Kurzbeschreibung:
Von klugen Köpfen und mutigen Kämpfern - das einzigartige Heldenbuch
Sie haben das Unmögliche möglich gemacht, für das Gute gekämpft und spektakuläre Taten vollbracht - die Helden dieser Welt! Doch wie wird man ein echter Held? Das verraten Ian und Jeff Kennedy, die ein großartiges Sammelsurium an Heldenbiografien zusammengetragen haben: Berühmte und vergessene, laute und leise Helden, Helden wider Willen und solche, die es werden wollten - quer durch die Geschichte begegnen sich hier die faszinierenden Lebenswege von Christoph Columbus, Katharina der Großen, Karl May, Mutter Theresa und vielen, vielen anderen. Spannende Abenteuer und packende Schicksale laden zum Schmökern, Staunen und Entdecken ein - und lassen kleine wie große (Lese-)Helden nicht mehr los!
. Die 50 außergewöhnlichsten und wichtigsten Helden und Heldinnen der Welt
. Mit Porträtbildern, Heldenbiografien, erfrischenden Anekdoten und Zitaten
. Ausstattung im Retrodesign und mit Goldfolienprägung
Leseprobe:
EINFACH, ABER GENIAL!
Wenn sich Seeleute in Kneipen treffen, erzählen sie jede Menge Geschichten, vor allem natürlich Seemannsgarn. So auch in den Hafenkneipen der nahe Madeira gelegenen kleinen Insel Porto Santo, die ein beliebter Treffpunkt von Seefahrern sind, die zwischen Europa und Afrika verkehren.
Christoph Kolumbus, der seit seiner Heirat 1479 mit der Tochter des portugiesischen Inselgouverneurs auf der Insel lebt, kennt natürlich diese Art von Erzählungen, und er weiß, Fantasie von Wahrheit zu unterscheiden. Neugierig folgt er den Geschichten.
Von angeschwemmten Baumstämmen ist die Rede, deren Holz rötlich ist. Ein Holz, das selbst erfahrenen Schiffszimmerleuten unbekannt ist. Auch sei erst kürzlich eine merkwürdige Wasserleiche gefunden worden, die weder europäischer noch afrikanischer Herkunft gewesen sein könne.
Während die Seeleute noch nach Erklärungen suchen, verlässt Kolumbus wortlos das Lokal.
Er ist der Lösung dieses und ähnlicher Rätsel schon eine Weile auf der Spur. Und nun ist ihm endlich klar geworden: Der Baumstamm wie der Tote können nur aus Indien stammen!
Wahrscheinlich hat sie ein Sturm auf den Atlantik hinausgetrieben, bis sie schließlich die Insel Madeira erreicht haben, die rund 1000 km vom europäischen Festland entfernt im Atlantik liegt.
In seinem Haus rollt Kolumbus eine Seekarte aus. Sie stammt von dem berühmten Kartografen Paolo Toscanelli und zeigt im Westen auf der anderen Seite des Atlantiks die Linie einer unbekannten Küste. Diese Küste taucht auch auf anderen Karten auf, die Kolumbus in Bibliotheken entdeckt oder von seinem Schwiegervater erhalten hat. Zudem berichten einige portugiesische Seefahrer in ihren Logbüchern davon. Diese Logbücher, Roteiros genannt, sind hochgeheim und nur mithilfe guter Beziehung zu beschaffen. Denn jedes neu entdeckte Stück Land kann Geld und Macht bedeuten. So lassen sich an der afrikanischen Westküste Gold, Elfenbein und Sklaven finden, in Indien besonders Gewürze, und China hat kostbare Seidenstoffe zu bieten. Doch während die afrikanische Küste mehr und mehr von Spaniern und Portugiesen erforscht und erobert wird, ist der Landweg nach Indien unterbrochen. Schuld ist das Osmanische Reich. Im 15. Jahrhundert gelingt es nämlich den Türken, ihr Reich auf Teile Nordafrikas, Kleinasiens und den Balkan auszudehnen. Pfeffer, Muskat, Zimt und andere Gewürze sind mittlerweile deswegen unbezahlbar geworden. Wer einen Seeweg nach Indien fände, wäre ein gemachter Mann.
Und genau darauf setzt Kolumbus. Allerdings möchte er nicht Afrika umrunden müssen, sondern Indien auf dem "direkten" Weg erreichen. Quer über den Atlantik segeln, das ist seine einfache, aber geniale Idee.
