Kurzbeschreibung:
Für immer beste Freundinnen - die neue Mädchenserie von Patricia Schröder.
Nik oder Cassian? Oder doch vielleicht Noah? Nach Emilias verrückter Suchaktion kann Milla sich vor Traumjungs nicht mehr retten. Doch ist wirklich alles Gold, was goldige SMS schreibt? Und wer ist nun tatsächlich »der Richtige«? Eine eigens ins Leben gerufene Party soll die endgültige Entscheidung bringen. Und Milla würde es ja nie zugeben ... aber mit einer Freundin wie Emilia lässt es sich auf dem Land doch ganz prima aushalten.
. Klasse Mädchenunterhaltung mit Herz
. Freundschaft, Schule, Jungs - davon wollen Mädchen mehr
. Für beste Freundinnen und alle, die es noch werden wollen
Leseprobe:
Und?", gluckst Sibel. "Bist du nun mit ihm zusammen?" Ich nehme den Telefonhörer vom Ohr und sehe ihn fragend an. Bin ich oder bin ich nicht? "Keine Ahnung." "Ist ja 'n Ding!", ruft Sibel. "Findest du?"
"Na ja, ich meine die Aktion, die diese Emilia auf die Beine gestellt hat", erläutert meine Freundin.
"Och, das hättest du doch auch getan", sage ich.
"Na hör mal", erwidert Sibel. "Ich wäre gar nicht erst auf eine solche Idee gekommen."
In der Tat ist das, was Emilia da angezettelt hat, ziemlich verrückt gewesen. Die Sache ist nämlich die: Mama hat vor gut zwei Wochen unsere Stadtwohnung aufgegeben und ist mit mir zu ihren Eltern aufs Land gezogen. Papa ist mit seiner neuen, für meinen Geschmack viel zu jungen Freundin zurückgeblieben und meine beste Freundin Sibel leider auch. Während meines ersten Besuchs bei Papa habe ich im Gallus-Einkaufscenter einen supersüßen Jungen kennengelernt, dummerweise aber vergessen, ihn nach seinem Namen und der Handynummer zu fragen.
Natürlich ist Sibel alle naselang dorthin gefahren, in der
Hoffnung, ihn noch einmal zu treffen. Gleichzeitig habe ich eine Suchanzeige in einem Schülerchat aufgegeben, und die hat dann ausgerechnet Emilia gelesen.
Sie ist in meiner neuen Klasse und mir von der ersten Sekunde an auf den Zwirn gegangen. Eine Klette ist nämlich nichts gegen sie. Keiner kann sie leiden (außer Jonas vielleicht). Und Maggie & Co., die ebenfalls in unserer Klasse sind, mobben sie sogar richtig.
Na ja, auf jeden Fall hat Emilia, nachdem sie meine Anzeige gesehen hat, drei Jungs, die auf meine Beschreibung passten, unter einem Vorwand hierher aufs Land geschleppt und damit einen Volltreffer gelandet: Denn MEIN supersüßer TYP war tatsächlich dabei.
Inzwischen weiß ich, dass er Noah Sittler heißt und mich offenbar ganz nett findet.
"Was habt ihr eigentlich den ganzen Nachmittag gemacht?", erkundigt sich Sibel.
"Ach, wir waren in dem Wald, den Emilia als Treffpunkt bestimmt hatte", erzähle ich ihr.
"Hmh", meint Sibel verständnisvoll. "Da konnte natürlich nichts laufen. Aber zum Abschied ..."
"Was zum Abschied?", frage ich.
"Na, da hätte er dich doch ."
"Was?"
"Küssen?", fragt sie vorsichtig.
"Bist du verrückt?", schreie ich. "Ich bin heilfroh, dass er es nicht versucht hat!"
"Wieso?", fragt Sibel erstaunt.
"Na, weil ich noch nie jemanden geküsst habe."
"Ich auch nicht", meint meine Freundin nüchtern. "Es ist halt immer irgendwann das erste Mal."
"Ja, irgendwann schon", gebe ich zu. "Aber es muss ja nicht unbedingt mit Noah sein." "Mit wem denn sonst?" Kluge Frage.
"Keine Ahnung", sage ich und merke, wie ich ins Schwitzen gerate. "Ich weiß doch selber noch gar nicht so genau, ob ich überhaupt ."
