Inhaltsverzeichnis:
1. Verirrtes Leben
2. Ein unerwartetes Geschenk
3. In den Tälern der Medizin
4. Den Boden verlieren die Hoffnung behalten
5. Kapitulation: Leben ist das, was passiert.
6. Warum ich? Warum ich nicht?
7. Das Universum macht keine Fehler
8. Demut kommt von Mut
9. Begegnung mit der Achtsamkeit
10. Unerwartete Hilfe
11. In den Bergen Armeniens
12. Wieder auf eigenen Beinen stehen
13. Einfache Achtsamkeitsübungen
14. Was ist Heilung?
Leseprobe:
„Natürlich habe ich mich gefragt, habe ich etwas falsch gemacht? Habe ich mich jetzt selbst disqualifiziert? Ist es nicht anmaßend, dass ausgerechnet jemand, der einen Schlaganfall hatte, anderen etwas über gesunde Lebensweise erzählen will? So oft ich mir diese Frage gestellt habe: Ich fand keine eindeutige Antwort. Denn es ist gar nicht so leicht zu erkennen, ob das, was mir passiert, nun gut oder schlecht für mich ist. Wir sind geneigt zu glauben, dass es gut ist, wenn die Geschehnisse mit unseren Wünschen übereinstimmen und schlecht, wenn die Dinge anders laufen, als wir geplant haben. Wenn uns eine Krankheit erwischt, die unsere Lebenspläne über den Haufen wirft, die uns in Not bringt, an der nichts, aber auch gar nichts gut zu sein scheint, dann bekämpfen wir sie in einem ersten Impuls.
Aber die Natur des Lebens ist die Veränderung, nur durch Veränderung kann das Leben weiter bestehen. Auf den Tag folgt die Nacht, auf Regen Sonne, auf den Winter der Frühling. Leben ist im steten Wandel. Das braucht Mut und Vertrauen in die Kraft und Weisheit des Lebens. Und es braucht Demut anzuerkennen, dass es etwas gibt, das wir nicht beherrschen können, weil es unser Wissen und unsere Weisheit übersteigt. Ich will damit nicht sagen, dass wir einen Verlust, sei es der Verlust unserer Gesundheit oder der Verlust eines geliebten Menschen, nicht betrauern sollen. Denn mit der Trauer erkennen wir auch die Realität an, dass wir dem Wandel des Lebens gegenüber machtlos sind.
Aber wir dürfen dabei nicht stehen bleiben. Denn wenn wir stehen bleiben, besteht die Gefahr, dass sich unsere Trauer, in Groll und Verbitterung verwandelt. Nach diesem Schritt folgt der Schritt die Annahme dessen, was ist und der Akt des „Friedenschließens“ mit der Realität. Dann kann Heilung geschehen, selbst wenn am Ende der Tod steht.“
Kurzbeschreibung:
Ronald Vogelsang, Jahrgang 1958, kam über die asiatische Kampfkünste und einem mehrmonatigen Aufenthalt in Auroville in Indien schon mit Mitte zwanzig mit östlichem Gedankengut in Berührung. Seine Erfahrungen als Zivildienstleistender in einem „normalen“ städtischen Krankenhaus und der von Dr. Bruker geleiteten Klinik Lahnhöhe, führten zu seinem Entschluss, eine alternativ orientierte, medizinische Laufbahn einzuschlagen.
Er ist ausgebildeter Physiotherapeut und Feldenkraislehrer, hat die japanische Behandlungsmethode Shiatsu und bei dem Begründer der Zen-Therapie Dub Leigh, die Ausbildung zum Zen-Körpertherapeuten abgeschlossen. Seine Fortbildungen wurden von dem Wunsch getragen, Menschen soweit wie irgend möglich in seiner Ganzheit erfassen und behandeln zu können und das Geheimnis von Krankheit und Gesundheit zu entschlüsseln.
Die Zen-Therapie hat sein frühes Interesse für östliche Spiritualität neu entflammt. Ein Aufenthalt im Daihonzan-chozen-ji-Kloster Hawaii, bekräftigte die Entscheidung, den Zen-Weg zu gehen. Eine Entscheidung, die für ihn bei der Bewältigung seines Schicksals eine besondere Rolle spielen sollte. Nach zehn Jahren selbständiger Berufspraxis als Körpertherapeut, bekam Ronald Vogelsang im Alter von 42 Jahren einen Schlaganfall. Auf seiner Suche nach Heilung, lernte er die Achtsamkeitspraxis und die MBSR-Methode (Mindfulnessbased-stressreduction/Stressreduktion durch die Praxis der Achtsamkeit) nach Prof. Dr. Jon Kabat-Zinn kennen, die ihn auf seinem Weg der Heilung weitergebracht hat, und es ihm heute ermöglicht sein umfassendes Wissen und Können an andere Menschen weiterzugeben.
Mehr: www.zenphysiotherapie.de
Beschreibung:
Das vorliegende Buch ist eine Synthese aus der Überwindung und Verarbeitung des eigenen Schicksals und der Auseinandersetzung mit verschiedenen Heilmethoden.
Durch einen Schlaganfall, der den Autor zeitweilig rechtsseitig lähmte und ihm seine Sprache für lange Zeit nahm, wurde er gezwungen, sich mit der anderen Seite von Krankheit zu konfrontieren, die er bisher als Physiotherapeut nur aus therapeutischer Sicht kannte.
Geprägt durch seine Ausbildung als Zen-Therapeut und durch das Lernen neuer Heilmethoden (MBSR nach Kabat-Zinn), entfernt sich Vogelsang immer mehr von selbst verurteilender Schuldzuweisung und medizinischem Allmachtsglauben und vollzieht damit einen Perspektivwechsel: Wie wäre es, wenn wir akzeptierten, dass Krankheit nicht nur zum menschlichen Dasein dazugehörte, sondern darüber hinaus sogar eine positive Kraft darstellte, die uns antreibt, auf einer tieferen Ebene Heilung zu finden?
Praktische und wirkungsvolle Werkzeuge, die die Heilung unterstützen, ergänzen das Buch, das Laien wie Experten, Kranke und Partner von Betroffenen anspricht.