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Die Vampire

von Frank Böhmert, Kim Newman, Thomas Mohr (Buch)

  • ISBN:3-453-53296-1
  • EAN:9783453532960
  • Veröffentlichungsdatum:September 2011
  • Gewicht in g:949
  • Reihe:Heyne-Bücher Allgemeine Reihe
  • Seiten:1280
  • Stilrichtung:Roman

Beschreibung:

Das große Epos über die legendären Blutsauger Vergesst, was immer ihr über Dracula und seine düstere Sippschaft zu wissen glaubt ? dies ist die wahre Geschichte! Eine Geschichte, die damit beginnt, dass der Vampirjäger Abraham Van Helsing versagt: Es gelingt ihm nicht, Graf Dracula in Transsylvanien zu töten. Was verheerende Folgen hat: Der Fürst der Vampire wird zum Prinzgemahl Queen Victorias und versetzt mit seinen blutsaugenden Gesellen das London der Jahrhundertwende in Angst und Schrecken. Und das ist, wie gesagt, erst der Beginn der Geschichte ... Mit ?Die Vampire? legt der britische Starautor Kim Newman ein Buch vor, das seinesgleichen sucht: Die Geschichte des 20. Jahrhunderts aus Sicht der berühmtesten Horrorgeschöpfe aller Zeiten. "Ein Höhepunkt in der Geschichte der Horrorliteratur. Newman hat etwas ganz und gar Eigenes geschaffen." Publishers Weekly "Origineller kann man Draculas Geschichte kaum erzählen - Kim Newman ist ein mehr als würdiger Nachfolger von Bram Stoker." New Statesman

Kurzbeschreibung:

Das große Epos über die legendären Blutsauger


Vergesst, was immer ihr über Dracula und seine düstere Sippschaft zu wissen glaubt - dies ist die wahre Geschichte! Eine Geschichte, die damit beginnt, dass der Vampirjäger Abraham Van Helsing versagt: Es gelingt ihm nicht, Graf Dracula in Transsylvanien zu töten. Was verheerende Folgen hat: Der Fürst der Vampire wird zum Prinzgemahl Queen Victorias und versetzt mit seinen blutsaugenden Gesellen das London der Jahrhundertwende in Angst und Schrecken. Und das ist, wie gesagt, erst der Beginn der Geschichte ...


Mit "Die Vampire" legt der britische Starautor Kim Newman ein Buch vor, das seinesgleichen sucht: Die Geschichte des 20. Jahrhunderts aus Sicht der berühmtesten Horrorgeschöpfe aller Zeiten.



Rezension:

"Die Geschichte des Vampirismus muss umgeschrieben werden!" Daily Telegraph

Leseprobe:

»Wir Szekler dürfen zu Recht stolz sein, denn in unseren Adern strömt das Blut einer Vielzahl tapferer Geschlechter, die wahre Löwenkämpfe um die Herrschaft ausfochten. Hier, in den Strudel europäischer Völker, brachte der Stamm der Ugrier von Island her den Kampfgeist, den Thor und Wodan ihm eingepflanzt hatten. Mit ungeheurer Grausamkeit überschwemmten diese Berserker die Gestade Europas, ja die Asiens und Afrikas dazu, so dass die Leute glaubten, ein Heer von leibhaftigen Werwölfen sei über sie hereingebrochen. Hier auch trafen sie bei ihrer Ankunft auf die Hunnen, deren wilde Streitlust einer lodernden Flamme gleich über die Erde hinweggefegt war, bis die sterbenden Völker wähnten, in ihren Adern fließe das Blut der alten Hexen, die, aus dem Land der Skythen vertrieben, sich dereinst in der Wüste mit den Teufeln paarten. Narren, Narren! Welcher Teufel, welche Hexe war so groß wie Attila, dessen Blut in unseren Adern kreist? Wen mochte es schon wundern, dass wir ein Geschlecht von Eroberern waren, voller Stolz, die Magyaren, die Lombarden, die Awaren, die Bulgaren und die Türken, die zu Tausenden über unsere Grenzen strömten, in die Flucht getrieben zu haben! Und wen mochte es wundern, dass Arpad hier an der Grenze auf uns stieß, als er mit seinen Legionen durch das Vaterland der Ungarn zog! Und als die Ungarnflut schließlich nach Osten hin verebbte, erkannten die siegreichen Magyaren die Szekler als Blutsverwandte an, und man übertrug uns auf Jahrhunderte hinaus die Aufgabe, die Grenze zum Türkenlande zu bewachen, ja mehr noch, bestallte uns mit endlosem Wachdienst an der Grenze, denn wie der Türke sagt:>Das Wasser schläft, der Feind jedoch schläft nie.