"Jetzt behaupte bloß nicht, dass du vielleicht gar nicht in ihn verliebt bist", ruft Sibel so laut in den Hörer, dass ich fast einen Tinnitus bekomme. "Das kannst du deinen Schnürsenkeln erzählen. Ich erinnere mich nämlich noch sehr gut daran, was für einen Aufstand du hier am Wochenende seinetwegen gemacht hast."
Ja, ja!
"Aber ich sehe ihn doch so gut wie überhaupt nie", wende ich ein.
"Das hast du schließlich von Anfang an gewusst", stellt Sibel nüchtern fest.
Ihre bestechend glasklare Logik macht mich mal wieder sprachlos. Zum Glück rettet mich der aktuelle Song von Mika, den ich als Klingelton auf mein Handy gespeichert habe.
"Moment mal ."
Ich lege das Funkteil von Mamas neuer Telefonstation auf meine Bettdecke und fische das Handy aus meiner Jackentasche. Die Nummer auf dem Display kenne ich nicht. Trotzdem drücke ich die Verbindungstaste. "Ja?"
"Milla?", fragt eine Jungenstimme. "Ja. Wer ist denn da?" "Cassian."
"Oh!"
"Ich dachte, ich ruf dich mal an."
"Ja, klar", sage ich, während ich mir das Gehirn zergrüble, wer ihm meine Handynummer gegeben haben könnte. "Wieso nicht?"
Aus dem Telefon auf meiner Bettdecke höre ich Sibels Stimme rufen.
"Tut mir leid, Cassian", sage ich. "Aber ich telefoniere gerade mit meiner Freundin."
"Ach so", sagt er. "Na ja, dann ruf ich eben später noch mal an."
"Okay."
"So in einer Stunde vielleicht?"
"Okay", sage ich noch einmal und hoffe, dass er in einer Stunde längst andere Dinge im Kopf hat.
"War das Noah?", fragt Sibel, nachdem ich mich bei ihr zurückgemeldet habe.
"Nein, Cassian. Einer der anderen Jungen, die Emilia gestern angeschleppt hat", erkläre ich ihr genervt.
"Und was wollte er?"
"Mit mir telefonieren."
"Dem hast du also auch deine Nummer gegeben?", bohrt sie.
"Nein!"
Ein paar Sekunden herrscht Stille, dann sagt Sibel: "Interessant!"
"Wie bitte?"
"Na ja, dann muss er sie sich irgendwo besorgt haben", erwidert sie.
"Schlaues Mädchen", sage ich wenig beeindruckt. "Milla, nun tu doch nicht so", entgegnet Sibel ungeduldig.
"Überleg lieber mal ... Welchen Grund könnte dieser Cassian haben, sich deine Handynummer zu besorgen?"
"Um mit mir zu telefonieren, vielleicht?"
"Ja, aber er kennt dich doch kaum."
Stimmt.
"Vielleicht will er sich nach Emilia erkundigen", sage ich hoffnungsvoll.
"Das könnte natürlich auch sein", räumt Sibel ein. "Hast du deine Meinung über sie inzwischen eigentlich geändert?" "Hm", sage ich. "Na ja ... Eigentlich ist sie ganz okay." "Das finde ich allerdings auch."
"Also, hör mal, du hast sie doch noch nie gesehen und ...", beginne ich.
"Das wird sich spätestens nächsten Freitag ändern." "Äh ... Wieso?"
Bevor ich etwas missverstehe und mein Gehirn die falschen Schlüsse zieht, hake ich lieber noch mal nach.
"Du meinst, du willst Emilia nächsten Freitag hier in Hobenstedt kennenlernen?"
"So ist es", sagt Sibel. "Vor allem aber will ich dich besuchen."
"Echt?", quietsche ich.
"Echt!", ruft Sibel und lacht ausgelassen.
"Wann hast du denn das beschlossen?", frage ich.
"Vor einer halben Stunde", sagt Sibel. "Deswegen rufe ich nämlich eigentlich an."
"Und deine Eltern?"
"Alles paletti!", jubelt sie.
"Ich weiß allerdings nicht, ob meine Mutter ...", entgegne ich zögernd.
"Aber ich weiß", fällt Sibel mir schon wieder ins Wort.
"Ich habe sie gefragt, bevor sie den Hörer an dich weitergegeben hat." O wow!
Autorenportrait:
Patricia Schröder, 1960 geboren, wuchs in Düsseldorf auf. Sie studierte Textildesign und arbeitete einige Jahre in diesem Beruf. Als ihre Kinder zur Welt kamen, zog sie sich in den Norden auf eine kleine Warft zurück. Anfangs vermisste sie den Trubel der