Kurzbeschreibung:
Von sexy Vampiren und heißen Werwölfen!
Riley Jenson sucht noch ihren Platz im Leben. Das ist nicht leicht, denn in ihren Adern fließt das Blut der Werwölfe, und jedes Mal bei Vollmond muss sie gegen die Mondhitze ankämpfen, um nicht die Kontrolle über ihren Körper zu verlieren. Sollte das passieren, würde ihr ungezügeltes Verlangen alles andere verdrängen. Und das darf diesmal auf keinen Fall geschehen - sonst ist das Leben ihres Bruders keinen Cent mehr wert!
Eine wahrhaft ungewöhnliche Heldin, mit einem ganz besonderen Fluch!
Leseprobe:
Es war zwar schon nach Mitternacht, doch es war Freitagnacht, und Freitag hieß eigentlich Partynacht - zumindest für jene unter uns, die Single waren und nachts nicht arbeiteten. Dieser Stadtteil von Melbourne war nicht gerade aufregend, aber es gab immerhin einen Nachtclub, der sowohl Menschen als auch Nichtmenschen empfing. Ich besuchte ihn zwar nicht häufig, mochte allerdings die Musik und tanzte gern danach auf dem Nachhauseweg dazu auf der Straße.
Doch heute Nacht war keine Musik zu hören. Kein Gelächter. Nicht einmal trunkenes Gegröle. Neben dem Rauschen des Windes vernahm ich nur das Grollen des Verkehrs von der nahe gelegenen Schnellstraße sowie das Rattern eines Zuges, der gerade den Bahnhof verließ.
Der Club war bei Dealern sowie ihren Opfern sehr beliebt, weshalb er regelmäßig von der Polizei durchsucht und dichtgemacht wurde. Vielleicht hatte es ihn wieder einmal getroffen.
Aber wieso war auf der Straße nichts los? Wieso gab es nirgends schlecht gelaunte Partygänger auf der Suche nach anderen Clubs in anderen Gegenden?
Und wieso schmeckte der Wind nach Blut?
Ich rückte den Schulterriemen meiner Tasche zurecht, verließ den dämmerigen Bahnsteig und lief die Treppe zur Sunshine Avenue hoch. Die Lampen neben dem Ausgang brannten nicht, und sobald ich auf die Straße trat, wurde ich von Schatten umfangen.
Normalerweise machte mir Dunkelheit nichts aus. Schließlich bin ich ein Kind des Mondes und der Nacht und daran gewöhnt, zu unchristlichen Zeiten durch die Straßen zu streifen. Obwohl der Mond in jener Nacht beinahe voll war, drang sein silbriges Licht nicht durch die dicke Wolkendecke. Doch seine Kraft flirrte in meinen Adern - eine Hitze, die in den folgenden Nächten noch steigen würde.
Es war aber nicht der bevorstehende Vollmond, der mich so kribbelig machte. Es war auch nicht der fehlende Lärm von dem ansonsten so lauten Club. Es war noch etwas anderes, etwas, das ich nicht genau ausmachen konnte. Die Nacht fühlte sich irgendwie nicht richtig an, und ich hatte keine Ahnung, warum.
Einfach ignorieren konnte ich das Gefühl aber auch nicht.
Ich verließ die Straße, auf der die Wohnung lag, die ich mit meinem Zwillingsbruder teilte, und bog in Richtung Nachtclub ab. Vielleicht bildete ich mir diesen Blutgeruch nur ein - oder dass mit dieser Nacht etwas nicht in Ordnung war. Möglicherweise hatte die Ruhe im Club nichts mit meiner Empfindung zu tun. Eins stand jedenfalls fest: Ich musste den Grund herausfinden. Andernfalls würde ich nicht schlafen können.
