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Hokus Pokus Zuckerkuss

von Eva Malsch, Meg Cabot (Buch)

  • ISBN:3-442-37201-1
  • EAN:9783442372010
  • Veröffentlichungsdatum:November 2009
  • Gewicht in g:321
  • Reihe:Blanvalet Taschenbücher
  • Seiten:416
  • Stilrichtung:Roman

Rezension:

Alex Dengler, Deutschlands führender Buchkritiker, denglers-buchkritik.de: Meg Cabot hat's echt drauf! Ihre Romane sind Luxushappen, süffisant und im megaangenehmen Plapperstil geschrieben.

Kurzbeschreibung:

Er liebt mich nicht, er liebt mich ...


Endlich hat ihr Liebster Luke ihr einen Heiratsantrag gemacht! Lizzie Nichols ist völlig aus dem Häuschen. Und so stürzt sich der Wirbelwind mit dem losen Mundwerk mitten in die Hochzeitsvorbereitungen auf dem Schloss von Lukes Familie in Frankreich. Doch die rosarote Wolke droht zu platzen, denn Lizzie beginnt sich zu fragen, ob ihr Traumprinz eigentlich wirklich so traumhaft ist. Und dann ist da auch noch Chaz, der Exfreund ihrer besten Freundin, dessen Anwesenheit ihr jedes Mal Kribbeln im Bauch verursacht. Nur eines scheint sicher: Diese Hochzeit wird niemand so schnell vergessen ...



Leseprobe:

"Chaz!", rufe ich und schüttle den Mann im Smoking, der lang ausgestreckt auf meinem Bett liegt. "Du musst jetzt verschwinden."
"Lass das, Mom." Chaz schiebt meine Hand weg, die ihn anscheinend ärgert. "Ich sagte doch, ich habe den Müll schon rausgebracht."
"Chaz!" Ich schüttle ihn wieder. "Ich meine es ernst. Wach auf, du musst gehen."
Verwirrt schreckt er aus dem Schlaf hoch. "Was - wo bin ich?" Mit trüben Augen schaut er sich im Zimmer um. Schließlich bleibt sein Blick an mir hängen. "Oh, Lizzie, wie spät ist es?"
"Höchste Zeit." Ich packe seinen Arm und ziehe daran. "Komm, steh auf!"
Genauso gut hätte ich an einem Elefanten zerren können. Er rührt sich nicht.
"Was ist los?", will er wissen. Wie ich zugeben muss, fällt es mir nicht leicht, ihn so gemein zu behandeln. In seinem Smokinghemd, das stoppelbärtige Gesicht völlig verstört, das dunkle Haar wild zerzaust, sieht er hinreißend aus. Er blinzelt mich an. "Ist es schon Morgen? Hey - warum bist du immer noch angezogen?"
"Weil nichts zwischen uns passiert ist", antworte ich - einigermaßen erleichtert, denn das stimmt sogar. Nun ja, ein bisschen was ist zwar passiert, aber ich trage immer noch meine körperformende Spanx-Wäsche, die meine Figur merklich verbessert. Also ist nicht allzu viel vorgefallen. Dem Himmel sei Dank. "Steh auf, du musst gehen."
"Wie meinst du das - zwischen uns ist nichts passiert?" Gekränkt runzelt er die Stirn. "Wie kannst du das behaupten? Auf deinen Wangen sieht man doch rote Kratzer von meinem Bart."
Schuldbewusst berühre ich mein Gesicht. "Was? O mein Gott, das muss ein Witz sein."
"Nein, kein Witz. Du bist ganz zerkratzt." Voller Genugtuung streckt er die Arme aus. "Komm zu mir. Machen wir da weiter, wo wir aufgehört haben, als du so unhöflich eingeschlafen bist. Ich werde es dir nicht übel nehmen, obwohl ich sauer sein müsste. Natürlich verdienst du eine Strafe. Ich würde dich gern ein bisschen verhauen, wenn ich wüsste, wie ich dich aus diesem Ding kriegen soll. Wie hast du es genannt? Ach ja ..." Seine Miene erhellt sich. "Spanx."
Aber ich bin schon ins Bad gelaufen und starre mein Spiegelbild über dem Waschbecken an.
Tatsächlich, die ganze untere Hälfte meines Gesichts ist gerötet, von Chaz' Bartstoppeln verunstaltet, weil wir letzte Nacht im Fond des Taxis auf der Heimfahrt von der Hochzeit wie Teenager geknutscht haben.
"O Gott!", jammere ich und wanke ins Schlafzimmer zurück. "Glaubst du, er hat's gemerkt?"
"Ob ich glaube, wer was gemerkt hat?" Chaz umklammert mein Handgelenk, zieht mich zu sich aufs Bett und beginnt, die winzigen Knöpfe meines Kleids zu öffnen.
"Luke!", kreische ich. "Glaubst du, er hat die Spuren von deinem Bart in meinem Gesicht gesehen?"
"Wie sollte er denn? Er ist in Frankreich. Sag mal, wie werden wir dieses Ding los?"
"Nein, er ist nicht in Frankreich!", widerspreche ich und verscheuche Chaz' Hände. "Das war eben er, unten an der Tür!"
"An der Tür?" Er unterbricht seinen Versuch, mich auszuziehen, und seine Verwirrung wirkt zauberhafter denn je. Nicht, dass es mir zustehen würde, Chaz zauberhaft zu finden. "Luke ist an der Tür?"
"Jetzt nicht mehr." Genervt verscheuche ich wieder seine Hände. "Aber er kommt in einer halben Stunde zurück. Und deshalb musst du sofort gehen. Er weiß nicht, dass du hier bist, und dabei soll's auch bleiben." Ich springe auf und zerre Chaz' Smokingjackett unter seinen Kniekehlen hervor. "Wenn du so freundlich wärst, das anzuziehen und dieses Haus zu verlassen ."
"Moment mal." Chaz hebt eine dunkle Augenbraue. "Warte mal. Versuchst du mir allen Ernstes einzureden, du bist wieder mit Mr. Romance zusammen?"
"Ja, natürlich sind wir wieder zusammen." Ich werfe einen nervösen Blick zur Uhr hinüber. Noch fünfundzwanzig Minuten! In fünfundzwanzig Minuten kommt Luke zurück! Er ist nur zu einem Starbucks gegangen, um Kaffee und süße Teilchen für uns zu holen - oder was immer Starbucks an einem Neujahrsmorgen zu bieten hat. Meinetwegen könnte es fetter, ranziger Schweinebraten in einer Plastikpackung sein. Welche Rolle spielt das schon? "Was glaubst du denn, warum ich dich dauernd anflehe, endlich zu verschwinden? Er darf nicht wissen, dass du diese Nacht hier warst - und mit deinem Bart mein Gesicht zerkratzt hast."
"Lizzie ..." Seufzend schüttelt er den Kopf. Aber er zieht das Smokingjackett an. Gott sei Dank. "Er ist kein kleiner Junge, und du kannst ihn nicht für alle Zeiten beschützen. Irgendwann wird er das mit uns rausfinden."
Um mein Herz scheinen sich eisige Tentakel zu schlingen. "Mit uns? Chaz, es gibt kein Wir!"
"Was heißt das?" Er blickt von der Innentasche des Jacketts auf, in der er offensichtlich seine Brieftasche sucht. "Haben wir diese Nacht zusammen verbracht oder nicht?"
"Doch." Verzweifelt schaue ich wieder auf die Uhr. Noch vierundzwanzig Minuten. Und ich muss meine Haare waschen. Sicher hängen Konfetti von der Hochzeitsparty drin. Ganz zu schweigen von den Waschbärringen um meine Augen herum. Weil meine Wimperntusche wahrscheinlich verschmiert ist. "Aber wie gesagt, es ist nichts passiert."
"Nichts?", wiederholt er vorwurfsvoll. "Also, ich erinnere mich ganz deutlich, dass ich dich zärtlich in meinen Armen gehalten und unter einem Himmel voller herabfallender Sterne geküsst habe. Das nennst du nichts?"
"Es waren Ballons", verbessere ich ihn. "Keine Sterne."
"Was auch immer. Wie ich mich entsinne, hatten wir gesagt, wir würden am körperlichen Aspekt unserer Beziehung arbeiten."
"Nein, das hast du gesagt. Und ich sagte, wir beide hätten schmerzliche Trennungen hinter uns und müssten uns erst mal erholen."
Mit den Fingern fährt Chaz durch seine Haare, die nach allen Seiten vom Kopf abstehen. Konfetti rieselt heraus und landet auf meinem Bett. "Jedenfalls hast du gesagt, wir würden versuchen, unsere Beziehung auf eine neue Ebene zu verlagern. Wohin sollten die Küsse im Taxi denn sonst führen?"
Zweifellos ein stichhaltiges Argument. Keine Ahnung, was dieses Geknutsche im Taxi sollte.
Und warum ich es so sehr genossen habe.
Aber eins weiß ich ganz genau. Ich werde nicht hier herumstehen und darüber reden. Jetzt nicht.
"Wir haben zu viel getrunken", erkläre ich und werfe einen weiteren panischen Blick auf die Uhr. Zweiundzwanzig Minuten!

Autorenportrait:

Meg Cabot stammt aus Bloomington, Indiana, und lebt mit ihrem Ehemann und ihren zwei Katzen in New York City und Key West. Nach dem Studium hoffte sie auf eine Karriere als Designerin in New York und arbeitete währenddessen u. a. als Hausmeisterin in einem Studentenwohnheim. Mit großem Erfolg, denn immerhin ließ dieser Job ihr genügend Zeit, ihr erstes Buch zu schreiben. Inzwischen hat Meg Cabot mehr als 40 Romane verfasst und ist eine der erfolgreichsten Jugendbuchautorinnen der Welt. Ihre „Plötzlich-Prinzessin”-Romane wurden von Hollywood verfilmt.

7,95* EUR