Erotisch und spannend<br />
<br />Träumen Sie von einem attraktiven Werwolf als Liebhaber? Oder von der animalischen Seite Ihres Ehemanns? Für die junge Tierärztin Abra Barrow werden diese Fantasien Wirklichkeit, als ihr Mann Hunter von einer Geschäftsreise nach Rumänien seltsam ruhelos und unbeherrscht zurückkehrt. Um ihre Ehe zu retten, ziehen sie von New York aufs Land. Da taucht ein unwiderstehlicher Fremder auf ...<br />
<br />Der atemberaubende Auftakt einer gefährlich-sinnlichen Liebesgeschichte.<br />
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Träumen Sie von einem attraktiven Werwolf als Liebhaber? Oder von der animalischen Seite Ihres Ehemanns? Für die junge Tierärztin Abra Barrow werden diese Fantasien Wirklichkeit, als ihr Mann Hunter von einer Geschäftsreise nach Rumänien seltsam ruhelos und unbeherrscht zurückkehrt. Um ihre Ehe zu retten, ziehen sie von New York aufs Land. Da taucht ein unwiderstehlicher Fremder auf.
Es gibt viele verschiedene Manhattans. In welchem man lebt, hängt einmal von der geografischen Lage und dann auch von der jeweiligen Wahrnehmung ab. Ich wohne auf der Upper West Side, inmitten eines exzentrischen Tierreichs.§In meinem Manhattan schätzen es die Leute vor allem, wenn die Tiere groß sind - aristokratisch wirkende Jagdhunde mit breiten, weichen Mäulern, überfütterte Wachhunde, Pitbull-Mischlinge oder Huskies, die an Wölfe erinnern. Diese großen Tiere werden meist auch in großen Wohnungen gehalten, zum Beispiel in Sechszimmerwohnungen aus der Vorkriegszeit. Dazu kommen dann zwei Kinder und vielleicht ein Wochenendhaus in den Hamptons. Keiner hat also Zeit, mit dem Hund rauszugehen, und das Kindermädchen weigert sich, den Kot vom Bürgersteig zu kehren. Deshalb nimmt man sich meistens einen Hundeausführer.§Auf der East Side hingegen gibt es Züchtungen in Spielzeuggröße mit putzigen Riesenköpfen, als würden diese Tierchen unter Hydrozephalus leiden. Ihre Besitzer sind häufig älteren Jahrgangs. Die Kinder stehen längst auf eigenen Beinen und wurden also durch lebhafte Hundezwerge ersetzt, die darum besonders anziehend wirken, weil sie so kindlich zu bleiben scheinen.§In Downtown wiederum findet man die überstylten Fashion Victims, bezaubernd hässliche Rassen mit zerknautschten Gesichtern und nach oben gedrückten Schnauzen. Sie werden meist hechelnd und mit aufgerissenen, deformierten Mäulern hinter ihren fantastisch schönen Besitzern hergezogen.§Und dann gibt es noch die Exoten - schillernde Eidechsen, Papageien, Kaninchen, Totenkopfäffchen oder Stinktiere, denen man die Drüsen entfernt hat. Solche Tiere sehe ich normalerweise nicht außerhalb meiner Arbeit; sie fallen auch nicht in mein Spezialgebiet, sondern gehören zu einem anderen Manhattan. Deshalb war ich auch ziemlich überrascht, als ich den Mann mit der kleinen Schleiereule auf der Schulter entdeckte - wenn auch nicht so überrascht wie die anderen Fahrgäste in der U-Bahn.§Der Mann wirkte hellwach, ja geradezu angespannt, was zu seinem Äußeren aber kaum zu passen schien. Mit dem nicht ganz sauberen T-Shirt, das an seinem drahtigen Oberkörper klebte, sah er fast wie ein Obdachloser aus. Mir fielen seine hellbraunen, beinah gelben Augen auf, die den U-Bahn-Wagen unruhig im Visier behielten, ohne jedoch einen der anderen Fahrgäste direkt anzusehen. Ich hätte gern gewusst, wo er wohl den kleinen grauen Vogel gefunden hatte, wagte aber nicht, ihn anzusprechen. Viele Leute begingen den Fehler anzunehmen, dass sie einen Jungvogel retten, obwohl sie die frisch geschlüpfte Eule in Wirklichkeit aus ihrem Nest stehlen. Meine Freundin Lilliana war in der Lage, dieses Missverständnis einem jeden so plausibel zu erklären, dass die meisten die Stirn runzelten und beteuerten, sie hätten ja keine Ahnung gehabt. Wenn ich hingegen den Mund aufmachte, liefen die Leute häufig rot an und fingen an, sich empört zu rechtfertigen.§Die kleine Eule schmiegte sich enger an den Hals des Mannes. Er fasste nach ihr und streichelte sie. Eine blonde Geschäftsfrau rückte mit pikierter Miene von ihm ab, was ihm keineswegs entging.§Für einen Moment trafen sich unsere Blicke. Er zeigte die Andeutung eines Lächelns, als amüsiere ihn dieses Verhalten. Ich wandte mich ab, denn ich billigte es nicht, wenn man wilde Tiere als cooles Accessoire mit sich herumtrug. Solche Kreaturen sind nämlich meist wesentlich zerbrechlicher, als man annimmt.§Das war mir aus dem tiermedizinischen Institut bekannt, wo wir auch immer wieder Raubvögel eingeliefert bekamen. Wir waren die einzige Klinik, die sich in der New Yorker Gegend um Exoten kümmerte, so dass man normalerweise zu uns kam, wenn eine Anakonda den Appetit verlor oder sich ein Papagei den Fuß brach. Wir waren auch der einzige Anlaufpunkt, wenn eine Katze eine Dialyse brauchte oder sich ein Hund einer Chemotherapie unterziehen musste.§Aber ich nahm nicht an, dass dieser Mann da vorhatte, seinen klei
"'Wolfsträume' ist die Art Buch, das dich vor einem Treffen mit der Autorin dazu bringt, Silberkugeln mitzunehmen!" Neil Gaiman
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