Rezension:
"Es ist der Ton, es sind die Dialoge, die den Charme seiner Bücher ausmachen, einen Charme, der von Witz und Schlagfertigkeit lebt, aber auch von einer ganz unsentimentalen, unterschwelligen Zärtlichkeit." Tilman Krause, Die Welt
"Magnusson ist mit leichter Hand ein Werk voller Witz und Wunder gelungen, ein sprachlich fein geschliffener Spiegel unserer Selbstbetrügereien und eine gelungene Synthese alter und neuer Welt: "Das war ich nicht" ist so spannend wie ein amerikanischer Thriller und so tiefgründig, wie es sich für den vielversprechenden Nachwuchs im Land der Dichter und Denker gehört." WAZ
"Ein Wirbel von einem Buch und fulminant geschrieben. Zum Schreien Komisch, berührend und klug!" NDR Kulturjournal
""Das war ich nicht" fesselt bis zuletzt mit einer überaus witzigen, klug komponierten Geschichte und raffiniert glaubwürdigen Figuren. Dieser Roman über die Paradigmen des Kapitalismus samt den Generalthemen seiner Krisen überzeugt als hinreißend vergnüglicher, gänzlich unangestrengter Exkurs über den Verlust ideologischer Illusionen und materieller Irrläufer, die wie ein angemessener Preis für die Lust am menschlichen Maß und die Unbeschwertheit des Lebens erscheinen." Irene Bazinger, FAZ
Kurzbeschreibung:
Jasper Lüdemann hat es geschafft. Er ist aus dem Back Office in den Händlersaal der großen Investmentbank in Chicago aufgestiegen, Desk 3, Futures und Optionen. Jetzt kann er zeigen, was in ihm steckt. Privatleben ist abgemeldet. Zwischen dreißig und vierzig muss man für die Karriere brennen. Meike ist Übersetzerin. Der Bestsellerautor Henry LaMarck ist »ihr« Autor, ihre Existenzgrundlage. Den versprochenen großen Roman hat er nicht abgeliefert und ist auch nicht erreichbar. Um ihn zu finden, ist sie in Chicago. Henry LaMarck ist von der Verlagsparty zu seinem sechzigsten Geburtstag abgehauen und in einem Hotel untergetaucht. Er kann nicht mehr schreiben, er ist einsam, aber er hat sich verliebt. In ein Foto von einem jungen Banker, der verzweifelt auf die fallenden Kurse starrt. Fallende Kurse. Seit Jasper Meike in einem Cafe getroffen hat, brennt er für sie. Um ihr zu imponieren, zeigt er ihr, wie man Geschäfte macht. Er kauft Optionen ohne Kundenvollmacht. Erst macht er Gewinn. Dann Verluste, existenzgefährdende Verluste. Eine aussichtslose Lage, bis er Henry LaMarck begegnet. »Das war ich nicht« erzählt von drei Menschen, deren Leben durch Zufall in eine abenteuerliche Abhängigkeit gerät. Und gäbe es nicht die Möglichkeit der Liebe, vielleicht auch ihre Unmöglichkeit, die dem Leben eine andere, unvermutete Wendung gibt, wer weiß, ob sich ein Ausweg finden würde. Eine Bank, ein Leben ist schnell ruiniert. Das ist das Erschreckende, aber auch das Komische an diesem Roman von Kristof Magnusson, der eine große Spannung entfaltet und unvergessliche Charaktere schafft.
Autorenportrait:
Kristof Magnusson, geboren 1976 in Hamburg, studierte am Deutschen Literaturinstitut Leipzig und lebt als Autor und Übersetzer aus dem Isländischen in Berlin. Seine Komödie »Männerhort« lief an über 30 Theatern im In- und Ausland, unter anderem in Berlin mit Christoph Maria Herbst und Bastian Pastewka. Sein viel beachteter Debütroman »Zuhause« (Kunstmann 2005) wurde 2006 mit dem Rauriser Literaturpreis ausgezeichnet.