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Die letzte Wahrheit

von Katharina Volk, Dawn Cook (Buch)

  • ISBN:3-442-26579-7
  • EAN:9783442265794
  • Veröffentlichungsdatum:November 2008
  • Gewicht in g:411
  • Reihe:Blanvalet Taschenbücher
  • Seiten:480
  • Stilrichtung:Roman

Beschreibung:

Das Warten hat ein Ende: Alissa ist zurück! Vieles ist geschehen, seit Alissa zu jener sagenhaften Bergfestung kam, wo einst Drachen und mächtige Zauberer gelebt haben. Jetzt hat sie plötzlich Träume von den verschollenen Drachen ? und muss erkennen, dass diese Träume wahr sind. Und so macht Alissa sich auf den gefährlichen Weg zu jener fernen Insel, auf der die Drachen nun leben. Doch dort wartet bereits die stolze Meisterin Kerybdis auf Alissa. Und der Versuch dieses ehrgeizigen Drachen, die junge Frau unter ihre Kontrolle zu bringen, könnte Alissa leicht das Leben kosten ? "Was für eine großartige Geschichte!" Patricia Briggs "Einfach unvergesslich!" Deborah Chester "′Die letzte Wahrheit′ bringt die Geschichte Alissas zu einem höchst befriedigenden Abschluss." Michael M. Jones, sfsite.com

Kurzbeschreibung:

Das Warten hat ein Ende: Alissa ist zurück!


Vieles ist geschehen, seit Alissa zu jener sagenhaften Bergfestung kam, wo einst Drachen und mächtige Zauberer gelebt haben. Jetzt hat sie plötzlich Träume von den verschollenen Drachen - und muss erkennen, dass diese Träume wahr sind. Und so macht Alissa sich auf den gefährlichen Weg zu jener fernen Insel, auf der die Drachen nun leben. Doch dort wartet bereits die stolze Meisterin Kerybdis auf Alissa. Und der Versuch dieses ehrgeizigen Drachen, die junge Frau unter ihre Kontrolle zu bringen, könnte Alissa leicht das Leben kosten ...



Rezension:

"Was für eine großartige Geschichte!" Patricia Briggs

Leseprobe:

Das halbe Dutzend Hühnereier in ihren lächerlich langen, klauenartigen Fingern drohte abzurutschen. Alissa hielt sie dicht an ihre Brust, denn sie würde sie niemals auffangen können, ehe sie auf dem Boden aufschlugen, nicht einmal aus dieser Höhe. Sie warf einen raschen Blick nach unten. Die höchsten Felsspitzen der Berge glitten lautlos unter ihr hinweg, grau im Licht des frühen Morgens. Mit der Sonne stieg auch der Nebel auf und erschuf ein Flickenmuster unter ihr - tiefer gelegene Landschaften blitzten unter flachen weißen Wolken hervor, und hohe Berggipfel ragten darüber scharf in die klare Luft auf.
Die feuchte Luft schien ein wenig an ihr zu kleben, die Brise zupfte im Flug an ihr, und Alissa spürte, wie sich ihre Nickhaut, das zweite Augenlid, gegen den Wind schloss. Es war Frühling, und sie war rastlos. So gut hatte sie sich die ganze Woche lang nicht gefühlt - sie flog gen Westen, und die aufgehende Sonne ließ den Schatten ihrer fledermausartigen Flügel über den Boden gleiten, wo er hier und da Wild oder Ziegen in Panik versetzte.
Heute Morgen, bevor die Sterne erloschen waren, war sie über die Berge zum verlassenen Hof ihrer Mutter im Vorgebirge geflogen, unter dem Vorwand, die Eier der verbliebenen Hühner sammeln zu wollen. In Wahrheit wollte sie nachsehen, ob der Schnee geschmolzen war und die Pässe offen. Das waren sie, zu Alissas größter Freude. Jetzt konnte sie Nutzlos vielleicht überreden, sie losziehen und nach ihrer Mutter suchen zu lassen.
Nutzlos - oder Talo-Toecan, wie alle anderen ihn richtigerweise nannten - hatte in seiner verschlagenen Klugheit entschieden, dass Alissa, da sie im Hochland aufgewachsen war, sich auch in allen Fragen der Hochzeit an die Traditionen des Hochlands zu halten habe. Ihre Mutter musste einem Mann, der um Alissa warb, ihre Gunst zeigen, ehe sie ihn heiraten durfte. Doch ihre Mutter war in ihre Wüstenheimat im Tiefland zurückgekehrt und hatte nur eine von Tränen verschmierte Nachricht auf dem Kaminsims zurückgelassen.
Alissa wusste, dass Nutzlos sich keinen Deut um die Traditionen des Hochlands scherte. Er nutzte lediglich die Situation aus, um Strell und Lodesh auf Abstand zu halten, in der Hoffnung, dass Alissa das Interesse an ihnen verlieren und ihre Aufmerksamkeit einem Partner zuwenden würde, der ihrem neuen Stand als Meisterin angemessener war. Nutzlos' Winkelzüge führten jedoch nur dazu, dass Alissa umso wilder entschlossen war, einen von den beiden zu heiraten. Es blieb jedoch die Frage, welchen.
Langsam glitt sie in den morgendlichen Aufwinden auf die Feste zu. Die Energie der emporsteigenden Luftströmungen zeichnete aufwallende Wolken dunkleren Blaus vor den makellosen Himmel, die sie mit ihren Raku-Augen sehen konnte. Zu ihrer Rechten verströmte eine steile Felswand einen stetigen Strom violetter, wirbelnder Hitze. Alissas Magen zog sich zusammen, als sie sich unwillkürlich darauf zu neigte.
»Möchtest du noch einmal versuchen, darin aufzusteigen?«, drang ein Gedanke in ihren Geist, der ihr eigener war und doch wieder nicht. Das war Bestie, und Alissa verzog das Gesicht.
»Nein«, antwortete Alissa gedehnt in ihren Gedanken, und es war ihr peinlich, dass Bestie auch nur danach fragte. »Mach du das.«
»Du musst fliegen lernen«, mahnte ihr Alter Ego.
»Und du musst lernen, in deinem eigenen Beet zu jäten.«
Bestie gab die Kontrolle über ihren gemächlichen Gleitflug einfach ab. Alissa sah sich plötzlich allein für ihre Fortbewegung verantwortlich und geriet in Panik. Ihr Flug stockte. Einen Herzschlag lang hingen sie fast reglos in der Luft. Sie schlug verzweifelt mit den Schwingen, und sie stürzten ab.
Mit einem schnaubenden Lachen übernahm Bestie wieder die Kontrolle und fing ihren Sturz in einem eleganten Bogen ab.
Alissas Schwanzspitze streifte den Wipfel einer taufeuchten Tanne. »Zu Asche sollst du verbrannt sein!«, rief sie in ihren geteilten Geist und hielt die Eier fest umklammert, während ihr rasender Herzschlag sich allmählich beruhigte. »Lass das!«
Bestie wandte sich ihr in Gedanken zu und vermittelte ihr den Eindruck eines selbstgefälligen Lächelns.