Neugierde tötet nicht nur Katzen, sondern häufig auch wissbegierige Werwölfe. Oder, wie in meinem Fall, Halbwerwölfe. Ich wollte lieber nicht darüber nachdenken, wie viel Ärger mir mein unfehlbares Gespür für Schwierigkeiten im Lauf der Jahre bereits eingebracht hatte. Normalerweise war in solchen Situationen mein Bruder an meiner Seite, kämpfte mit mir oder brachte mich in Sicherheit. Doch Rhoan war nicht zu Hause, und ich konnte ihn auch nicht erreichen. Er arbeitete als Wächter der AfAR, der Abteilung für Andere Rassen, eine Behörde, die irgendwo zwischen der Polizei und dem Militär angesiedelt war. Die meisten Leute hielten diese Abteilung nur für eine Polizeieinheit, die auf die Festnahme nichtmenschlicher Krimineller spezialisiert war, und in gewisser Weise hatten sie damit recht. Doch die Abteilung erforschte in Australien sowie in Übersee sämtliche Bereiche nichtmenschlichen Lebens, und die Wächter nahmen nicht nur Leute fest, sondern besaßen zusätzlich die Befugnis, als Richter, Geschworene und Scharfrichter gleichzeitig zu fungieren.
Auch ich arbeitete für diese Abteilung, aber nicht als Wächter. Ich war nicht skrupellos genug und war nur als Mädchen für alles, sozusagen, in ihre Reihen aufgenommen worden. Natürlich war ich wie die meisten Leute, die in welcher Funktion auch immer für die Abteilung arbeiteten, auf meine Eignung als Wächter überprüft worden. Doch ich war ziemlich froh, durch diesen Test gefallen zu sein - vor allem, weil achtzig Prozent der Tätigkeit eines Wächters aus Attentaten bestand. Ich mochte zum Teil ein Wolf sein, aber ich war kein Killer. Rhoan war der Einzige aus unserer Familie, der diesen besonderen Instinkt geerbt hatte. Wenn ich ein Talent besaß, dann dass ich Ärger anzog wie ein Magnet.
Was ganz natürlich war, weil ich meine Nase ständig in Dinge steckte, die mich nichts angingen. Aber hielt mich die Aussicht auf Ärger etwa davon ab? Nicht die Spur.
Ich grinste, schob meine Hände in die Manteltaschen und beschleunigte meine Schritte. Das Klacken meiner hohen Absätze auf dem Asphalt hallte durch die leere Straße. Falls mich wirklich Ärger erwartete, war es nicht gut, mich derart anzukündigen. Ich wich also auf den Rasenstreifen aus, der die Straße vom Bürgersteig trennte, und versuchte, nicht mit den Hacken in der Erde stecken zu bleiben, während ich weiterging.
Die Straße bog nach links ab, und die heruntergekommenen Häuser auf beiden Seiten wurden von ebenso maroden Fabrikhallen und Lagerhäusern abgelöst. Vinnies Nachtclub lag etwa auf der Hälfte der Straße, und schon aus dieser Entfernung war zu sehen, dass der Laden geschlossen hatte. Die grelle rot-grüne Leuchtreklame brannte nicht, und vor dem Gebäude lungerten keine Gäste herum.
Doch sowohl der Gestank nach Blut als auch mein Gefühl, dass hier etwas nicht stimmte, hatten sich deutlich verstärkt.
Ich blieb neben einem Eukalyptusbaum stehen, hielt meine Nase in den schwachen Wind und versuchte, Gerüche aufzuschnappen, die mir verrieten, was da vor sich ging.
Neben dem intensiven Odeur von Blut witterte ich Exkremente, Schweiß und Angst. Wenn ich die beiden Letzteren aus einer so großen Entfernung wahrnehmen konnte, musste schon etwas Gewaltiges im Gange sein.
Ich biss mir auf die Lippen und überlegte kurz, ob ich die Abteilung informieren sollte. Ich war nicht dumm - glaubte ich jedenfalls -, und egal, was in dem Club passierte, es stank förmlich nach einer großen Sache. Aber was sollte ich berichten? Dass es in der Straße nach Blut und Kot roch? Dass ein Nachtclub, der normalerweise Freitagabend geöffnet hatte, seltsamerweise geschlossen war? Deshalb schickten sie wohl kaum eine Truppe los. Also musste ich die Angelegenheit erst einmal selbst in Augenschein nehmen.
Je näher ich kam, desto mehr verstärkte sich das ungute Gefühl in meinem Bauch und desto sicherer war ich, dass in dem Club etwas nicht stimmte.
Rezension:
Du wirst es lieben! Kim Harrison