Willkommen

(Anmelden)

Mein Konto

Merkliste

Hilfe & Kontakt Häufige Servicefragen: Wie lange dauert die Lieferung Was kostet der Versand? Wie kann ich bezahlen? Wie gebe ich meine Ware zurück? Wie löse ich einen Gutschein ein? Weitere Fragen & Antworten im Hilfe-Center Kontaktformular Kundenhotline 0 18 05 / 30 91 80 (0,14 EUR/Min. aus dem Festnetz; max. 0,42 Euro/ Min. aus Mobilfunknetzen).
Sie erreichen uns:
Montags bis Samstags
von 8 bis 20 Uhr.
Haben Sie Fragen? Eva hilft Ihnen

Detail-Suche

Lucy und Olivia 02. Das Vampirgeheimnis. cbj Hardcover

von Katharina Diestelmeier, Eva Schöffmann-Davidov, Sienna Mercer (Buch)

  • ISBN:3-570-13447-4
  • EAN:9783570134474
  • Veröffentlichungsdatum:August 2008
  • Gewicht in g:310
  • Reihe:cbj Hardcover
  • Seiten:176
  • Altersangabe:10

Kurzbeschreibung:

Schwestern mit Biss


Seit Olivia Lucys Geheimnis kennt, brennt sie darauf, mehr über das verborgene Leben der Vampire zu erfahren. Eigentlich ist das alles top secret! Dennoch bekommt die Presse Wind von Vampir-Gerüchten. Die Klatschreporterin Serena Star nistet sich in der Stadt ein und beginnt zu recherchieren. Olivia und Lucy geben ihr Bestes, um die Journalistin mit allen möglichen Zwillingstricks auf eine falsche Fährte zu locken. Doch das ist gar nicht so einfach ...


. Spannend, witzig und ein wenig gruselig
. Trendthema "Vampire" - ideal umgesetzt für die jüngere Alterstufe



Leseprobe:

Lucy Vega kam verschlafen ins Esszimmer geschlurft, ließ sich auf ihren Stuhl sinken und legte die Wange auf die kühle Steintischplatte. Sie wünschte sich, noch in ihrem Sarg zu liegen. Montagmorgen war immer besonders schlimm.
"Guten Morgen, Schlafmütze!", begrüßte ihr Vater sie und stellte eine Schale neben ihren Kopf.
"Pst", murmelte Lucy mit geschlossenen Augen. "Ich schlafe noch."
"Es gibt dein Lieblingsfrühstück", beschwatzte sie ihr Dad. "Marshmallow-Blutplättchen."
Lucy warf einen Blick auf die kleinen weißen Marshmallows und die rotbraunen Stückchen, die wie auf einem Milchsee schaukelten. "Danke", nuschelte sie.
Ihr Vater war in einer schwarzen Baumwollhose und einem schwarzen Nadelstreifenhemd mit doppelten Manschetten bereits für die Arbeit angezogen. Er nippte an seinem Tee und griff nach der Fernbedienung.
"Für den beschränkten Geist eines jungen Menschen gibt es am Morgen nichts Besseres als beschränktes Frühstücksfernsehen", erklärte er.
Er zappte durch den Wetterbericht und verschiedene Talkshows, bis er bei Der Morgenstern hängen blieb.
"Bitte nicht!", protestierte Lucy. "Wenn ich Serena Stars Lächeln nur sehe, kriege ich schon Sonnenbrand."
Serena Star, WowTVs erfolgreichste Klatsch-Reporterin, hatte unglaublich helle, blondierte Haare. Ihre Augen sahen aus, als hätte ein Schönheitschirurg sie operativ betont. Sie waren ständig aufgerissen, entweder vor Bewunderung oder Entsetzen. Seit einiger Zeit versuchte sie, sich in ihrer eigenen Morgen-Nachrichtensendung Der Morgenstern als ernsthafte Journalistin zu präsentieren. Erst neulich hatte Lucy entnervt den Fernseher ausgeschaltet, nachdem Serena gefragt hatte: "Sagen Sie, Herr Senator, wie fühlen Sie sich jetzt, wo ein Gesetz nach Ihnen benannt wurde?"
Heute Morgen stand Serena Star vor einer kleinen Menschenmenge und sprach in ihr Mikrofon. Unter ihrem knielangen Trenchcoat trug sie einen winzigen Minirock aus blauem Wildleder. Der Ausdruck in ihren weit aufgerissenen Augen drückte nur eins aus: Entsetzen! Sie war in einem Park oder vielleicht auch auf einem Friedhof. Neben ihr stand ein schmuddeliger, in Schwarz gekleideter Jugendlicher ...
Lucys Dad zappte weiter.
"Schalt noch mal zurück!", stieß Lucy hervor.
"Aber du hast doch gesagt ..."
"Ich weiß. Schalt zurück!", wiederholte sie.
Lucy traute ihren Augen nicht. Der Junge neben Serena Star war kein anderer als Garrick Stephens, einer der uncoolsten Vampire an ihrer Schule. Er und seine schwachsinnigen Freunde - die von allen die Bluthunde genannt wurden - veranstalteten ständig irgendwelche dämlichen Mutproben, zum Beispiel zu gucken, wer die meisten Knoblauchcroutons essen konnte, bevor ihm ernsthaft schlecht wurde. Sie waren nicht halb so gruselig, wie sie rochen, aber sie hatten schon immer unheimlich genervt.
Was hat der denn im überregionalen Fernsehen zu suchen?, fragte sich Lucy.
"Das ist doch der hiesige Friedhof", sagte ihr Dad.
Lucy stellte fest, dass er recht hatte - das, was sie da sahen, wurde weniger als fünf Häuserblocks von ihnen entfernt gefilmt.
Die Kamera schwenkte auf ein leeres Grab und Lucys Dad stellte den Fernseher lauter.
"... gestrige Kleinstadtbeerdigung ging fürchterlich schief", berichtete Serena Star aus dem Off. "Der ortsansässige Verstorbene, Mr Alan Koontz, sollte hier auf dem Friedhof von Franklin Grove beigesetzt werden. Als Mr Koontz in die Erde hinabgelassen wurde, öffnete sich laut Augenzeugenberichten knarrend der Sargdeckel." Die Kamera zoomte einen glänzenden dunkelblauen Sarg heran, der offen neben dem Grab stand. "In einer unvermuteten Wendung der Ereignisse kletterte eine angeblich lebendige Person heraus!", fuhr Serena fort. "Mr Koontz' Witwe fiel augenblicklich in Ohnmacht und wurde zur Behandlung ins Krankenhaus von Franklin Grove gebracht."
Serena Stars Gesicht erschien stirnrunzelnd erneut auf dem Bildschirm: "Freunde der Familie geben an, dass die Person, die aus dem Sarg auftauchte, keinerlei Ähnlichkeit mit Mr Koontz hatte, sondern ein Jugendlicher war." Die Kamera fuhr zurück, sodass Garrick sichtbar wurde, der gerade seine Handfläche ableckte und sich damit die Haare zurückstrich.
Lucy runzelte jetzt ebenfalls die Stirn. Garrick und seine Freunde wussten nicht, was das Wort "diskret" bedeutete. Wahrscheinlich konnten sie es noch nicht mal buchstabieren. Seit sie klein waren, hatte Lucy sich immer wieder gewundert, wie regelmäßig die Bluthunde kurz davor waren, das Oberste Gesetz der Dunkelheit zu brechen: Vampire durften einem Außenstehenden niemals ihre wahre Identität preisgeben.
Beim Gedanken daran fühlte sich Lucy unbehaglich. Schließlich hatte sie das Oberste Gesetz erst kürzlich selbst gebrochen. Sie hatte allerdings keine andere Wahl gehabt: Sie hätte die Tatsache, dass sie ein Vampir war, schlecht vor ihrer Zwillingsschwester Olivia geheim halten können, auch wenn Olivia ein Mensch war.
Sie und Olivia waren sich erst am Anfang des Schuljahrs begegnet. Sie waren an ihrem ersten Geburtstag getrennt und von unterschiedlichen Eltern adoptiert worden. Daher hatte Lucy nichts von ihrer Zwillingsschwester gewusst, bis Olivia an der Franklin-Grove-Schule aufgetaucht war. Und für Olivia war es ein genauso großer Schock gewesen.
Ich hab vielleicht das Oberste Gesetz gebrochen, aber wenigstens habe ich meine Identität nicht vor aller Welt im Fernsehen preisgegeben!, dachte Lucy.
Serena Star blickte direkt in die Kamera.
"Ich, Serena Star, präsentiere Ihnen jetzt ein Exklusiv-Interview mit dem dreizehnjährigen Jungen, der beinahe lebendig begraben worden wäre. Ich denke, Sie werden mir zustimmen, wenn ich sage, diese Geschichte ist wirklich ... sargalös!"
Ein Schriftzug mit dem Wort SARGALÖS erschien auf dem Bildschirm über Garricks Kopf und Lucy verdrehte die Augen. Serena erfand immer saublöde Wörter für ihre Bildschirm-Schlagzeilen.
"Geil!" Garrick Stephens grinste.
Lucy bekam Kopfschmerzen.
Wie in aller Unterwelt sollen wir einen Vampir, der während einer Beerdigung aus einem Sarg springt, vertuschen?
"Garrick Stephens", Serena Star drehte sich zu ihrem Gesprächspartner um, "wie geht es dir?"
"Mir geht es großartig!", antwortete Garrick.
"Erstaunlich!", kommentierte Serena mit leichtem Stirnrunzeln. Sie hatte ganz offensichtlich erwartet, Garrick würde aufgebracht sein. "Wie lange warst du in diesem Sarg?"
"So sieben, acht Stunden."
"Das muss überaus beunruhigend gewesen sein", legte Serena Star ihm verständnisvoll nahe.
"Erst als diese Sargträgertypen mich rumgetragen und geweckt haben", sagte Garrick und warf einen wütenden Blick an der Kamera vorbei.
"Soll das heißen, dass du da drin geschlafen hast?", fragte Serena Star, wobei ihre aufgerissenen Augen noch größer wurden.
"Jep", antwortete Garrick. "Ich hab geschlafen, als wäre ich tot."
Lucy zuckte zusammen und Serena Star schüttelte nur ungläubig den Kopf.
"Du hörst dich fast so an, als hättest du dich da drin wohlgefühlt."
Garrick zuckte mit den Schultern.

Autorenportrait:

Sienna Mercer lebt mit ihren beiden Katzen in Toronto/Kanada. Früher reiste sie durch die Welt. Heute verbringt sie viel Zeit am Schreibtisch, um spannende Geschichten für Kinder zu schreiben. Sie hat keine Zwillingsschwester, aber als kleines Mädchen hat

9,95* EUR