Da die Erde eine Kugel ist, spielt es keine Rolle, ob man von Europa aus nach Osten oder Westen segelt. In jedem Fall trifft man auf Indien. Nur dass der Weg über den Atlantik kürzer ist. Denn hier liegt kein Erdteil wie Afrika im Weg. Glaubt jedenfalls Kolumbus. Schließlich hat er alle verfügbaren Karten studiert und alle Bücher gelesen, die von einer unbekannten Küste im Westen berichten. Diese Küste gibt es, daran hat er keinen Zweifel. Nur hat es noch niemand gewagt, dort wirklich an Land zu gehen und es einfach in Besitz zu nehmen. Nichts anderes aber hat Kolumbus vor. Eigentlich könnte er sofort lossegeln. Doch dazu fehlen ihm noch ein paar Kleinigkeiten: ein Schiff, eine Mannschaft und Geld für die Expedition.
SEEMANN, DEINE HEIMAT IST DAS MEER
Christoph Kolumbus ist in einer Hafenstadt aufgewachsen. Von klein auf sind ihm Schiffe vertraut. Sie bedeuten für ihn nicht nur ferne Länder und Abenteuer, sondern auch möglichen Reichtum und Ruhm.
Im Sommer 1451 wird es in Genua geboren, einer kleinen Republik in Italien, als Sohn eines Wollwebers und eines von fünf Kindern. Die Schulzeit ist kurz und hart. Christoph lernt schnell. Neben Sprachen wird Mathematik zu seinem Lieblingsfach. Doch eine gute Bildung ist noch kein Beruf. Immerhin schafft es Christoph, für kurze Zeit an der Universität von Pavia Mathematik zu studieren, bevor er sein eigenes Geld verdienen muss.
Eine erneute Kaperfahrt führt den mittlerweile 25-Jährigen in den Atlantik vor die Küste Portugals. Diesmal jedoch ist der Gegner siegreich und seine Galeasse geht in Flammen auf. In letzter Minute springt Kolumbus von Bord und rettet sich an Land. Doch der längst erfahrene Seemann weiß die Niederlage als Chance zu nutzen, denn Portugal ist das Land der Seefahrer. Kein anderes Land hat so viele Expeditionen zu unbekannten Küsten unternommen und so viele neue Seekarten erstellt. In Lissabon arbeitet Kolumbus zunächst für einige Zeit als Kartenzeichner, bevor er wieder zur See fährt. Diesmal vor allem auf portugiesischen Schiffen, die den nördlichen und südlichen Atlantik erkunden. Seine freie Zeit verbringt er bei seiner Frau auf Porto Santo, wo nach und nach seine große Idee heranreift.
Zunächst sucht Kolumbus in Portugal nach einem Geldgeber für seine Idee. Mit viel Überredungskunst gelingt es ihm schließlich, eine Audienz beim portugiesischen König zu erhalten. Selbstbewusst legt er seine Pläne auf den Tisch und erläutert jedes Detail. Immer wieder weist er darauf hin, dass die Entfernung zwischen Europa und Asien höchstens 3 000 Seemeilen, also etwa 5 556 km, betragen kann. Diese Entfernung hatte auch der Kartograf Toscanelli berechnet. Kein Problem für ein gutes Schiff.
Der König ist zwar beeindruckt, fragt aber seine eigenen Kartografen, die nur den Kopf schütteln. Ihrer Ansicht nach ist Asien sehr viel weiter entfernt. Wütend verlässt Kolumbus den Palast und macht sich auf den Weg nach Spanien. Auch dort gibt es einen König und eine einflussreiche Königin noch dazu. Doch Ferdinand II. von Aragon und Isabella I. von Kastilien haben andere Sorgen. Bei Granada führen sie noch immer Krieg gegen die letzten Mauren in Spanien. Gleich mehrfach wird Kolumbus abgewiesen. Noch dazu gelingt den Portugiesen in dieser Zeit die Umseglung Südafrikas. Der östliche Seeweg nach Indien ist also frei, und Christoph muss sich ranhalten, damit ihm nicht alle zuvorkommen auf dem Weg zu Reichtum und Macht.
Da beschließt Kolumbus, nach Frankreich aufzubrechen und dort sein Glück zu versuchen. Inzwischen aber sind die Mauren aus Spanien vertrieben und das junge spanische Königspaar sucht neue Ziele. Vor allem aber will es seine Macht vergrößern. Da fällt Ferdinand und Isabella der Seefahrer aus Genua ein, der von einem neuen Seeweg nach Indien gesprochen hat. Ein Bote bringt ihn an den Hof. Kolumbus ist am Ziel.
Autorenportrait:
Ian und Jeff Kennedy hatten schon als Kinder auf dem Schulhof die Helden gespielt und wären am liebsten Entdecker oder Astronaut geworden. Oder Indianerhäuptling oder Freiheitskämpfer. Am besten alles auf einmal. Gerne hätten sie mehr über Helden gelesen,