Andreas Brüning (Brunino - Agentur für Literatur und Wissenschaft) im Januar 2008: Waren die 1968er verlauste Anhänger des Vietkongs oder hatten sie, wie Cohn-Bendit sagt, nur"eine Wahnvorstellung"? Was wollten die 1968er erreichen - die autoritären Strukturen überwinden und in Kommunen neue Lernerfahrungen sammeln? Der Autor Lutz von Werder diskutierte damals erhitzt mit über die Gewaltfrage und beobachtete den aufsteigenden Stern der kritischen Philosophie. Basis, Stadtteilarbeit, universitäre Arbeit mit den Angehörigen der Unterschicht, das waren die Wörter, die Diskussionen entfachten. Als der Kopf des Autors zu heiß wurde, verschaffte er sich Kühlung durch poetische Entladungen, inspiriert durch das kreative Schreiben. Neue Strukturen mussten gefunden, eine neue Revolution entfacht werden, eben eine poetisch-philosophische Revolution. Was Sie erwartet, ist eine unkonventionelle Erzählweise, die ein authentisches biografisches Erleben der Zeit entrollt. Wir haben es hier mit einer Rückschau zu tun, die Einblicke in die positiven und negativen Seiten eines revolutionären Geistes hinterfragen. Die Beerdigung der 68er wird noch warten, weil für Lutz von Werder die Revolution weiter gehen muss - aber wie?