Beschreibung:
Tequila, Janis Joplin und eine Blitzaffäre Eine hinreißende Komödie über eine junge Frau, die in ihrem Leben gehörig aufräumt. Augusta ?Gus? Curtis steht kurz vor ihrem 30. Geburtstag und hat alles, was man sich wünschen kann: einen tollen Job, ihren gutaussehenden Freund Nate und zwei beste Freundinnen. Aber dann erwischt sie Nate eines Abends wie er eine andere küsst. Und die ist niemand anderes als Helen, Gus? vermeintliche Freundin aus College-Tagen. Mit einem Mal gleicht Gus? Leben einem Teenager-Drama und sie muss die Dinge schließlich selbst in die Hand nehmen, um endlich erwachsen zu werden. "′Meine beste Feindin′ ist romantisch, witzig, intelligent, glaubhaft und fesselnd." Marian Keyes "′Meine beste Feindin′ ist spitze. Unmöglich, es aus der Hand zu legen." trashonista.com "Eine großartige romantische Komödie." bookloons.com
Kurzbeschreibung:
Tequila, Janis Joplin und eine Blitzaffäre
Eine hinreißende Komödie über eine junge Frau, die in ihrem Leben gehörig aufräumt.
Augusta "Gus" Curtis steht kurz vor ihrem 30. Geburtstag und hat alles, was man sich wünschen kann: einen tollen Job, ihren gutaussehenden Freund Nate und zwei beste Freundinnen. Aber dann erwischt sie Nate eines Abends wie er eine andere küsst. Und die ist niemand anderes als Helen, Gus' vermeintliche Freundin aus College-Tagen. Mit einem Mal gleicht Gus' Leben einem Teenager-Drama und sie muss die Dinge schließlich selbst in die Hand nehmen, um endlich erwachsen zu werden.
Leseprobe:
Janis Joplin war an allem schuld.
Denn bis ihr Lied gespielt wurde, ging es mir gut. Wirklich.
Okay, ich war Nate nicht mehr begegnet, seit ich ihn vor zweieinhalb Wochen dabei erwischt hatte, wie er eine andere küsste. Also seit genau siebzehn Tagen. Nicht etwa, dass ich sie gezählt hätte.
Und was machte es schon, dass wir seit Monaten ein Paar gewesen waren?
Und was scherte es mich, dass er ausgerechnet Helen Fairchild küsste, mit der ich im College zusammengewohnt hatte?
Bis zu diesem Zeitpunkt war ich eigentlich davon ausgegangen, dass ihr unsere gemeinsame Zeit und selbst all die Meinungsverschiedenheiten wichtig genug waren, um mich als Freundin zu betrachten - und dass mein Freund dementsprechend für sie tabu war.
Im Ernst, es ging mir gut.
Ich atmete tief durch und redete mir ein, es sei mir völlig egal, dass Nate und Helen gerade mit roten Wangen und glänzenden Augen zur Kneipentür hereinkamen und ein wenig kalte Herbstluft mitbrachten. Und natürlich störte es mich auch nicht im Geringsten, dass jeder einzelne unserer gemeinsamen Freunde sich eingefunden hatte, um einen Geburtstag zu feiern, und den Blick jetzt von den beiden zu mir wandern ließ, um meine Reaktion nicht zu verpassen. Es scherte mich überhaupt nicht, dass mein Herz - das doch eigentlich in zu winzige Stücke zersprungen war, um erneut zu brechen - schmerzhaft pochte, also offensichtlich noch ganz genug war, um wehzutun.
Wenn ich in diesem Moment in Tränen ausgebrochen wäre, hätte ich mir das nie verziehen.
Ich war vollauf damit beschäftigt auszusehen, als ob mich das alles nichts anging und ich nicht den Tränen nahe war. Amy Lee musste mir einen Tritt unter dem Tisch verpassen, damit ich überhaupt merkte, dass sie und ihr Mann mit Getränken von der Theke zurückgekehrt waren.
