Alex Dengler, Deutschlands führender Buchkritiker, denglers-buchkritik.de: Dieter schreibt die Bohlenfakten, sprich er schreibt Klartext. Ohne Fleiß auch kein Dieter. Jeder kann ein Bohlen werden, er muss nur an sich glauben und hart arbeiten. Das sag ich auch, daher spricht Dieter mir aus der Seele. Etwas Glück muss man natürlich auch habe, wie der Dieter. "Der Bohlenweg" ist Motivations- und Bohleninsiderbuch in einem. Er teilt mächtig aus, nimmt sich aber auch selbst immer wieder auf die Schippe. Ein echtes Bohlendings, zum Streiten gut.
»Nur wer ein klares Ziel hat, kann ankommen.« - Die Erfolgsgeheimnisse des Megastars
Dieter Bohlen spaltet die Nation. Die einen lieben ihn, die anderen hassen ihn, aber alle kennen ihn. Seit mehr als zwanzig Jahren schreibt er Pop-Geschichte und ist mit fünfhundert Goldenen und fünfzig Platin-Schallplatten der erfolgreichste deutsche Pop-Produzent aller Zeiten. Seine Skandal-Autobiografie »Nichts als die Wahrheit« war einer der größten deutschen Bucherfolge der letzten Jahrzehnte. Jetzt gibt der Medien-Star das Geheimnis seines Erfolges preis.
Wie landet man mit einer mittelmäßigen Stimme fünfzehn Mal an der Spitze der deutschen Charts? Wie erreicht man einen Bekanntheitsgrad von hundert Prozent? Wie nutzt man Medienschelte und avanciert en passant zur Kultfigur? Dieter Bohlen ist ein Phänomen. Während andere in Dschungelcamps nach Beachtung gieren, können die Zuschauer von ihm nicht genug bekommen. Ist Bohlen auf dem Schirm, stimmen die Einschaltquoten. Was steckt hinter diesem unglaublichen Erfolg? Neben einer guten Portion Selbstvertrauen sicher viel Hartnäckigkeit, Ausdauer und Fleiß. Dass es damit jedoch nicht getan ist, liegt auf der Hand. Um sich Jahrzehnte an der Spitze zu halten, bedarf es schon ein wenig mehr. Dieter Bohlen zeigt, wie es geht. Er ist unverwechselbar, authentisch und zupackend - genau wie sein Buch: Voller Ironie und doch auf den Punkt genau lässt Dieter Bohlen uns an seinem Erfolg teilhaben.
Intro oder
Warum die Welt noch ein Bohlen-Buch braucht
Kulturwächter, Jugendschützer und Medienbeauftragte haben wieder eine Daseinsberechtigung. Die Titanendämmerung!!! Er hat es wieder getan. Es gibt das neue BOHLENBUCH! Yes! Ich weiß, ihr habt darauf gewartet und reibt euch die Hände. Um das Händereiben noch effektiver zu gestalten, ein Feuer in euren Handflächen glühen und kleine gelbe Rauchwolken gen Himmel steigen zu lassen, habe ich das Buch selbst geschrieben. Alle mal aufgepasst: Jetzt gibt es etwas zum Staunen. Ja, er kann schreiben. Der Poptitan kann Worte aneinanderreihen.
Schon fühle ich den Neid der Kulturschaffenden, die eine stille Angst beschleicht. Was machen wir, wenn das schon wieder ein Erfolg wird? Aber was nützt einem der Erfolg, wenn ihn einem keiner neidet? Neid ist für mich eine der schönsten Formen der Anerkennung. Denn nichts, wirklich nichts, ist erfolgreicher als Erfolg! Basta.
Scheiß auf das warme Kulturkissen, das vollgepupst unter dem breiten Hintern liegt, wenn das eigene Buch nicht gelaufen ist, so nach dem Motto: Die drei, die es geschenkt bekommen haben, fanden es gut. Das interessiert mich einen Scheiß. Ich will Erfolg! Ich weiß, dass das eine hochexplosive Aussage ist, aber für mich ist Erfolg das Maß aller Dinge. ERFOLG IST GEIL. Ende der Durchsage.
