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Die Piratenschule 03. Angriff auf hoher See. cbj Hardcover

Band 3 - PANAMA
  • ISBN:3-570-13637-X
  • EAN:9783570136379
  • Veröffentlichungsdatum:Februar 2009
  • Gewicht in g:258
  • Reihe:cbj Hardcover
  • Seiten:112
  • Altersangabe:8

EUR 6,95

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Kurzbeschreibung von: Die Piratenschule 03. Angriff auf hoher See. cbj Hardcover

Kleine Bücher - große Wirkung


Die fünf Piratenschüler sind überglücklich! Ihr Lehrer Moderzahn hat sich endlich dazu durchgerungen, sie zu unterrichten. Nun geht es los mit dem richtigen Piratenleben! Aber nichts da - zuerst müssen die fünf stundenlang üben, wie man Seemannsknoten knüpft und wieder löst. TOTAL LANGWEILIG. Doch dann wird die »Seeratte« von einem feindlichen Piratenschiff angegriffen. Im Nu ist ihr Schiff geentert und die Besatzung überwältigt. Jetzt ist es an den Freunden, die Lage auszukundschaften und die Crew zu befreien. Die liegt gefesselt auf Deck, fest verschnürt mit bombensicheren Knoten. Aber sind sie auch bombensicher genug für fünf mutige Piratenschüler?


. Ein neues spannendes Abenteuer auf hoher See
. Fünf verwegene Piratenschüler gehen gemeinsam durch dick und dünn


Leseprobe von: Die Piratenschule 03. Angriff auf hoher See. cbj Hardcover

"Beim Klabautermann! Was ist denn das für ein Gestank?", fragte ich Gary, als wir hinunter in die Messe gingen. Ich hielt mir meine Nase so fest zu, wie ich nur konnte. Ich habe schon mein ganzes Leben auf Piratenschiffen wie der Seeratte zugebracht und bin Gestank eigentlich gewohnt. Aber der Geruch, der aus der Küche nach oben drang, war schlimmer als alles, was ich je gerochen hatte.
Gary putzte sich die Nase und nahm einen tiefen Atemzug.
Dann nieste er!
Gary war mein bester Freund auf der Piratenschule. ER war von einem anderen Schiff auf die Seeratte gekommen, um dort zu lernen, wie man ein echter Pirat wird, genau wie ich und meine anderen Freunde auch.
"Ich rieche gar nichts", sagte Gary. Seine Nase war immer noch verstopft, weil er sich beim letzten Sturm eine Erkältung geholt hatte. Bei unserem Dienst im Ausguck wurden wir regelmäßig pitschnass. Deshalb war Gary krank geworden.
"Dann bist du der glücklichste Mann an Bord", erklärte ich ihm.
Ich sah mich in der Messe um. Der Raum war berstend voll mit den hartgesottensten Piraten, die je die Meere befahren hatten. Manche hatten große Narben quer durchs Gesicht, andere trugen Augenklappen, damit sie gefährlicher aussahen. Aber Gary und mir machten sie keine Angst, ganz einfach weil sie unsere Schiffskameraden waren. Schiffskameraden durften einander keine Angst einjagen, das ist eine alte Piratenregel.
Ich entdeckte Inna. Sie war einfach auszumachen, weil sie die einzige Piratin war, die hübsche Sachen anhatte. Außerdem ist sie der einzige Pirat, den ich kenne, der seine Haare kämmt. Heute hatte Inna ihr Bandana allerdings nicht um ihre Haare gebunden, sondern um Mund und Nase. Ich vermutete, sie versuchte auch, den Geruch abzuhalten.
"Ahoi!", rief ich und fragte sie, was hier so grauenhaft stank.
Inna lüftete ein wenig ihr Bandana und streckte die Zunge heraus. "Frühstück", sagte sie nur und deutete zur Küche.
Ich sah unsere Freunde Aaron und Vicky am Herd stehen. Sie trugen identische
Schürzen. Da sie Zwillinge sind, tragen sie meist gleiche Sachen. Und sehen sich außerdem auch total ähnlich. Sie haben dieselben dunklen Augen und Haare. Nur dass Vickys lang ist und Aarons kurz.
"Ahoi, Peter!", rief Aaron mir zu.
"Ahoi zurück", antwortete ich.
Aaron warf etwas Schleimiges in einen Topf, den Vicky hin- und herschwenkte. Keiner von beiden schien den bestialischen Gestank zu bemerken.
"Verdammt! Was zum Potzdonner treibt ihr da?", fragte ich. "Kochen", antworte Vicky lächelnd. "Echt? Seid ihr sicher, dass ihr alles richtig macht?", fragte ich.
"Klar!", antwortete Aaron. "Es ist ein altes Familienrezept - Seeschnecken-Brei. Unser Leibgericht. Käpten Stinkebart hat uns erlaubt, es zu machen, weil wir das Schiff im Sturm gerettet haben."
Ich sah mich um. Die anderen Piraten aßen Marmeladenbrote. Ich liebe Marmeladenbrot! "Verdammt! Und was ist mit den anderen?", fragte ich. Vicky verriet mir, dass es eine besondere Belohnung nur für uns Piratenschüler sein sollte. Dann steckte sie den Löffel in den Topf und zog ihn wieder raus. Ich entdeckte eine Schnecke darauf und fühlte mich ein bisschen flau.
Vicky kostete und rieb sich den Bauch. "Hmmmm! Lecker, es ist fertig. Du bist gerade richtig gekommen."
"Bin ich das?", fragte ich und wünschte, mich verspätet zu haben.
"Klar! Schnapp dir eine Schüssel und lang zu", sagte Vicky.
Ich nahm eine Schüssel und reichte sie rüber. Vicky schöpfte etwas Brei und ließ ihn hineinplatschen. Ich gab mir Mühe, nicht allzu angewidert zu schauen.
"Sag, genug", sagte Vicky.
"Genug!", rief ich.
"Potzblitz! Mehr nicht?", fragte Aaron, als er sah, wie wenig ich genommen hatte. "Ich kann fünfmal mehr verdrücken."
"Gib nicht so an!", wies Vicky ihn zurecht.
"Schon okay", sagte ich. "Ihr habt gekocht, also nehmt euch ruhig reichlich."
"Aye, das ist nur fair!", stimmte Inna mir zu und hielt die Hand über ihre Schüssel, nachdem Vicky ihr ein klitzekleines Kleckschen Brei gegeben hatte. Dann fragte Vicky Inna, warum sie ihr Bandana über dem Gesicht trug.


