klee stammen soll:"Die Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern macht sichtbar."Dieser Gedanke in seiner nur scheinbaren Widersprüchlichkeit trifft nach meinem Empfinden den Kern der Psychoanalyse und ihrer klinischen Anwendungskunst, der analytischen Psychotherapie. Das Verbindende zwischen so verstandener Kunst und der Betrachtung psychischer Vorgänge sehe ich dabei in der Anerkennung des Unbewussten als eines immer wirksamen seelischen Stroms, der sichtbare äußere Formen in einen für den Betrachter ungewohnten und daher neuen Bedeutungszusammenhang bringen mag. Bezogen auf die psychoanalytische Theorie und Praxis liegt es auf der Hand, dass - vor dem Hintergrund eines Krankheitsverständnisses, das die Symptomatik als unbewussten Selbstheilungsversuch versteht - Psychoanalytiker die Frage nach den Entstehungsbedingungen von seelischen und psychosomatischen Erkrankungen nicht im Sinne einer direkt von"außen"nach"innen"schädigenden Kausalkette beantworten können. Allgemeines menschliches Interesse, Zeit, professionelle Empathie im Verbund mit theoretischen Grundlagen und klinischer Erfahrung bilden die Zugangsvoraussetzungen zu der inneren Welt des Patienten. In der Begegnung und im Austausch mit dem Psychoanalytiker wird der Patient diese innere Welt als subjektiv empfundene Wahrheit allmählich erleben,"entschlüsseln"und symbolisieren. §§Im Diskurs mit verwandten wissenschaftlichen Disziplinen, die sich mit der Entwicklung des Menschen und ihren Störungen befassen, aber auch im Diskurs mit der somatischen Medizin steht die klinisch-psychoanalytische Forschung somit vor der Aufgabe, ihre tiefenhermeneutische Sichtweise der Wirkung unbewusster Prozesse in der menschlichen Entwicklung und in den Entstehungsbedingungen von Krankheit zu vertreten und sich in einer Sprache auszudrücken, die den Austausch über den Verständigungsgraben hinweg ermöglicht."
Heinz Walter, Univ.-Prof., Dr. phil. (Psychologie); Psychoanalytiker. Publikationen im Bereich Entwicklung und Sozialisation.
€ 24,90