Filz ? Klüngel ? Die Hamburger Kommissarin Anna Greve ermittelt Der Auftakt zu einer neuen Krimireihe um eine gewitzte und scharfzüngige Kommissarin in der Hansestadt Hamburg. Anna Greve wirkt nicht zuletzt durch ihr turbulentes Privatleben besonders sympathisch und authentisch. Der Tod von Esther Lüdersen gibt Kommissarin Anna Greve Rätsel auf. Doch es müssen erst zwei weitere Leichen gefunden werden, bis sich eine erste Spur abzeichnet. Allein Esthers Mann könnte Interesse an ihrem Tod gehabt haben, denn er hat sich als Generalunternehmer für die Errichtung eines neuen Fußballstadions hoch verschuldet. Anna Greves erster Fall nach einem mehrjährigen Erziehungsurlaub wird zur Zerreißprobe ? "Fesselnd!" Neue Woche
Filz ... Klüngel ... Die Hamburger Kommissarin Anna Greve ermittelt<br />
<br />Der Auftakt zu einer neuen Krimireihe um eine gewitzte und scharfzüngige Kommissarin in der Hansestadt Hamburg. Anna Greve wirkt nicht zuletzt durch ihr turbulentes Privatleben besonders sympathisch und authentisch.<br />
<br />Der Tod von Esther Lüdersen gibt Kommissarin Anna Greve Rätsel auf. Doch es müssen erst zwei weitere Leichen gefunden werden, bis sich eine erste Spur abzeichnet. Allein Esthers Mann könnte Interesse an ihrem Tod gehabt haben, denn er hat sich als Generalunternehmer für die Errichtung eines neuen Fußballstadions hoch verschuldet. Anna Greves erster Fall nach einem mehrjährigen Erziehungsurlaub wird zur Zerreißprobe ...<br />
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§Esther Lüdersen lenkte ihren Wagen durch die Nacht. Es war eine dieser Sommernächte, die einen Zauber in sich bergen. Ein sanftes Schimmern, vielfarben changierend, geheimnisvoll, so wie das Innere einer geöffneten Muschel im Fluss. Unscheinbar lag sie in der Hand, sobald sie herausgefischt worden war. Doch wenn man am Ufer stand und beobachtete, wie ihr Perlmutt, durch das Sonnenlicht reflektiert, auf dem Sandboden des Wassers aufblitzte, war sie ein wunderbarer Schatz. / Es war eine Nacht, in der man einander lieben sollte. Leidenschaftlich, ohne die Sehnsucht je zu stillen. Wo einem vieles in den Sinn kam wenn es sich nur warm anfühlte und aufregend. Esther hingegen spürte nichts als ihre verkrampften Halswirbel. Ein unangenehmes Kribbeln. Sie nahm die linke Hand vom Steuer und massierte ihren schmerzenden Nacken. Dabei ließ sie den vergangenen Tag, den Besuch bei ihrem Vater, noch einmal an sich vorbeiziehen. / Woche für Woche das gleiche Ritual, welchen Sinn sollte das haben? Wilfried hatte ihr auch heute nichts gesagt. Kein Wort über das, was zwischen ihnen stand. Stattdessen hatte er über seine Mitbewohner gelästert und über das Personal des Altersheims. Es war wie immer gewesen. Nur sie konnte etwas daran ändern. Wenn sie ihn mit ihren Fragen in die Enge treiben würde, ihn provozierte, damit er endlich den Mund auf machte. Aber Esther war nicht in der Lage dazu. Wilfried brachte es fertig, sie zum Schweigen zu bringen, noch bevor das erste Wort fiel. Sie war bald sechzig Jahre alt, höchste Zeit loszulassen und die Wahrheit selbst zu suchen. Der Anfang dazu war gemacht. Die Haut auf ihrer Nasenspitze spannte sich, heute hatte die Sonne kraftvoll geschienen. Schön wäre es, jetzt in diesem Dorf zu sein in der Toskana. Den ganzen Tag nichts anderes zu tun, als in den Himmel zu schauen, sich vorzustellen, wie wunderbar die Crostinis am Abend schmecken würden. Das Aroma von Trüffeln, Tomaten oder Steinpilzen; Vorfreude schon auf der Zunge. Dazu dieser tiefrote, erdige Wein, gewonnen aus den Trauben des Hanges, der zu ihren Füßen lag. Oder ganz woanders sein. Überall sein, nur nicht auf dem Rückweg aus diesem kleinen Kaff nördlich von Hamburg. Ja, es war an der Zeit, wieder auf Reisen zu gehen. Möglicherweise ließ sich Alfons überreden; hätte er Lust, sie zu begleiten, so wie früher. Esther lächelte. Damals hatten sie gewusst, warum sie zusammenlebten. Vielleicht war es noch nicht zu spät. Aussichtslos dagegen die Besuche bei Wilfried; Esther würde ihren Vater nicht mehr ändern. Es würde immer sein wie heute, selbst wenn sie von nun an jeden Tag mit ihm verbringen würde. Vielleicht erwarte ich zu viel, dachte sie müde. Schließlich konnte ihr Wilfried die Suche nach der Wahrheit nicht abnehmen. Niemand konnte das tun. / / Esther Lüdersen starrte auf die Straße, die Fahrt über Land war wohl doch keine so gute Idee gewesen. Hätte sie sich für den Weg über die Schnellstraße entschieden, läge sie bestimmt schon im Bett, der Kater zusammengerollt schlafend am Fußende. Fast sehnte sie sich nach Alfons' sägendem Schnarchen aus dem Nebenzimmer. / Müdigkeit, keine Fixpunkte fürs Auge, Esther trommelte mit ihren Fingerspitzen gegen das Lenkrad, um die einschläfernde Gleichförmigkeit des Motorengeräusches zu übertönen. Sie fuhr auf einer ebenen, wie mit dem Lineal gezogenen Allee, als sie im Rückspiegel plötzlich zwei Scheinwerfer bemerkte, die sich ihr schnell näherten. Esther starrte durch den Spiegel nach hinten. / Der Wagen fuhr jetzt dicht hinter ihr, dann setzte er unvermittelt zum Überholen an. Ein röhrender Auspuff, der sie an Formel-1-Rennen denken ließ. Wahrscheinlich waren es junge Leute, die sich einen Spaß daraus machten, die Grenzen des Motors auszutesten und ihr ganz nebenbei einen Schrecken einzujagen. Esther hielt das Steuer mit beiden Händen fest. Neben sich konnte sie gerade noch die Umrisse des Beifahrers sehen, genauer, seinen mit einer Baseballkappe b
"Fesselnd!" (Neue Woche)
Christine Westendorf wurde1960 in Hamburg geboren,wo sie nach einem Lehramtsstudium und einer Ausbildung zur Goldschmiedinauch langjährig und freiberuflich tätig war. Heute lebt und arbeitet sie im Landkreis Harburg, wo sie an einem privaten Bildungsinstitut für Orthographie und Schreibtechnik arbeitet. Dabei kümmert sie sich vor allem gezielt um die Förderung und Motivierung von Menschen mit einer Lese- und Rechtschreibschwäche. Nebenbei widmet sie sich dem Schreiben. Nach "Und jeder tötet, waser liebt" ist "Liebeskind" ihr zweiter Krimi um Kommissarin Anna Greve und ihrem Kollegen Lukas Weber.
€ 8,95