Viele wollen Erfolg, die meisten wissen eben nur nicht, wie sie es anstellen sollen. Deshalb habe ich mir auch hier einen abgeschrieben. Ich meine: Ihr alle braucht mein Buch. Warum? Die einen, weil ihr Körper dann endlich mal wieder ein bisschen Adrenalin ausschüttet, die anderen, weil sie vom Erfolg träumen. Für mich gilt: Mal gewinne ich, mal verlieren die anderen. Am Ende war es bisher immer ich, der sich eins ins Fäustchen gelacht hat. Warum? Weil ich weiß, was ich mache, und weil ich ein verdammt erfolgreiches Kerlchen bin. Erfolg macht Spaß! Lasst euch nichts anderes einreden, denn wie sprach der Poptitan: Hast du Erfolg, hast du Geld, hast du Geld, hast du Autos, hast du Autos, hast du Frauen...
Mehr als zwei Biografien kann kein Mensch schreiben, also auch kein Poptitan. Deshalb habe ich mich entschlossen, einen etwas anderen Ratgeber zu verfassen. Die Leute fragen mich andauernd, was sie wie, wo und wann machen sollen, können und dürfen, um Erfolg zu haben oder gewisse Ziele zu erreichen. Hier mein Vorschlag.
Das Leben ist kein Ponyhof, es ist eine Baustelle. Es geht um Leistung, und wer etwas anderes erzählt, der lügt. Auch wenn ich dieses Zitat meiner Oma jetzt zum fünfhundertachtundneunzigsten Mal wiederhole, es bewahrheitet sich immer wieder: Der liebe Gott hat vor den Erfolg den Schweiß gesetzt.
Aber keine Angst, ein paar nette Geschichten gibt's trotzdem. Und eins ist absolut sicher: Die Welt braucht dieses Buch wie der kleine Dieter seinen Piepmatz.
Euer Dieter
Der Überfall oder Zwei Vollpfosten wollen mir an den Kragen
Selbst der härteste Winter hat Angst vor dem Frühling. Mein Frühling hieß immer Raubüberfall. Und um mit etwas Neuem zu beginnen, sollte man die Dinge, die einem so im Kopf herumspuken, vorher abschließen. Das ist dann so, als würde man baden und sich danach frisch gewaschene Sachen anziehen. Man fühlt sich dann einfach freier. Bei mir im Kopf kreiselt immer noch eine Sache, die ich loswerden will, bevor ich euch den Weg zum Erfolg verrate. Ich brauche das, um mich dann voll aufs Thema zu stürzen. Mit den wichtigen Dingen kann man erst anfangen, wenn man völlig frei ist in der Birne. Wenn ihr ständig abgelenkt seid und euch fragt, wo eure Lebensgefährtin gerade ist, warum der Nachbar das geilere Auto hat oder ob es wirklich stimmt, dass euer Kollege so einen Riesenschwanz hat oder eure Freundin die tollere Handtasche, dann wird das nix. Eure Rübe muss frei sein, ihr dürft nicht abgelenkt sein, ihr müsst in euch ruhen. Also, jetzt erst mal ein wenig Abstand ...
Bruch!!! Schepper!!! »Häh?« Dumpfe Geräusche schrecken mich aus dem Schlaf. Was ist meiner Putzfee denn jetzt schon wieder aus der Hand gefallen? »Verflucht!« Es ist 8.27 Uhr - aaacht Uhr und siiieeebenundzwanzig, und mein Schönheitsschlaf hat erst vor vier Stunden begonnen, verdammt und zugenäht. Carina und ich hatten nach einem megastressigen Wochenende beschlossen, das Wochenende auf den Montag zu verschieben. Wir wollten uns einfach mal nur ausruhen. In Ruhe frühstücken und einen schönen schlampigen Tag verbringen. So mit Kuschi-Kuschi, Wuschi-Wuschi und frisch gepresstem Orangensaft. Unrasiert, bisschen stinkig und gemütlich und zur absoluten Krönung eine frisch gedruckte Bild. Eben alles, was normale Leute so brauchen. Und jetzt so eine Scheiße! Irgendetwas ist wieder kaputtgegangen.
