Willkommen

(Anmelden)

Mein Konto

Merkliste

Hilfe & Kontakt Häufige Servicefragen: Wie lange dauert die Lieferung Was kostet der Versand? Wie kann ich bezahlen? Wie gebe ich meine Ware zurück? Wie löse ich einen Gutschein ein? Weitere Fragen & Antworten im Hilfe-Center Kontaktformular Kundenhotline 0 18 05 / 30 91 80 (0,14 EUR/Min. aus dem Festnetz; max. 0,42 Euro/ Min. aus Mobilfunknetzen).
Sie erreichen uns:
Montags bis Samstags
von 8 bis 20 Uhr.
Haben Sie Fragen? Eva hilft Ihnen

Detail-Suche

Blond ist der Tod

von Petra Würth (Buch)

  • ISBN:3-453-40676-1
  • EAN:9783453406766
  • Veröffentlichungsdatum:Mai 2009
  • Gewicht in g:224
  • Reihe:Heyne-Bücher Allgemeine Reihe
  • Seiten:272

Kurzbeschreibung:

Blond, reich, tot? Pia Petry ermittelt


Die Frau eines zwielichtigen Immobilienspekulanten liegt nach einem Stromschlag im Koma. Eine geheimnisvolle Adoptivtochter glaubt sich nach Jahren zu erinnern, dass ihre Mutter in einem kurzen wachen Moment behauptet hat, man habe sie ermorden wollen. Pia Petry übernimmt den Fall und muss lernen, dass Familiengeheimnisse gefährlich sind. Schon die erste Zeugin, die sie aufsucht, ist tot.


Nach "Rache ist giftig" ein neuer spannender Fall für die Privatdetektivin aus Hamburg.



Rezension:

"Pia Petry erinnert an Bella Block, die berühmte Figur aus den inzwischen verfilmten Krimis von Doris Gercke." Marie Claire

Leseprobe:

Der Tag fängt gut an. Der Wecker hat nicht geklingelt. Schlaftrunken starre ich auf das Zifferblatt. Doch mich treibt ein ganz anderes Geräusch aus dem Bett. Irgendjemand ist mit seinem Finger in der Türklingel stecken geblieben. Durch das Dauergebimmel werde ich nicht nur wach, sondern auch ziemlich sauer. Mein lieber Nachbar, Siegfried Rebbelmeier, steht vor der Tür und grinst mir ins Gesicht. Er ist der Traum jeder alleinstehenden Frau. Groß, dick, ungepflegt und immer einen süffisanten Spruch auf den Lippen.
"Na, Madame" - wie liebe ich dieses Madame -, "ist heute Nacht wohl spät geworden?"
Ich blinzle ihn aus verquollenen Augen an. Freundlich wie ich bin, helfe ich seiner schmutzigen Fantasie ein bisschen auf die Sprünge. "Ja, ziemlich spät. Hab jede Menge Jungs vernascht."
"Dabei haben Sie wohl was verloren", sagt er grinsend und hält mir einen grünen Damenslip unter die Nase.
"Nein", sag ich, "grün ist nicht meine Farbe, nicht bei Unterwäsche."
Das Geheimnis um den grünen Slip ist so schnell nicht zu lüften. Soll er ihn doch behalten, ihn sich über den Kopf stülpen, tief durchatmen und im Rausch seiner miesen Gedanken versinken. Ich muss weg. Es ist schon acht, und ich muss die Maschine um 9.25 Uhr nach Frankfurt erwischen.
Mit einem kurzen Tschüss verabschiede ich Rebbelmeier, sprinte ins Bad und springe unter die Dusche. Mit noch feuchten Haaren schlüpfe ich in eine Jeans und ein Paar hochhackige Pumps, zwänge mich in eine weiße Bluse und werfe mir zu guter Letzt ein schwarzes Jackett über. Schminken werde ich mich auf dem Weg zum Flughafen.
Taxi, denke ich, ich rufe ein Taxi. Dafür muss ich aber erst einmal das Telefon finden. Als ich es endlich unter dem Sofa hervorzerre, stelle ich fest, dass der Hörer einen Riss hat. Wie ist das denn passiert? Egal, es funktioniert.
"Hallo, hier Petry, Pia Petry, Husumer Straße, ich brauche ein neues Telefon. Oh sorry, ein Taxi natürlich, ich brauche ein Taxi. Kommt erst in zwanzig Minuten? Danke, da fahr ich lieber selbst."
Ich hab den Flieger tatsächlich noch erwischt. Aber ob ich meinen Wagen im Parkhaus je wieder finden werde? Wahrscheinlich nicht. Ob die Frau am Check-in freiwillig je wieder ein Wort mit mir wechseln wird? Eher unwahrscheinlich. Auch die Stewardess guckt ganz indigniert. Na ja, ich hätte sie ja auch nicht gleich über den Haufen rennen müssen. Macht nichts. Hauptsache, ich sitze. Die Jungs um mich herum: ganz die alte Schule. Im grauen Einheitsdress, verschanzt hinter dem Wirtschaftsteil ihrer Zeitungen, sinnieren sie über die Probleme, die die Welt bewegen. Verträumt hängen sie den Erinnerungen an ihr letztes Schäferstündchen mit der Aushilfssekretärin nach. Rechnen noch einmal eventuelle Abfindungen für die Gattin durch und klopfen in Gedanken die Intrige gegen den lieben Chef auf mögliche Schwachstellen ab. Mein Nachbar, auch ganz grau-in-graues Streifenhörnchen, scheint seine Hausaufgaben schon gemacht zu haben, er schläft.
Wohlwollend blicke ich auf die vor und hinter mir aufgereihten Köpfe und Schultern, auf denen das Schicksal Tausender Arbeitnehmer und ihrer Familien ruht. Mein Schicksal ruht da nicht. Ich habe mein Leben selbst in die Hand genommen und mich selbständig gemacht. Als was? Als Privatdetektivin.
Frankfurt gehört nicht unbedingt zu meinen Traumzielen. Obwohl ich nicht viel von der Stadt kenne, haben Kaiser-, Taunus- und Moselstraße einen so bleibenden Eindruck hinterlassen, dass mir die Lust auf weitere Exkursionen schnell vergangen ist. Allerdings bin ich nicht wegen Frankfurts Schönheit hierhergekommen, sondern wegen einer Klientin. Was mir schon im Voraus Bauchschmerzen bereitet. Denn mit Klientinnen habe ich schlechte Erfahrungen gemacht. Meistens wissen sie nicht, was sie wollen: "Finden Sie dieses Miststück, mit dem mich mein Mann betrügt ..." Und wenn es dann so weit ist: "Wie konnten Sie mir nur diese Fotos zeigen? Ich finde in meinem ganzen Leben keine ruhige Minute mehr."
Das war genau die Reaktion, die ich nach drei durchwachten Nächten in einem eiskalten Auto und nach der Präsentation erstaunlich scharfer Fotos erwartet hatte. Nun ja, vielleicht waren die auch ein bisschen zu scharf. Und dann die Probleme mit dem lieben Geld. Denn wenn ich herausgefunden habe, was ja anscheinend gar keiner so genau wissen wollte, ist das Honorar plötzlich zu hoch, oder es gibt finanzielle Engpässe, oder noch besser, die Zahlungen erfolgen nicht, weil der Ehemann bei so hohen Geldausgaben misstrauisch würde.
Leider lässt meine derzeitige finanzielle Situation keinerlei
Empfindlichkeiten bei der Klientenauswahl zu. Meine Kontoauszüge sind das reinste Depressivum. Deshalb habe ich auch nicht gleich aufgelegt, als diese Isabelle Dujack anrief und mich bat, nach Frankfurt zu kommen.
Als ich dem Taxifahrer die Straße nannte, pfiff er anerkennend durch die Zähne. Die Adresse scheint etwas Besonderes zu sein. Das ist dann auch nicht zu übersehen. Noble Gegend, ein altes Patrizierhaus reiht sich an das nächste. Es riecht nach Geld, nach richtig viel Geld.
Wir halten vor einer gelben Villa, die durch einen hohen Zaun und ein großes Eingangstor von der Außenwelt abgeschirmt wird. Als ich auf meinen Pumps die gekieste Auffahrt hochlaufe, bin ich vom Ambiente so hingerissen, dass ich über eine Honorarerhöhung nachzudenken beginne. Vielleicht sollte ich statt meines üblichen Stundensatzes von achtzig Euro lieber hundert verlangen, oder fände Frau Dujack das unverschämt? Reiche Menschen sind ja oft geizig. Aber neunzig Euro müsste sie eigentlich akzeptieren. Nachdem ich einen Range Rover und einen Porsche passiert habe und fast gegen einen der mit Buchsbaumkugeln bepflanzten Terrakottatöpfe gelaufen wäre, entschließe ich mich doch wieder zu der Hundert-Euro-Forderung. Mein Entschluss verfestigt sich beim Anblick der massiven Eingangstür mit schwerem Messingklopfer. Ich klopfe. Und tatsächlich, wer hätte es gedacht, ein Butler öffnet mir die Tür.
Er führt mich in ein Wohnzimmer, das mit satten hundert Quadratmetern, einem offenen Kamin und edlen Art-deco-Möbeln einen beeindruckenden, aber irgendwie auch unbewohnten Eindruck macht. Vorsichtig lasse ich mich auf einem schwarzen Wildledersofa nieder und bewundere die Aussicht in den parkähnlichen Garten, dessen Größe ich gar nicht erst abzuschätzen versuche.
Da geht auch schon die Tür auf, und meine neue Klientin kommt herein. Sehr groß, sehr blond, sehr jung und sehr hübsch. Eine einzige wandelnde Ungerechtigkeit. Sie ist gut einen halben Kopf größer als ich, was ihr die Möglichkeit gibt, auf mich herabzusehen.

Autorenportrait:

Petra Würth wurde 1956 in Saarbrücken geboren, studierte in München Betriebswirtschaft und war lange in der Werbung tätig. Mit Pia Petry erschuf sie eine frech-chaotische Privatdetektivin, die aus den Romanen "Blutmond" und "Todeszauber" mit dem aus dem Z

7,95* EUR