Michel Eyguem de Montaigne, 1533 auf Schloß Montaigne im Périgord geboren, ist 1592 eben dort gestorben. Die Essais von Montaigne sind ein Buch ganz eigener Art. Seit ihrem Erscheinen 1580 haben sie nicht aufgehört, Generationen von Lesern zu beschäftigen, teils Widerspruch, teils Enthusiasmus hervorrufend. Gegenstand dieser Auswahl seiner bekanntesten und bedeutendsten Essais sind die Freundschaft und sittliche Fragen, die den Menschen bewegen, seine Tugenden und Laster. Montaigne führt ein Gepräch mit dem Leser, locker, geistreich, beweglich und skeptisch. Der Autor erscheint bis in die eingestandenen Eitelkeiten hinein als vollkommen menschlich und vor allem ehrlich: Er scheint nichts zu verbergen, er will sich nicht gelehrt geben, kein Philosoph sein, kein bedeutender Politiker, er will als Mensch zu Menschen sprechen, gleichsam als deren Freund.
Michel de Montaigne, geboren 1533 in St-Michel-de-Montaigne/Dordogne, gestorben 1592 ebenda, stammte aus einer adligen Kaufmannsfamilie. Nach dem Jurastudium war er Parlamentsrat und später Bürgermeister von Bordeaux. 1585 zog er sich endgültig aus dem öffentlichen Leben zurück, um sich ganz der literarischen Arbeit zu widmen.
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