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Nichts geht mehr - Vom Sodastream-Multimillionär zum Hartz IV-Empfänger

   von Klaus F. Schmidt

buch.de-Verkaufsrang:
16548
ISBN-10:
3-938396-28-8
ISBN-13:
978-3-938396-28-5
Erschienen:
02.2009
Sofort lieferbar
Einband:
kartoniert/broschiert
Sonstiges:
213 s. 21 cm
Seitenzahl:
213
Gewicht:
290 g
Erschienen bei:
Mankau Verlag

Kurzbeschreibung

Fünf Millionen auf dem Konto - Klaus F. Schmidt hatte mit 49 Jahren erreicht, wovon jeder träumt. Genug Geld, um nie mehr arbeiten zu müssen. Um ein Leben in Hülle und Fülle führen zu können, wo und wie es ihm gefiel. Und Schmidt lebte diesen Traum - bis er eines Tages aus reiner Neugier eine Spielbank betrat und sich an den Roulette-Tisch setzte. Von diesem Zeitpunkt an vergaß er Raum und Zeit, seine Familie und seine Existenz, das Glücksspiel wurde sein neuer Lebensinhalt. Die Zahlen des Roulettes bekamen für ihn eine magische Beziehung zu Ereignissen aus seiner Vergangenheit, die Gegenwart aber entglitt ihm zusehends. So verlor er im Laufe der Zeit nicht nur sein gesamtes Vermögen, sondern auch sich selbst ...

Leseprobe

Einmal ein paar hundert Mark zur Verfügung haben, nur einmal.
Damit man sich mal was leisten könnte. Wie oft hatte ich mir das gewünscht, wie oft davon geträumt. Doch irgendetwas ging immer schief. Da dachte man, jetzt hättest du einmal Glück, und was passierte? Es ging daneben. Warum konnte nicht einfach das Telefon klingeln und am anderen Ende wäre der Einkäufer eines Discounters dran und bestellte eine Palette "Geminis" zur Probe.
Da blieben dann, bei 100 Geräten, etwa 1.700 Mark über, das wäre doch was.
Gut, das Ganze müssten wir durch drei teilen, aber immerhin. Es wäre nach der wochenlangen Flaute so etwas wie ein "warmer Regen" für mich gewesen. Hatte ich mein letztes "Gehalt" doch schon vor sechs Wochen bekommen, gerade mal 500 Mark, bar auf die Hand. Dieser Job, den ich damals ausübte, war schon ein Elend.
Vor vielen Monaten hatte mich mein Freund Peter K. um Mithilfe bei seinem, gemeinsam mit einem Partner betriebenen Handelsgeschäft gebeten. Es ging um die Vermarktung eines Küchengerätes, welches die beiden aus England importierten. Ein Gerät, das, äußerlich einer Kaffeemaschine nicht unähnlich, auf Knopfdruck dem eingefüllten Trinkwasser Kohlensäure beimischte. Wofür das Ganze gut sein sollte? Diese Frage hatte ich mir am Anfang auch gestellt und kam zu der Erkenntnis, dass es sehr bequem war, weil man dadurch keine Mineralwasserkästen mehr schleppen musste.
Außerdem war der Preis für einen Liter "Mineralwasser" um die Hälfte geringer. Allerdings sollte das Gerät 259 Mark kosten, und das war verdammt viel Geld. Ein Haushalt mit vier Personen müsste dann schon reichlich Wasser trinken, damit sich nach zwei Jahren der Kaufpreis amortisiert hätte. So richtig überzeugt war ich nicht von der "Wundermaschine", die den Namen einer Rakete trug. Aber wie eine "Gemini" startete sie nicht gerade in das All des Verkaufserfolgs.
Da ich aber im Februar 1993 keinen Job hatte, ließ ich mich breitschlagen und machte bei dem Abenteuer mit. Wobei die Verkaufsbemühungen für eine Küchenmaschine "Abenteuer" zu nennen, vielleicht etwas zu abenteuerlich klang. Wenn ich allerdings damals gewusst, ja nur ansatzweise geahnt hätte, auf was ich mich da eingelassen hatte, ja dann ... (...)
(Aus dem Kapitel "Vorspiel")

