Beschreibung:
Du bist die Mutter ? und ich werde dich töten! Suzanne ist der ?Engel der Suchenden?. Ihre Lebensaufgabe: Adoptivkinder mit ihren leiblichen Müttern zusammenzuführen. Ihre schwerste Suche: ihr eigener Sohn. Jetzt aber macht ein wahnsinniger Serienmörder Jagd auf Mütter, die ihre Kinder zur Adoption freigegeben haben. Und er benutzt skrupellos Suzanne und die Daten, die sie bei ihrer Arbeit gesammelt hat, um diese aufzuspüren. Suzanne weiß, dass es nur einen Weg gibt, das grausame Morden zu stoppen: indem sie selbst freiwillig in seine Todesfalle geht ... Psychokiller ? Psychothriller! ?Der Fallensteller? ist ein Höllentrip in die menschlichen Abgründe. "Der neue Meister des abgründigen Psychothrillers schlägt wieder zu. ′Der Fallensteller′ lässt nichts aus, um den Leser so richtig zu schocken und leiden zu lassen!" Bild am Sonntag "Der neue Hannibal Lecter". Lausitzer Rundschau "Literatur-Nahrung für jeden, der sein Steak gern blutig hat." Der Patriot, Lippstadt
Kurzbeschreibung:
Du bist die Mutter - und ich werde dich töten!
Suzanne ist der "Engel der Suchenden". Ihre Lebensaufgabe: Adoptivkinder mit ihren leiblichen Müttern zusammenzuführen. Ihre schwerste Suche: ihr eigener Sohn. Jetzt aber macht ein wahnsinniger Serienmörder Jagd auf Mütter, die ihre Kinder zur Adoption freigegeben haben. Und er benutzt skrupellos Suzanne und die Daten, die sie bei ihrer Arbeit gesammelt hat, um diese aufzuspüren. Suzanne weiß, dass es nur einen Weg gibt, das grausame Morden zu stoppen: indem sie selbst freiwillig in seine Todesfalle geht ...
Psychokiller - Psychothriller! "Der Fallensteller" ist ein Höllentrip in die menschlichen Abgründe.
Leseprobe:
Paul Simons Lied geht mir im Kopf herum. Das über die Wiedervereinigung von Mutter und Kind. Das ist nichts Neues. Ich könnte es wahrscheinlich im Schlaf singen. Ich habe es vermutlich schon im Schlaf gesungen.
Es ist ein wunderschöner Tag. Sie haben Regen vorhergesagt, aber am Himmel ist kein Wölkchen zu sehen. Bald wird es jede Menge regnen. Es ist bereits Oktober. Ich habe Katie im August aufgespürt, aber es hat eine Weile gedauert, bis ich alles vorbereitet hatte. Als ich das erste Mal hierherkam, waren die Rasenflächen und Bäume noch grün. Nun liegen Blätter so groß wie meine Handteller überall auf dem Gehsteig.
Sie wohnt in einer hübschen Straße. Wie aus einem Film von Frank Capra. Linker Hand verläuft tatsächlich ein weißer Lattenzaun. Es ist nicht ihrer, aber er ist trotzdem nett, und ich kann nicht anders, als mit den Fingern darüberzustreichen.
In mancher Hinsicht habe ich das Gefühl, Katie Wilkins bereits zu kennen. Ich habe sie aus der Ferne gesehen und sogar mit einem Teleobjektiv fotografiert. Ich bin ein Meister, was heimliche Aufnahmen betrifft. Und sie ist ein großartiges Motiv, wirklich süß. Alles an ihr ist süß: das Haar, die Figur, die Kleidung. Man versteht leicht, wie diese Katie als Teenager »in Schwierigkeiten geraten« konnte. Warum sie es immer noch könnte.
Ich habe meine Hausaufgaben in Bezug auf sie gemacht. Sie ist Single, keine Kinder, lebt allein. Es ist besser so, für sie und für mich. Es wird keinen Ehemann geben, dem die
Augen aus dem Kopf fallen, keine Kinder, die einen Haufen dumme Fragen stellen.
Als ich das Haus erblicke, an dem ich schon neunmal vorbeigefahren bin, kann ich mich nur mühsam beherrschen, nicht loszurennen und an die Tür zu klopfen. Das macht die Vorfreude. Sie baut sich auf und baut sich auf, bis sie herausplatzen muss.
Aber ich werde mich nicht auffällig benehmen. Das Viertel ist zu ruhig. Ich bin drei Blocks von meinem Auto bis hierher zu Fuß gegangen und habe kaum jemanden gesehen. Kein einziges Kind. Sie hat sich natürlich nicht mit etwas umgeben, was sie nie haben wollte.
Ich kann nicht umhin, mich zu fragen, ob sie sich selbst sehen wird, wenn sie mich sieht. Die gleiche Nase vielleicht? Der Mund, die Augen? Ihr eigenes Abbild in meinen Zügen? Es ist nicht ungewöhnlich, dass leibliche Mütter solche Dinge sofort bemerken.
Drei Stufen, dann bin ich oben auf der Veranda. Die Türglocke klingt unfreundlich, schrill, als könnte sie sich nicht entscheiden, ob sie eine Glocke oder ein Summer sein will.
Sie öffnet die Tür. Das ist der Moment, auf den ich gewartet habe.
»Hallo, Mom.« Ich lasse die beiden Worte im Raum stehen, während tausend Fragen ihre Stirn furchen. Dann, als ihre Lippen zu beben beginnen und die Stille zu zerschneiden drohen, sage ich: »Ich bin dein Sohn.«
»Ich habe keinen Sohn.«
Dieses Leugnen lässt sie hässlich aussehen. Ein besserer Mann, ein weniger verbitterter, wäre nun vielleicht am Boden zerstört. Aber ich habe diese Begegnung immer wieder durchgespielt, und ich werde mich nicht verleugnen lassen.
