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Blut und Knochen

von Andreas Jäger, Stuart MacBride (Buch)

  • ISBN:3-442-47029-3
  • EAN:9783442470297
  • Veröffentlichungsdatum:Mai 2009
  • Gewicht in g:455
  • Reihe:Goldmanns Taschenbücher
  • Seiten:544
  • Stilrichtung:Thriller

Rezension:

Alex Dengler, Deutschlands führender Buchkritiker, denglers-buchkritik.de: Nach den fesselnden Bestsellern "Die dunklen Wasser von Aberdeen", "Die Stunde des Mörders" und "Der erste Tropfen Blut" nun der 4. Fall für die starke Ermittlerfigur Logan McRae. "Blut und Knochen" ist ein Thriller, der an die Substanz geht. Es ist dringlichst geboten, sich diese Lektüre nur auf nüchternen Magen zuzuführen. Es ist eine Mischung aus "Texas Chainsaw Massacre" und "Das Schweigen der Lämmer" mit einem Spritzer humoriger Verrücktheit. Diesen bringt das Ermittlerteam rund um Detective Sergeant Logan McRae ein. Ihren nächsten Einkauf in der Metzgerei Ihres Vertrauens werden Sie sicher mit anderen Augen betrachten.

Kurzbeschreibung:

Ein wahrer Höllentrip - für alle, die ihre Thriller blutig mögen. Sehr blutig


Als in einem Container im Hafen von Aberdeen menschliche Leichenteile in den Fleischvorräten für eine Bohrinsel gefunden werden, beginnt ein wahrer Alptraum. Offenbar ist der "Fleischer" zurück, ein Killer, der vor vielen Jahren seine Opfer im wahrsten Sinne des Wortes abgeschlachtet hatte. Ken Wiseman war damals zwar gefasst und verurteilt worden, ist seit einiger Zeit aber wieder in Freiheit. Bald werden weitere Leichenteile gefunden, und von einigen offenbar verschleppten Opfern fehlt jede Spur. Nur Unmengen von Blut zeugen von den unvorstellbaren Gräueln, die sich in ihrem Haus zugetragen haben müssen. Fieberhaft suchen Detective Logan McRae und seine Kollegen nach dem "Fleischer" - doch der ist ihnen stets einen Schritt voraus ...



Leseprobe:

30. Oktober 1987
»Nein, jetzt hören Sie mir mal zu: Wenn mein Junge nicht in zehn Minuten zu Hause ist, komm ich zu Ihnen rüber und reiß Ihnen den Arsch auf, haben wir uns verstanden?« Ian McLaughlin legte eine Hand über die Sprechmuschel und schnauzte seine Frau an, sie solle gefälligst diesen verdammten Krach leiser stellen. Dann nahm er sich wieder den Trottel am anderen Ende der Leitung vor: »Wo zum Teufel steckt Jamie?«
»Als ich aus dem Pub zurückkam, waren sie verschwunden, okay? Catherine ist auch nicht hier ... vielleicht ist sie mit den Jungen spazieren gegangen?«
»Spazieren? Es schifft in Strömen, es ist stockfinster und schweinekalt -«
»Was ist denn? Was ist passiert?« Sharon stand in der Wohnzimmertür. Sie trug dieses Hexenkostüm, das sie bei Woolworth gekauft hatte; es kaschierte ihren Babybauch, ließ ihre Brüste dafür aber riesengroß aussehen.
Ian grunzte verächtlich, und diesmal machte er sich nicht die Mühe, den Hörer abzudecken. »Es ist dieser Schwachkopf Davidson - er hat Jamie verloren.«
»Jamie ist verschwunden?« Sharon schlug sich die Hand vor den Mund und unterdrückte einen Schrei. Immer musste sie überreagieren, genau wie ihre blöde Mutter.
»Das hab ich nicht gesagt! Ich habe nicht gesagt, er ist verschwunden, ich habe bloß ... «
»Wenn wir zu spät zu dieser Scheißparty kommen, werde ich höchstpersönlich dafür sorgen -«
Die Türklingel: laut und beharrlich.
»... dass Sie Ihres Lebens nicht mehr ...« Wieder die Türklingel.
»Herrgott noch mal, Sharon, gehst du vielleicht mal an die Tür? Du siehst doch, dass ich telefoniere ...«
Endlich spurte Sharon. Ein Klacken, ein Rasseln, und dann stieß sie einen spitzen Schrei aus. »Jamie! Oh, Jamie, wir haben uns ja solche Sorgen gemacht!«
Ian hielt mitten im Schimpfen inne und starrte die durchnässten Gestalten an, die auf der Schwelle standen: Jamie und sein bester Freund Richard Davidson, Hand in Hand mit irgendeinem Heini in einem Halloween-Kostüm. »Wurde aber auch höchste Zeit«, sagte Ian und knallte den Hörer auf die Gabel. »Ich hab dir ausdrücklich gesagt, du hast um fünf zu Hause zu sein!« Die beiden kleinen Jungen sahen ihn mit großen Augen an. Sie schienen sich vor Angst fast in die Hose zu machen, und dazu hatten sie auch allen Grund. »Wo zum Teufel habt ihr zwei gesteckt?«
Keine Antwort. Typisch. Und es war wirklich schon verdammt spät ... »Jamie!« Ian wies mit dem Daumen in Richtung Treppe. »Los, rauf mit dir und zieh dich um. Wenn du nicht in drei Minuten als Wikinger hier stehst, kannst du als Kind in Unterhemd und Unterhose zu der Party gehen.«
Jamie warf seinem Kumpel einen besorgten Blick zu und blickte dann zu dem Fremden auf, der in der Haustür stand - dem Typen mit der blutbespritzten Metzgerschürze und der Margaret-Thatcher-Gruselmaske. Endlich schlich er wie ein begossener Pudel hinauf in sein Zimmer, mit Richard im Schlepptau.
Na prima, jetzt würden sie den kleinen Rotzbengel auch noch bei seinen Eltern abliefern müssen.