Inhaltsverzeichnis

Vorspiel
Im Casino
Das französische Roulette
Von Bremerhaven nach Amerika
Matrosenliebe
Auf dem Fischdampfer
Dialog zwischen Spielbank-Direktor und Croupier
Gibt es den Weihnachtsmann?
War ich schon dran?
An der Bar
Hinter Gittern
Am Ende
Fachärztliche Diagnose
Nachspiel
Pressestimmen
Das Urteil
Suchtrisiko - sind die Gene mitschuldig?
Adressen Glücksspielsuchtberatung
Zum Autor

Rezension

"Klaus F. Schmidt erlebte den amerikanischen Traum umgekehrt: vom Millionär zu Hartz IV (...)."
Bunte 17/2009
"′Rien ne va plus′ heißt es, wenn am Roulette-Tisch das Schicksal seinen Lauf nimmt. Für Klaus F. Schmidt (59) traf das in doppeltem Sinne zu. Er hat so lange gespielt, bis von seinen fünf Millionen Mark, die er mit einer Küchenmaschine verdient hat, nichts mehr übrig geblieben ist: ′Ich lieh mir sogar noch Geld von meinem Sohn, um zu spielen.′ Der 59-Jährige erkannte seine schwere Sucht und ließ sich für Spielbanken sperren. Bei Johannes B. Kerner spricht der Unternehmer sehr offen über seine persönliche Tragödie, die er im Buch ′Nichts geht mehr′ verarbeitet hat."
Johannes B. Kerner, 22. April 2009
"(...) Klaus F. Schmidt hatte alles. Eine eigene Firma, eine Haus am holländischen Ijsselmeer, eine Yacht, ein schnelles Auto. (...) Schmidt hat gar nichts mehr, er hat alles verloren, nicht nur die Viper, sondern auch Haus, Yacht und Millionen. Alles verspielt im Casino (...)."
Süddeutsche Zeitung, 23. April 2009
"Klaus F. Schmidt hatte aus dem Nichts eine erfolgreiche Firma aufgebaut. Dann verkaufte er sie für 5 Millionen D-Mark. Anschließend verspielte er alles am Roulettetisch (...). Mit seinem Buch warnt er vor der Spielsucht. Diese könne jeden treffen, der ein Casino betrete (...)."
Der Bund, 9. März 2009
"(...) Als nichts mehr ging, spülte ihm das Schicksal fünf Millionen Mark in die Kasse, die er in die Spielbank trug, bis alles weg war. ′Alle Menschen sind klug. Die einen vorher, die anderen nachher′, zitiert seine Multimillionär-Karte Voltaire (...). Er hat ein Buch über seine Geschichte geschrieben (...)."
Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ), 11. April 2009

Portrait

Auch als schlechter Schüler muss man nicht Loser oder Krimineller werden. Entgegen der Prophezeiung seines Klassenlehrers meisterte Klaus F. Schmidt (geb. 1949) nach abgebrochener Schulausbildung sein junges Leben. Nachdem er mit 16 Jahren von zu Hause davongelaufen war und auf einem Schiff angeheuert hatte, musste er sich in der rauen Erwachsenenwelt durchsetzen. Als Autodidakt lebte er nach der Devise: Gehe dem Erfolg auf den Grund und du wirst Beharrlichkeit finden. Das half ihm, unabhängiger Unternehmer und schließlich Multimillionär zu werden. Doch dass Andrew Carnegies Motto der Beharrlichkeit auch in das Gegenteil von Erfolg umschlagen kann, musste er leidvoll erfahren, als er geradewegs in die persönliche Katastrophe steuerte.



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