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Gefangene der Leidenschaft

von Ute-Christine Geiler, Teresa Medeiros (Buch)

  • ISBN:3-442-37150-3
  • EAN:9783442371501
  • Veröffentlichungsdatum:April 2009
  • Gewicht in g:293
  • Reihe:Blanvalet Taschenbücher
  • Seiten:352
  • Stilrichtung:Roman

Kurzbeschreibung:

Wunderbar sinnlich, ungeheuer romantisch und bezaubernd heiter!


Um sich nicht dem Willen ihres Onkels beugen zu müssen, heckt die junge Catriona Kincaid eine List aus: Sie verspricht dem zynischen Lebemann Sir Simon Wescott die Hälfte ihrer Mitgift, wenn er sie heiratet und nach Schottland begleitet, wo Catriona ihren verschollenen Bruder vermutet. Wescott willigt ein, allerdings unter einer Voraussetzung: Er darf die temperamentvolle Schottin nach allen Regeln der Kunst verführen ...


Teresa Medeiros vereint die Fantasie von Jane Feather, die Sinnlichkeit von Virginia Henley und den Witz von Amanda Quick!



Rezension:

"Teresa Medeiros schreibt einfach unvergessliche Liebesromane!" Romantic Times"Von komischen Situationen bis zu wilden Abenteuern, von Herzenswärme bis Leidenschaft, von Zärtlichkeit bis Sinnlichkeit ist alles enthalten in den einzigartigen Liebesgeschichten von Teresa Medeiros." Romantic Times

Leseprobe:

ENGLAND 1805


Das kehlige Stöhnen einer Frau störte die behagliche Stille auf dem Heuboden über dem Pferdestall. Als Catriona Kincaid abrupt den Kopf hob, beschwerte sich das flaumige Fellbündel auf ihrem Nacken mit einem schrillen Miauen.
Glücklicherweise wurde der Protest des Kätzchens von einem weiteren Stöhnen von unten übertönt, das diesmal von einem heiseren, wissenden Lachen begleitet wurde, das Catriona einen wohligen Schauer über den Rücken sandte.
Ohne das Buch, das sie gelesen hatte, loszulassen, robbte sie auf den Ellbogen über die Holzbretter, auf die das Sonnenlicht Streifen malte. Das Kätzchen begann wild wie ein Löwenjunges an ihrem Haar zu knabbern. Als ein albernes Kichern gefolgt von schwerem Atmen an ihre Ohren drang, beugte sie sich vor und legte sich mit dem Gesicht auf den Boden, sodass sie mit einem Auge durch den breiten Spalt zwischen zwei Holzdielen spähen konnte.
Selbst in dem schwachen Licht schimmerte das Haar ihrer Cousine wie ein blonder Heiligenschein um ihr gerötetes Gesicht. Alice stand mit dem Rücken gegen eine Stalltür gelehnt, gegenüber von dem Heuboden, in der leidenschaftlichen Umarmung eines Offiziers der Marine Seiner Königlichen Majestät. Als er seine geöffneten Lippen auf ihren blassen Hals presste, legte sie den Kopf in den Nacken, sodass Catriona sehen konnte, dass sie die Augen geschlossen hatte und ihr feuchter Mund einen Spalt offen war - fast, als sei sie hungrig.
Catriona blieb selbst der Mund offen stehen. Ihre eitle Cousine hatte sie nie zuvor so gleichgültig der Sorge gegenüber erlebt, sich den Puder im Gesicht zu verwischen oder ihr Kleid zu verknittern. Dieser schneidige junge Verehrer musste sie völlig in seinen Bann gezogen haben.
Catrionas neugieriger Blick glitt zu seinem Rücken. Die dunkelblaue Uniformjacke des jungen Offiziers war über eine nahe Stalltür geworfen worden. Sein strahlend weißes Hemd spannte sich straff über seinen breiten Schultern, während eine Weste seine schmalen Hüften eng umschloss, die in muskulöse Beine mündeten, die wiederum in einem Paar glänzender schwarzer Stulpenstiefel endeten.
Es war nicht die wie von einem Bildhauer geformte Schönheit dieser Hüften, die Catrionas Blick anzog, sondern ihre leichten Bewegungen, die jede seiner Zärtlichkeiten am Hals ihrer Cousine begleiteten. Die herausfordernde Bewegung war eine so ausgewogene Mischung aus Fordern und Locken, dass es schien, als ob sein schlanker, kluger Körper vom Herrgott selbst für genau solch sündige Zwecke geschaffen war. Oder von Luzifer.
Als er seine Aufmerksamkeit von Alices Hals wieder auf ihren Mund verlagerte, schnappte Catriona fasziniert nach Luft. Noch nicht einmal in ihren wildesten Träumen hätte sie sich ausgemalt, dass man so küssen konnte. Es hatte keinerlei Ähnlichkeit mit dem eher widerwilligen Kuss, den ihre Tante ihrem Onkel jeden Abend gewährte, ehe sie sich in ihre getrennten Schlafzimmer zurückzogen. Mit den Fingerspitzen fuhr sie sich über ihre prickelnden Lippen, fragte sich, wie es sich wohl anfühlen mochte, mit so leidenschaftlicher Zärtlichkeit liebkost zu werden. Ihre Eltern waren großzügig mit ihren Küssen und Umarmungen gewesen, aber seit sie bei ihrem Onkel und seiner Familie lebte, hatte sie höchstens einen kühlen Kuss auf die Stirn erhalten.
Der schamlose Schuft zog sofort Vorteil aus dem Umstand, dass ihre Cousine abgelenkt war, und schob seine langen Finger in ihren Ausschnitt. Alice murmelte einen halbherzigen Protest. Catriona verdrehte die Augen. Alice hatte heute Morgen beim Frühstück einen viel glaubhafteren Wutanfall bekommen, als Catriona es gewagt hatte, den letzten Bückling zu essen. Zwischen zwei Atemzügen schmolz Alices Widerstand dahin, ging in ein wohliges Gemurmel über. Sie drückte den Rücken durch, um den erfahrenen Fingern des Offiziers besser Zugang zu gewähren.
Catriona wollte sich angewidert abwenden, konnte es aber nicht. Sie war nicht mehr so von einem Anblick gefesselt gewesen, seit Monsieur Garnerin mit seinem Heißluftballon in Vauxhall Gardens mitten in einer Gruppe kreischender Schönheiten eine Notlandung hatte machen müssen.
Mit einer Anmut, die besser zu einem Menuett gepasst hätte, drehte sich der Mann um, drängte Alice behutsam, aber entschlossen rückwärts zum Bett aus Heu, das direkt unter Catrionas Beobachtungsposten lag. Das Spiel aus Licht und Schatten glitt über sein Gesicht, sodass es ihr unmöglich war, seine Züge klar zu erkennen. Catriona verkniff sich ein frustriertes Stöhnen, als die beiden aus ihrem Blickfeld verschwanden. Wenn der Mann mit auch nur halb so viel Können ein Kriegsschiff steuern konnte, dann - so dachte sie unwillkürlich - war Britanniens Sieg über Napoleons Marine gesichert.
Das faszinierende Rascheln von Kleidern und Heu weckte ihre Neugier. Sie hob sich auf Knie und Hände und kroch weiter nach vorne, bis sie ihren Kopf über den Rand des Heubodens schieben konnte.
Doch sie hatte das Kätzchen ganz vergessen, das auf ihrer Schulter hockte, bis es seine winzigen Klauen in die empfindliche Haut in ihrem Nacken bohrte. Sie schnappte nach Luft, um nicht vor Schmerz aufzuschreien, und griff nach dem Kätzchen. Eine Wolke aus Staub und Stroh stieg auf, ihr geradewegs in die Nase, kitzelte sie. Sie musste niesen, das war unvermeidlich, selbst wenn der liebe Gott sie in weiser Voraussicht mit drei Händen versehen hätte, sie hätte gar nicht die Zeit gehabt zu entscheiden, mit welcher sie das Kätzchen schnappen, sich die Nase zuhalten und den Holzpfosten neben sich umklammern sollte.
Sie konnte nur noch wild mit den Armen fuchteln, während sie kopfüber von dem Heuboden auf den Rücken des Mannes stürzte, der sich gerade über ihre Cousine beugte.


Simon Wescott spürte den heißen Atem der Hölle in seinem Nacken.
Es war nicht das erste Mal, dass er diesen besonderen Schwefelhauch wahrgenommen hatte, und es wäre vermutlich auch nicht das letzte Mal. Hässliche Erfahrungen mit erbosten Vätern, den selbst ernannten Verteidigern der Tugend ihrer Töchter - ob nun echt oder eingebildet -, hatten ihn gelehrt, dass diese Spezies noch gefährlicher war als zornige Ehemänner. In der Furcht, dass es solch ein Vater wäre, der auf seinem Rücken gelandet war, wartete er darauf, einen muskulösen Arm um seinen Hals gelegt zu bekommen.

Autorenportrait:

Teresa Medeiros schrieb mit 21 Jahren ihren ersten Roman. Seitdem ist sie ein absoluter Publikumsliebling, und ihre Bücher stehen regelmäßig auf den Bestsellerlisten. Sie erhielt zahlreiche Preise und wurde von der Zeitschrift "Affaire de Coeur" als eine

7,00* EUR