"Ähm ... Bazillen", antwortete Inna und deutete auf Garys Schnupfennase. Inna war nie um eine gute Ausrede verlegen.
Gary war als Nächster dran. Er warf einen Blick auf den Schneckenbrei und schluckte schwer. Selbst wenn er es nicht riechen konnte, sah er deutlich, dass es ziemlich grauslich aussah.
"Aye, für mich nichts mehr, danke!", sagte er hastig. "Sonst verschütte ich noch was auf dem Weg zum Tisch", fügte er netterweise hinzu. Und es funktionierte, denn Gary ist der tollpatschigste unter den Piratenschülern.
Aaron und Vicky hatten keinen Grund, misstrauisch zu werden. Wir setzten uns alle an den Tisch. Die anderen Piraten nahmen nur eine Nasevoll und rückten dann von uns ab. Anschließend verschwanden sie einer nach dem anderen aus der Messe, bis nur noch wir übrig waren.
Ich beobachtete die Seeschnecken, die sich um meinen Löffel wanden. Bevor ich einen Bissen nahm, schloss ich die Augen. Ich war überrascht, dass es nicht so schlimm schmeckte, wie es roch. Glaubt es oder nicht, aber es schmeckte hundertmal SCHLIMMER!
"Hmpf", machte ich und versuchte, nicht zu würgen.
Inna nahm den Löffel und lüftete ihr Tuch. Sie machte ein Gesicht, als müsste sie Medizin schlucken, und nahm einen Mundvoll. Als sie schluckte, riss sie die Augen so weit auf, dass ich befürchtete, sie würden gleich rausfallen.
"Mmmmpfff", quetschte sie hervor.
"Aye? Magst du's?", fragte Vicky. Ich nickte.
Inna nickte ebenfalls. "Aber es fehlt noch ein bisschen Zimt", sagte sie. Dann sauste sie rüber zur Anrichte, holte den Zimt und schüttete zehn Löffel davon auf ihren Brei.
Als ich zu Gary rübersah, glaubte ich, meinen Augen nicht zu trauen.
Er hatte seine Schüssel schon leer geputzt.
Als ich aber unter den Tisch sah, entdeckte ich dort ein Häufchen Seeschnecken. Gary warf mir einen warnenden Blick zu und machte "Pssst!".
"Hohoho! Das ist mal ein leckeres Essen", sagte Aaron und schaufelte sich noch einen Löffel voll von dem grauslichen Brei in den Mund.
"Aye!", sagte Vicky und schlürfte einen weiteren Löffel leer. Sonst streiten sich Vicky und Aaron eigentlich immer über alles - nur bei ihrem Familienrezept waren sie sich einig.