Ich zwinge mich zu einem Lächeln, und die Worte kommen mir leichter über die Lippen, als ich es mir jemals vorstellen konnte.
»Doch, du hast einen. Du hast mich vor zweiunddreißig Jahren im St. Vincent's Hospital in Cincinnati bekommen.«
Sie klappt schier zusammen und fasst sich mit den Händen an den Leib. Es ist, als würde die Erinnerung an die Wehen sie zerreißen. Sie weiß, sie kann sich nicht mehr herauslügen. Ich kenne die Einzelheiten. Sie mag ihre Liebhaber belogen haben, den Ehemann, den sie drei Jahre lang hatte, aber sie kann mich nicht belügen.
»Ich weiß, es ist ein Schock, aber ich musste dich einfach sehen. Ich musste es. Es gibt nichts, wofür du dich zu schämen hättest, und ich habe niemandem etwas über dich erzählt. Wenn du willst, gehe ich und komme nie wieder. Du brauchst mich nie mehr zu sehen.«
Sie schüttelt den Kopf, schon etwas weniger verunsichert.
»Nein. Komm nur herein.«
Sie schließt die Tür hinter sich und hebt eine Hand, so flatterhaft wie der Ton einer Flöte. Ich brauche einen Moment, bis ich begreife, dass sie zu einem Sofa deutet, auf dem ich Platz nehmen soll. Aber ich will nicht Platz nehmen. Sie ist diejenige, die sich setzt und ihre Hose mit den Handflächen plättet, als würde sie die Erinnerung an einen Rock glatt streichen.
»Ich wusste, das würde eines Tages passieren. Wie hast du mich gefunden?«
»Ich bin meinem Herzen gefolgt«, sage ich, »und es hat mich hierhergeführt.«
Sie beginnt zu weinen. Ich höre das Wort Leid, dann: »Es tut mir so leid.« Sie sagt noch etwas anderes, aber ich kann es nicht verstehen.
Ich nutze den Zusammenbruch, lege die Arme um sie und ziehe sie auf die Füße. Sie schmiegt sich in eine vermeintliche Umarmung, Trost suchend. Ich mache ihr ein paar Sekunden lang die Freude, ehe ich sie in den hinteren Teil des Hauses zu führen beginne.
Schon nach drei kurzen Schritten erstarrt sie.
»Was tust du?« Dieser Blick ist wieder da, derselbe, mit dem sie mich ansah, als sie ihre Mutterschaft zu leugnen versuchte.
»Ich führe dich nach hinten, damit du dich ein bisschen hinlegen kannst.«
»Aber ich will mich nicht hinlegen.« Ihre Augen werden schmal und huschen zur Eingangstür. Ich frage mich, ob sie versuchen wird zu fliehen.
»Natürlich willst du es. Das geht schon in Ordnung. Entspann dich ein bisschen.«
Ich greife in meine Jacke und zeige ihr das Messer. Ich lasse es sie aus der Nähe betrachten. Ich befehle ihr, kein Wort zu sagen und nicht einmal daran zu denken zu schreien. Oder zu fliehen. Die Klinge spricht ebenfalls. Bände. Sie hat die Form einer sich windenden Schlange. Wie ein Dolch aus Arabian Nights - Abenteuer aus 1001 Nacht. Die Form folgt wirklich der Funktion, vor allem in Dingen des Fleisches.
Ich ritze eine ihrer Gürtelschlaufen ein. In null Komma nichts ist sie entzwei, aus den Enden sprießen lose Fäden. Ich durchtrenne eine zweite. Ihre Augen sind jetzt sehr groß. Sie weicht an die Wand zurück. Jetzt kommt der beste Teil. Ich führe die Klinge vorn an ihrer Bluse hinab und lasse die Knöpfe abspringen wie reife Früchte. Sie fallen klappernd auf die Fliesen. Es klingt laut in meinen Ohren, aber ich wette, in ihren klingt es noch lauter.
Sie zittert. »Wer sind Sie?«
Ich schüttle den Kopf. »Du hast einmal versucht, mich zu verleugnen, Mom. Versuch es nicht noch mal. Es tut weh.«
Ich zeige mit dem Messer in den Flur. Sie drückt sich an der Wand entlang und traut sich nicht, die Augen abzuwenden. Das ist in Ordnung, mir gefällt der Blickkontakt, als ich sie an die Einzelheiten erinnere: »St. Vincent's, am 15. Mai, 10.20 Uhr. Achteinhalb Stunden Wehen.«
Sie beginnt zu schluchzen. Sie ist eine Sklavin ihrer Erinnerung. Sind wir das nicht alle?
Die erste Tür öffnet sich zu ihrem Schlafzimmer. Ich treibe sie hinein und befehle ihr, sich auszuziehen. Als sie sich weigern will, schlitze ich ihre Hose vorn auf. Ich kann ihre weiße Unterhose sehen, weiß wie ihre Haut, die verschwiegene Haut, die ihren Mutterleib verbirgt. Dann sehe ich einen kleinen Tropfen Blut. Ich habe sie geritzt.
Autorenportrait:
Mark Nykanen arbeitete viele Jahre als Enthüllungsjournalist. Für seine Arbeit u.a. als NBC-Reporter erhielt er vier Emmys. Er arbeitete an Stories über Tonya Harding, O.J. Simpson und andere und schrieb Beiträge für Melissa Etheridge's Show ‚Beyond Chanc