»Hör auf, die beiden anzustarren«, befahl sie mir.
»Das ist schon in Ordnung«, gab ich zurück, was mit völlig verkrampftem Kiefer erstaunlich schwierig war. »Ich meine, was soll's, dass wir fast vier Monate zusammen waren, und uns außerdem schon seit dem College kennen. Wen interessiert schon die Vergangenheit? Das ist alles völlig okay für mich.«
Amy Lee seufzte und wechselte einen Blick mit Oscar, den man nur als vielsagend bezeichnen konnte. Dann ließen die beiden sich rechts und links von mir auf dem Plüschsofa nieder.
Zur Verstärkung.
Oder möglicherweise, um mich vor einem Fehler zu bewahren.
Die beiden waren das beste Beispiel dafür, dass Gegensätze sich anziehen, überlegte ich, als ich sie im Spiegel gegenüber betrachtete. Amy Lee wirkte immer ein wenig steif und angespannt, während Oscar stets aussah, als sei er gerade vom Skateboard gehüpft. Sie hatten sich in der zahnmedizinischen Fakultät kennen gelernt und waren einander offenbar beim Sinnieren über Backenzähne näher gekommen. Es sprach für die beiden, dass ich der Geschichte trotz meiner langjährigen Zahnarztphobie etwas Romantisches abgewinnen konnte. Amy Lee stellte mir ein Bier hin.
»Jetzt hör mal zu, Augusta«, begann sie. Die Verwendung meines vollen, offiziellen Vornamens - auf den ich üblicherweise nur an Orten wie der Kfz-Zulassungsstelle hörte - brachte ihr einen finsteren Blick ein.
Aber ich hörte zu.
»Ich kann ja nachvollziehen, warum du auf ihn stehst«, erklärte sie. »Jeder himmelt Nate an. Der Sinn seines Daseins besteht ja praktisch darin, umwerfend zu sein.«
»Ich denke nicht, dass er umwerfend ist«, murmelte Oscar zu meiner Linken. »Nicht etwa, dass er nicht umwerfend wäre, ich denke nur einfach nicht über ihn nach.«
»Selbst ich fand ihn im College etwa fünfzehn Sekunden lang toll«, fuhr Amy Lee fort und ignorierte die Bemerkung ihres Mannes völlig. »Das war ja quasi unvermeidlich. Er war wie der Kapitän des Footballteams, nur in College-Ausführung. Mit diesem Hundeblick und dem scheuen Lächeln.«
»Ja, das ist wirklich umwerfend«, fand Oscar. »Lass dich ruhig weiter über seine Attraktivität aus, vielleicht stehe ich dann am Ende auch auf ihn.«
Amy Lee war etwa so feinfühlig wie eine Dampfwalze. Das kam ihr in der Arztpraxis wohl zugute, in diesem Augenblick hätte ich ihr allerdings am liebsten das Bier ins Gesicht gekippt.
»Hundeblick und scheues Lächeln?«, wiederholte ich und starrte sie an. »Willst du mir mit Absicht wehtun?«
»Aber eines musst du bedenken«, sprach Amy Lee weiter, als hätte sie mich gar nicht gehört. »Du kennst den Typen, seit wir achtzehn waren, und vor diesem Sommer ist da nie was gelaufen. Nicht gerade Liebe auf den ersten Blick, oder?«
»Er war ja seit dem College immer besetzt!«, protestierte ich. »Jahrelang war er mit dieser schrecklichen Lisa zusammen!«
»Ich meine ja nur, dass es ziemlich lange gedauert hat, bis ihr zusammengefunden habt«, erläuterte Amy Lee. »Okay, klar, du hattest ihn gern, viel mehr als die Freaks, mit denen du dich sonst triffst, aber trotzdem.« Sie nippte an ihrem Getränk, das unerklärlicherweise wie Cola aussah. Ich schielte stirnrunzelnd auf ihr Glas, und sie murmelte etwas davon, dass sie heute mit Fahren dran war.
