Die Monographie über die Bosna Quilt Werkstatt "zeigt sehr schön, wie Literatur und Kunst in den Zonen der Bedrohung funktionieren können", sagte Wendelin Schmidt-Dengler 1999, als "Vernähte Zeit" das erste Mal aufgelegt wurde. Viel hat sich seither geändert - und wenig zugleich. Der Bosnienkonflikt, eines der Symptome der Identitätskrise Europas, schwelt weiter, auch nach Dayton. Dicht leuchten die Bosna Quilts, Ergebnisse der Zusammenarbeit der österreichischen Malerin Lucia Feinig-Giesinger mit bosnischen Frauen, die Exil, Vertreibung und jahrelange Belagerung in der Enklave Goraz?de hinter sich haben. Sie finden mittlerweile Beachtung in West, Nord und Süd - zur Freude aller, die den Einklang von sozialer und ästhetischer Kompetenz zu schätzen wissen. "Vernähte Zeit / Sas?iveno vrijeme / Time Sewn Up" verbindet SW-Bilder (von Nikolaus Walter) und Texte aus erster Hand zu Geschichte, Eigenart und Perspektiven des außergewöhnlichen Textilkunst-Projekts (von Willibald Feinig) mit 85 Reproduktionen von Bosna Quilts.