Alissa blickte unter sich und erschauerte. Sie wusste aus Erfahrung, wie hart der Boden war, wenn man bei dieser Geschwindigkeit darauf niederkrachte. »Ich war den ganzen Winter über auf der Feste eingesperrt«, dachte sie und ließ Bestie eine Spur ihrer Traurigkeit spüren. »Nun, da die Pässe wieder offen sind, will ich nach meiner Mutter suchen.«
»Du willst weit fort«, sagte Bestie unvermittelt. »Ich fliege gern. Der Himmel ist klar. Also los.«
Nervös verlagerte Alissa die Eier. Sie hatte nicht gewusst, dass ihr sehr reales - und manchmal ausgesprochen lästiges - zweites Bewusstsein genauso empfand. »Ich kann nicht«, entgegnete Alissa. »Nach dem Fiasko letzten Sommer im Tiefland hat Nutzlos gesagt, ich müsse zuerst ihre geistige Signatur finden. Meine Reichweite ist aber noch nicht so groß.«
»Das ist ein Vorwand«, erklärte Bestie knapp. »Ich glaube, nicht einmal er könnte einen Menschen unter Tausenden herausfinden. Nicht aus einer solchen Entfernung, einen halben Kontinent weit weg.«
Alissa nickte mit ihrem gewaltigen Kopf, und Bestie glich die leichte Gewichtsverlagerung mühelos aus. »Trotzdem kann ich nicht einfach davonfliegen.« Alissas Stimmung wurde weicher, zufriedener. »Strell und Lodesh könnten nicht mithalten.«
»Oh.« Besties Gedanken übermittelten einen Hauch Abscheu und Verwirrung. »Jetzt verstehe ich die Liebe. Sie hält dich am Boden, obwohl du fliegen möchtest.«
»Nein, Bestie«, beharrte Alissa. »Du verstehst überhaupt nichts.« Sie seufzte und hörte die ausgestoßene Luft mit einem primitiven, kehligen Knurren aus ihrem Rachen strömen. Obwohl sie so viele Nächte lang versucht hatte, es ihr zu erklären, war Bestie anscheinend einfach nicht in der Lage zu verstehen, was Alissa für Strell und Lodesh empfand. Natürlich konnte sie Nutzlos auch nicht um Hilfe bitten. Nur zwei Menschen wussten, dass Alissa das älteste Gesetz der Feste gebrochen und das bestialische, zweite Bewusstsein behalten hatte, das zutage tritt, wenn ein Meister lernt, seine Gestalt zu verwandeln. Wenn Nutzlos je dahinterkam, würde er die Sache erbarmungslos in Ordnung bringen und Bestie zerstören. Alissa würde auch ihren Teil abbekommen - und ihr Alter Ego für immer verlieren.
Eine plötzliche Anspannung in ihrem schlangengleichen Nacken, dort, wo er in ihre Schultern überging, schreckte sie aus ihren Gedanken. Irgendetwas stimmte nicht.
»Wir werden verfolgt«, sagte Bestie unbesorgt. »Connen-Neute hängt an uns dran, seit wir vom Boden aufgestiegen sind. Du hast ihn eben erst bemerkt?«
Verärgert bog Alissa den langen Hals und sah eine goldene Gestalt, so riesig wie ihre eigene, ein Tal hinter sich. Connen-Neute wusste von Bestie, akzeptierte Bestie und gab offen zu, dass er sich ein wenig vor Bestie fürchtete. Doch als junger Meister und Mitstudent war Connen-Neute der Einzige, den sie als ihresgleichen betrachten konnte. Als Alissa ihn entdeckte, spornte sie Bestie an, schneller zu fliegen. Sie hatte nichts dagegen, den Himmel mit Connen-Neute zu teilen, doch seine missmutigen Bewegungen verrieten ihr deutlich, dass Nutzlos ihm aufgetragen hatte, ihr zu folgen.
»Bein und Asche«, brummte sie in Gedanken. »Traut Nutzlos mir denn gar nicht?« Dann wich ihr Ärger einer kribbelnden Vorfreude. »Bestie«, fragte sie, »können wir ihn abschütteln?«
Bestie schnaubte verächtlich. »Steigen Aufwinde nach oben?« Dennoch wartete sie ab. Bestie bewegte sich nur nach ihrem Instinkt; Entscheidungen überließ sie Alissa.
Ihre Flügelspitzen zitterten erwartungsvoll. Alissa richtete ihre Gedanken so aus, dass Connen-Neute, ein Tal hinter ihnen, sie hören konnte. »Fang mich doch«, sagte sie laut im Geiste, aber mit einem freudigen Unterton, damit er wusste, dass sie nicht zornig war. »Wenn du kannst.«
Alissa schnappte nach Luft, als Bestie mit erschreckender Gier die Kontrolle übernahm und sie in einen steilen Senkflug neigte.

Autorenportrait:

Dawn Cook ist in einer kleinen Stadt in Michigan geboren und aufgewachsen. Nach ihrem »Bachelor of Science« hat sie die unterschiedlichsten Tätigkeiten ausgeübt - so hat sie sich beispielweise um die Aufzucht und Pflege steriler Korallenkolonien gekümmert

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