Graf Dracula
»Seit sie in meine Hände gelangten, habe ich alle Papiere, die sich mit diesem Monstrum befassen, ein über das andere Mal studiert; und je länger ich sie studierte, desto dringender scheint mir die Notwendigkeit, es vollends zu vernichten. Auf jeder Seite finden sich Spuren seines Fortkommens, nicht nur seiner Macht, sondern seines Wissens um dieselbe. Wie ich, dank der Nachsuchungen meines Freundes Arminius aus Budapest, in Erfahrung bringen konnte, war Dracula zu Lebzeiten ein überaus bewunderungswürdiger Mensch. Soldat, Staatsmann, Alchimist - womit er sich damals auf dem Gipfel wissenschaftlicher Erkenntnis befand. Er verfügte über einen gewaltigen Verstand, eine unvergleichliche Gelehrsamkeit sowie ein Herz, das weder Furcht noch Reue kannte. Nicht einmal vor der Scholomantik schreckte er zurück, und keinen Zweig der Wissenschaft gab es, auf dem er sich nicht versuchte. Nun, in ihm haben die Kräfte des Gehirns den physischen Tod überdauert; wenngleich es scheint, als ob das Gedächtnis nicht ganz lückenlos erhalten sei. In mancherlei Hinsicht war und ist er kaum
mehr als ein Kind; doch ist er im Wachsen begriffen, und gewisse Dinge, die zunächst noch kindlich schienen, sind nun zu Mannesgröße herangereift. Er macht seine Erfahrungen, und er weiß sie zu benutzen; und hätten wir nicht seine Pfade gekreuzt, so würde er - und wird es gar, wenn wir denn scheitern - zum Vater und Förderer einer neuen Spezies von Wesen, deren Weg sie, statt durchs Leben, durch den Tod führt.«
Dr. Abraham Van Helsing




Im Nebel
Dr. Sewards Tagebuch (auf einem Phonographen festgehalten)


17. SEPTEMBER
Die Entbindung der vergangenen Nacht ging leichter als die anderen. Viel leichter als die der vergangenen Woche. Mit ein wenig mehr Übung und Geduld geht womöglich alles leichter. Wenn auch niemals leicht. Niemals ... leicht.
Pardon: Es fällt schwer, in geordneten Bahnen zu denken, und dieser staunenswerte Apparat ist unversöhnlich. Weder kann ich gar zu voreilig gesetzte Worte mit Tinte ausstreichen noch eine missratene Seite aus der Heftung reißen. Die Walze dreht sich, die Nadel graviert, und mein weitschweifiger Monolog ist auf alle Zeit unbarmherzig in Wachs eingegraben. Staunenswerte Apparate sind, wie Wunderheilmittel, mit unvorhersehbaren Nebenwirkungen behaftet. Womöglich werden im zwanzigsten Jahrhundert neuartige Verfahren, die Gedanken der Menschen festzuhalten, zu einer Lawine unnützen Geredes führen. Brevisesse laboro, wie es schon bei Horaz so treffend heißt. Ich weiß, wie eine Krankengeschichte vorgetragen werden muss. All dies wird für die Nachwelt von Interesse sein. Einstweilen arbeite ich jedoch in camera und verwahre die mir verbliebenen Walzen mit den Aufzeichnungen meiner früheren Berichte an einem geheimen Ort. Wie die Dinge stehen, liefe ich Gefahr an Leib und Leben, würden diese Journale der Öffentlichkeit zu Gehör gebracht. Eines Tages aber hoffe ich meine Motive und Methoden vor aller Welt bekanntgemacht zu sehen. Nun denn.
Subjekt: weiblich, dem Anschein nach über die zwanzig. Noch nicht sehr lange tot, würde ich meinen. Beruf: unverkennbar. Ort: Chicksand Street. Ecke Brick Lane, der Flower & Dean Street gegenüber. Zeit: kurz nach fünf Uhr ante meridiem.
Ich war gut eine Stunde im Nebel, dick wie saure Milch, umhergewandert. Der Nebel ist meinen nächtlichen Geschäften in höchstem Maße förderlich. Je weniger man sieht von dem, wozu die Stadt in diesem Jahr verkommen ist, desto besser. Wie so viele habe ich mir die Gewohnheit zu eigen gemacht, tags zu schlafen und nachts zu arbeiten. Meist falle ich in einen leichten Dämmer; es scheint Jahre her, dass ich zuletzt die Wonnen wirklichen Schlafes genossen habe. Dunkle Stunden sind zu wachen Stunden geworden. Aber das war hier in Whitechapel eigentlich nie anders.
In der Chicksand Street hängt eine jener verfluchten blauen Gedenktafeln, an Nummer 197, einem der Schlupfwinkel des Grafen. Dort standen sechs Kisten voller Erde, denen er und Van Helsing solch abergläubische und, wie es sich ergab, unberechtigte Bedeutung beimaßen.

Autorenportrait:

Kim Newman wurde 1959 in London geboren und wuchs in Somerset auf. Mit seiner furiosen Neuerzählung der Vampir-Saga hat er sich internationalen Ruhm erworben. Newman lebt als freier Schriftsteller und Journalist in London.

15,00* EUR