Nun muss ich wieder meine blöde Hausratversicherung anrufen und denen alles detailliert erklären. Und dann der absolute Horror: Vierundzwanzig Bögen mit dreiundzwanzig Kreisen, wo man dann vorne ankreuzen muss, was hinten steht, mit einer schönen Skizze, wie die Vase von rechts oben in einem doppelt angehockten Salchow mit gestreckter Bodennockenwelle auf meinen kostbaren italienischen Marmor gekracht ist. Nach einem Zeitaufwand von gefühlten drei Jahrzehnten würde einen dann der liebe Mann von der Versicherung fragen: »Und, lieber Herr Bohlen, Sie haben doch sicher noch die Quittung von der Anschaffung der Vase und können beweisen ...«, und sowieso und hintenherum und vorne durch.
NEIN, habe ich nicht, du Versicherungsverdreher, habe ich nicht. Ich hebe doch keine Rechnung von einer Scheißvase von vor sechzehn Jahren auf. Bin ich Jonny, der Chef der Belegesammler, wächst mir Gras aus den Ohren oder habe ich eine Briefmarkensammlung? Habe ich vielleicht noch etwas Besseres zu tun, als so bekloppte Belege in Klarsichtfolien zu packen? Ich habe keine Rechnung von der Vase, ach, leckt mich doch, zahle ich eben die neue Vase selbst. Wozu sind eigentlich Versicherungen da, und was ist das eigentlich für ein beschissener Wochenanfang, und warum ist meine Morgenlatte auch nicht mehr das, was sie früher mal war? Und eigentlich könnte doch auch Carina putzen, dann wäre diese Scheiße nicht passiert, und Scheiße noch eins. Okay, ich schmeiße jetzt mal fünf Euro in die Kasse für verbalen Fäkalaufschlag.
Der Montag ist damit gelaufen, die Woche sowieso, und eigentlich ist das ganze Leben scheiße, nur weil diese ungeschickte Putztante meine Scheißvase hat herunterfallen lassen. Mensch, ich bin auf hundertachtzig, aber plus Zusatzzahl und überhaupt. Leck mich doch am Arsch, ich finde Vasen sowieso Kacke. Okay, ich neige manchmal ein klitzekleines bisschen zu Überreaktionen.
Aber dann kam mir die Poptitanenerleuchtung. Keine Vase heißt, dass man auch keine Blumen kaufen muss. Eigentlich gar nicht so schlecht, keine Vase, keine Blumen, macht summa summarum eine glatte Ersparnis. Zuzüglich der Zeit, die ich spare, keine Blumen mehr zu kaufen. Ey, vielleicht doch alles gar nicht so schlecht???
Aber halt mal, trotzdem ist das nicht in Ordnung von meiner Putzfee, mich morgens damit zu wecken, dass sie meine Einrichtung zerschreddert, für die ich so hart, geradezu im Angesicht des Todes - oder wie man DSDS auch bezeichnen mag -, gearbeitet habe. Also überlege ich mir schon mal, was ich meiner Staubwedelschwingerin um die Ohren wedeln werde. Ich werde ihr einen tollen Abschiedsbrief schreiben und mit den Worten enden: Du kehrst nie wieder! Auf jeden Fall nicht für den leibhaftigen Poptitanen. Sie würde weinen bis ans Ende ihrer nutzlosen Tage. Denn ein Leben ohne Poptitan ist natürlich schon wie Ferrari ohne Reifen, wie Bockwurst ohne Senf, wie Bild ohne Bilder. Scheiße eben. Aber wie immer im Leben, jedenfalls bei mir, kommt alles ganz anders. Ich ziehe mir meine Schlappen an, greife mir das nächstbeste T-Shirt - das mit den Schokoladenflecken von der Schokolade zum Einschlafen - und die Hose von gestern und wackele noch im Halbschlaf hinunter, meiner über alles geliebten Küche entgegen. Ich stehe total auf Küchen. Ich frage mich immer, warum man in Häuser nicht nur Küchen einbaut.