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TKKG Sammelband 18. cbj Hardcover

von Stefan Wolf, Reiner Stolte (Buch)

  • ISBN:3-570-13479-2
  • EAN:9783570134795
  • Veröffentlichungsdatum:August 2008
  • Gewicht in g:677
  • Reihe:cbj Hardcover
  • Seiten:544
  • Altersangabe:9

Beschreibung:

Krimispannung pur! Tim, Karl, Klößchen und Gaby sind immer im Einsatz! Denn wenn es um unaufgeklärte Verbrechen, verräterische Banksafes oder gar eine unheimliche Entführung geht, sind die vier von TKKG einfach unschlagbar. Mit ihren trickreichen Ermittlungen und überraschenden Einfällen lösen sie jeden noch so verzwickten Fall. Enthält die Bände ?Frische Spur nach 70 Jahren?, ?Die Entführung in der Mondscheingasse? und ?Die gefährliche Zeugin verschwindet?.

Kurzbeschreibung:

Krimispannung pur!


Frische Spur nach 70 Jahren: Das Räuberpärchen Beate und Claus beging 1929 mehr als zwanzig Verbrechen und wurde schließlich zum Tode verurteilt. 70 Jahre später scheint ein kriminelles Paar diese Verbrechen nachzuahmen. TKKG verfolgen eine heiße Spur ....


Die Entführung in der Mondscheingasse: Der Berufsverbrecher Uckmann wurde bei einem Mordanschlag auf Kommissar Glockner erkannt. Nun ist er Feind Nummer 1 der TKKG-Bande. Sie jagen ihn auf ihre Weise ...


Die gefährliche Zeugin verschwindet: Kommissarin Irma Heinze wird von zwei berüchtigten Bankräubern entführt. Das Schlimmste ist zu befürchten. TKKG schalten sich ein und merken bald: Hinter den Kulissen ist der Teufel los.



Leseprobe:

Nach seiner Ansprache schüttelte Bürgermeister Spendenfreund allen die Hand: Zuerst Gaby, die zwei Lebensretter-Urkunden entgegennahm - die zweite stellvertretend für ihren Vater, der dienstlich verhindert war.
Tarzan, Karl und Klößchen bemühten sich um feierliche Mienen. Einfach war das nicht. Spendenfreund lispelte nämlich, weshalb seine Ansprache unter Zischlauten litt. Aber seine Worte hatten - inhaltlich - enormes Gewicht. Die TKKG-Bande fühlte sich wie ein vierköpfiger Held.
"Ich kenne den amtlichen Bericht und das, was in der Presse stand", sagte Spendenfreund. "Nun würde ich gern wissen, wie sich das aus eurer Sicht abgespielt hat - damals bei Eis, Schnee und grimmiger Kälte."
Er blickte erwartungsvoll, als sähe er gleich den spannendsten Videofilm.
"Tja", tat ihm Tarzan den Gefallen, "gefährlich wurde es nur, weil das Eis noch so dünn war. Der Berlitzer See ließ sich auch dieses Jahr wieder Zeit mit dem Zufrieren. Wir vier und Kommissar Glockner spazierten am Nordufer, als es krachte. Hörte sich fast wie ein Schuss an, war aber keiner. Das Eis brach mit mächtigem Getöse. Dann schrie Otto Zinke-Schollau um Hilfe. Wir rannten durch die Büsche und sahen, wie er um sein Leben kämpfte. Bis zum Hals steckte er im Wasser. Die Eiskante, an der er sich festhalten wollte, bröckelte Stück um Stück ab..."
"Wie Knäckebrot", ergänzte Klößchen.
Spendenfreund lächelte. Und die Sonnenstrahlen, die durch das Fenster seines Bürgermeisterzimmers fielen, kamen in freundlicher Absicht.
"Jeder von uns erkannte glasklar", fuhr Tarzan fort, "dass der Junge sich in Lebensgefahr befand."
"Sozusagen in doppelter", steuerte Klößchen bei: "Er konnte ertrinken, aber auch im kalten Wasser erfrieren - je nach Lust und Laune. Äh... ich meine, ihm musste geholfen werden."
"Was ihr ja tatet", sagte Spendenfreund. "Aber das Eis trug euch nicht."
"Deshalb näherten wir uns bäuchlings", erklärte Tarzan. "Liegend verteilt sich das Gewicht. So würde es gehen, hofften wir. Ich robbte voran, Karl krauchte hinter mir und hielt meine Füße fest. Willi sicherte Karl mit dem gleichen Griff, lachte aber dauernd, weil er an den Fußknöcheln kitzlig ist, wo er von Gaby gehalten wurde. Kommissar Glockner, der Schwerste von uns, musste zwangsläufig hinten bleiben - am Schluss der Schlange. Ich konnte Ottos Hände fassen. Rausziehen konnte ich ihn nicht. Denn das Eis brach - ja, tatsächlich wie Knäckebrot. Ich hing halb im Wasser. Otto tauchte tiefer, schrie, spuckte - und war schon ganz blau vor Kälte: blaue Lippen, blaue Nase, blaue Augen und so. Ohne Kommissar Glockner wäre ich ganz baden gegangen - und Karl halb, mindestens. Aber Gabys Vater zog die gesamte Schlange bäuchlings ans Ufer, wo Otto dann endlich mit seinem Gebrüll aufhörte. Schreck und Kälte saßen ihm tief in den Knochen. Und er ist ja erst sieben."
"Ohne euch wäre er ertrunken", sagte Spendenfreund. "Denn sonst war niemand in der Nähe." Gleichmäßig verteilte er ein Schmunzeln über sein Bürgermeister-Gesicht. "Das Beste für euch habe ich mir aufgehoben. Wie ihr wisst, war Otto Zinke-Schollau nur zu Besuch in unserer Stadt. Er stammt aus Österreich, aus dem schönen Tirol, wo sein Vater ein Hotel besitzt, den Tyroler Hof - mit Ypsilon. Im Namen von Herrn Xaver Zinke-Schollau soll ich euch nun herzlichst einladen - euch und Herrn Glockner. Herr Zinke-Schollau würde sich riesig freuen, wenn ihr am nächsten Wochenende seine Gäste wärt. Er möchte die Lebensretter seines Sohnes verwöhnen."
Die vier Freunde sahen sich an. Freude leuchtete aus allen Pupillen.
"Uns verwöhnen", rief Klößchen. "Das ist die richtige Einstellung. Sind doch die österreichischen Süßspeisen auf Schokoladen-Grundlage weltberühmt - wie Sacher-Torte und Mozart-Kugeln. Ich schmecke dieses Wochenende schon. Es wird bestimmt nach meiner Zunge."
Spendenfreund lächelte und gestattete sich einen kleinlauten Seufzer. Es war offensichtlich: Er wäre gern mitgefahren - zum Verwöhnen, musste aber am Wochenende seinen Garten vertikutieren (den Rasen auflockern) oder für die Partei, der er angehörte, Spenden einsammeln. Man sah ihm an, wie die Bürde der Pflichten auf sein Rückgrat drückte. Eines Tages würden die Bandscheiben rausspringen.
Jetzt knipste er sein Dienststunden-Lächeln an und übergab Gaby, die er wohl am vertrauenswürdigsten einschätzte, einen geschlossenen Umschlag: die Einladung - mit dem Absender TYROLER HOF, Poststation Enge im Enge-Tal.
Der Mai entfaltete das Grün an den Bäumen und die Abgase über der Großstadt rochen schon ein bisschen nach Frühsommer.
"So", sagte Gaby, als die vier Freunde vor dem Rathaus ihre Drahtesel losmachten, "das wäre überstanden. Jetzt kommt der lustige Teil. Wir sollten gleich ins Präsidium fahren und meinem Papi die Einladung geben. Hoffentlich hat er Zeit am Wochenende."
Alle hofften das.
Karl sagte: "Notfalls könnten wir auch allein reisen. Aber ohne deinen Vater wären wir wie..."
"... eine Schlange ohne Schwanz", meinte Klößchen, dem es heute an Zurückhaltung mangelte.
"Meinetwegen", nickte Karl und rückte an seiner Nickelbrille. "Jedenfalls hat er am meisten gezogen. Ihm gebührt der Löwenanteil der Ehre. Ich fände es beknackt, wenn er nicht dabei wäre." Er stieß ein Gluckslachen aus. "Ich weiß schon, er wird bestimmt deine Mutter mitnehmen, Pfote - wenn's sein muss, auf eigene Kosten. Aber das muss wahrscheinlich nicht sein. Der Hotelbesitzer Zinke-Schollau verwöhnt sicherlich auch einen sechsten Ehrengast."
"Was das betrifft, sehe ich schwarz", meinte Gaby. "Mami kann zur Zeit nicht weg. Ihre Freundin hat sich ein Bein gebrochen. Die Melanie. Kennt ihr, ja? Der Gipsverband reicht ihr bis zur Hüfte. Melanie kann nicht aus dem Bett. Weil sie alleinstehend ist, kümmert sich Mami um sie. Mehrmals am Tag fährt sie zu ihr."
Wie das Gabys Mutter nur schafft?, dachte Tarzan. Sie führt das Geschäft, macht den Haushalt, versorgt die Familie und jetzt auch die Freundin. 80 Stunden Arbeit in der Woche reichen dazu nicht aus. Trotzdem ist Frau Glockner immer gut gelaunt. Nein, nicht trotzdem - sondern deshalb. Das ist der Knackpunkt, den die Affenfaulen nicht checken (begreifen).
Sie radelten los. Der frühe Nachmittag füllte die Innenstadt mit Menschen und Fahrzeugen. Alle schienen es eilig zu haben - besonders die mit den heißen Feuerstühlen. Auf den Radwegen war kein Durchkommen. Entweder parkten dort Autos oder Rollschuhfahrer übten ausdauernd.
Tarzan hatte seine Urkunde zweimal gefaltet und in der Blousontasche verstaut. Karl transportierte die Ehrung auf gleiche Weise.

Autorenportrait:

Stefan Wolf, alias Ralf Kalmuczak, 1938 in Nordhausen geboren, studierte Germanistik, bevor er sich ganz aufs Schreiben verlegte. Der passionierte Autor arbeitete u.a. für den »Stern«, und verfasste mehr als 2.700 Kurzkrimis, viele Drehbücher, Taschenbuchkrimis und Jugendromane. Er verstarb 2007 im Alter von 68 Jahren.

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