Ich sah Oscar an, denn das war normalerweise sein Job.
»Ich habe vor, mir heute Abend richtig die Kante zu geben«, verkündete dieser und sah in Richtung des glücklichen Paares. »Vielleicht bringe ich sogar einen Toast oder zwei auf Nates scheues Lächeln aus!«
Da er Nate anstarrte, erlaubte ich mir, das Gleiche zu tun. Ich beobachtete, wie mein Ex sich aus seinem Wintermantel schälte und einen männlichen Handschlag nach dem anderen mit seinen Kumpels austauschte. Ich sah auch dabei zu, wie Helen glücklich an seinem Arm durch den Raum schwebte wie ein besonders wohlgeformter Luftballon.
Obgleich ich zuvor unter der Dusche unzählige Male das Gegenteil behauptet hatte, war der Schmerz in den vergangenen siebzehn Tagen kein bisschen weniger geworden. Wenn Gretchen, das Geburtstagskind, mich nicht persönlich angerufen und um mein Kommen gebeten hätte, wäre ich auf dieser Party auch gar nicht erschienen. Es war schlimm genug gewesen, zweieinhalb Wochen vorher einfach dazustehen und mit anzusehen, wie Helen mit meinem Freund knutschte. Dass nun in einer vollgestopften Bar halb Boston miterlebte, wie ich mit jedem Kuscheln und Lächeln erniedrigt wurde, machte alles nur noch schlimmer.
Noch viel schlimmer.
Nate und ich hatten uns vor Jahren auf der Boston University kennen gelernt. Inzwischen gehörten wir beide zu einem weitläufigen Freundeskreis, der sich grob in zwei größere Gruppen unterteilte: ehemalige BU-Studenten einerseits und Leute, die sich von den Sommern in Cape Cod her kannten, andererseits. Wir waren eine riesige Truppe, die in losem Kontakt stand und sich über den gesamten Großraum Boston erstreckte, was dazu führte, dass immer viel los war und man sich am Wochenende häufig sogar zwischen mehreren Partys entscheiden musste.
In dieser Großgruppe war Nate der Star. Jeder mochte ihn. Mit achtzehn hatte er so gut ausgesehen und war so süß gewesen, dass manche Frauen (deren Namen ich besser nicht preisgebe) sich hinter Büschen versteckten, um heimlich Fotos von ihm zu schießen. Außerdem war er auch noch nett, was viele verblüffte. Er war zu jedermann reizend, alle fanden ihn niedlich, nur leider war er bereits vergeben. Mädchen verzehrten sich nach ihm. Erinnerungen an vertraute Kneipengespräche mit ihm in Lisas gelegentlicher Abwesenheit wurden gehütet wie ein Schatz. Männer hingegen boxten freundschaftlich seine Schulter, wenn sie ihm vorgestellt wurden, und bezeichneten ihn nachher ausnahmslos als toughen Burschen. Alle himmelten ihn aus der Ferne an, bis er sich letzten April endgültig von Lisa getrennt hatte, Langzeit-Lisa, wie wir sie nannten.
Der Mai war wie die erste Staffel von Desperate Housewives gewesen. Nate war Mike, der Klempner, die Frauen führten sich auf wie Edie und Susan, und es begann ein erbitterter Kampf darum, wer Nates gebrochenes Herz heilen durfte. Amy Lee und Georgia, unsere andere beste Freundin, schlossen Wetten ab und sagten sehr zutreffend voraus, dass diese Schlammschlacht allseits in Tränen enden würde.
Autorenportrait:
Megan Crane wurde in Houston, Texas, geboren und wuchs in New Jersey auf. Nach dem College hielt sie sich mit mehreren Gelegenheitsjobs über Wasser und begann, an ihrem ersten Roman zu schreiben. Danach ging sie nach England und promovierte in Englischer