20 Jahre später
Krampfhaft bemüht, sich nicht die Finger zu verbrühen, steuerte Detective Sergeant Logan McRae über den dunklen Kai auf einen ramponierten Offshore-Container zu, der im grellen Licht der Polizeischeinwerfer dastand. Das Ding hatte in etwa die Abmessungen eines gewöhnlichen Badezimmers, und es war vom jahrelangen Hin- und Herschippern zwischen dem Hafen und den Ölbohrplattformen in der Nordsee über und über verbeult und zerkratzt, die blaue Farbe mit orangeroten Rostpickeln übersät. Eine dunkelrote Lache glitzerte im Lichtkegel eines Spots, den die Kriminaltechniker aufgebaut hatten: Blut, das sich langsam mit den öligen Pfützen auf dem kalten Beton vermischte, während Gestalten in weißen Overalls mit Kameras, Klebeband und Beweismittelbeuteln umherwuselten.
Vier Uhr morgens - der Tag fing wirklich großartig an.
Der Kühlcontainer war im Grunde nur ein großer Metallkasten, ausgekleidet mit Isoliermaterial. Drei Holzpaletten nahmen den größten Teil der Bodenfläche ein, und darauf stapelten sich Kartons mit tiefgefrorenem Gemüse, Fisch, Hühnerteilen und diversen anderen Fleischstücken. Die graubraune Pappe wellte sich, während der Inhalt langsam auftaute.
Logan duckte sich unter dem blau-weißen Absperrband mit der Aufschrift Polizei hindurch.
Detective Inspector Insch war unmöglich zu übersehen: Der Mann war ein Riese, der Tatort-Overall über seinem mächtigen Wanst zum Zerreißen gespannt. Die Kapuze hatte er zurückgeschlagen, und sein massiger Kahlschädel glänzte im Scheinwerferlicht. Doch selbst er wirkte wie ein Zwerg neben der hoch aufragenden Bordwand der Brae Explorer, eines gewaltigen orangefarbenen Off-shore-Versorgungsschiffs, das an der Kaimauer vor Anker lag und mit seiner Bordbeleuchtung die rötlich schwarze Nacht erhellte.
Logan drückte Insch einen der Styroporbecher in die Hand. »Zucker war aus.« Die Reaktion waren ein paar gegrummelte Flüche, die Logan ignorierte. »Sky News ist auch schon aufgekreuzt. Das macht dann drei Fernsehteams, vier Zeitungen und eine Handvoll Gaffer.«
»Wunderbar.« Inschs Stimme war ein dumpfes Grollen. »Das hat uns gerade noch gefehlt.« Er deutete zur Brae Explorer hinauf. »Haben diese Trottel schon irgendwas gefunden?«
»Das Suchteam ist fast fertig. Bis auf ein paar unglaublich miese Pornos ist alles sauber. Der Kapitän des Schiffs sagt, der Container sei erst ein paar Stunden an Bord gewesen.

Autorenportrait:

Stuart MacBride hat bereits in einigen Berufen gearbeitet, bevor er sich dem Schreiben zuwandte. „Die dunklen Wasser von Aberdeen“ war sein erster Roman mit dem Ermittler Logan McRae und sorgte in Großbritannien sofort für Furore. Der Roman wurde als best

8,95* EUR