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Ontologie des Nicht-Seienden. Neue Studien zur Philosophie, Band 21

   von Alexander Aichele

buch.de-Verkaufsrang:
ISBN-10:
3-525-30522-2
ISBN-13:
978-3-525-30522-5
Erschienen:
08.2009
Sofort lieferbar
Aus der Reihe:
«Neue Studien zur Philosophie»
Einband:
gebunden
Sonstiges:
23,5 cm
Seitenzahl:
493
Gewicht:
928 g
Erschienen bei:
Vandenhoeck + Ruprecht

Kurzbeschreibung

In seiner Physik entwirft Aristoteles eine Theorie des von Natur aus Seienden. Sie begreift die erkenntnisunabhängige Realität als bestimmbare Bewegung und einzelne Dinge als Resultat von Bewegungsbestimmungen. Dies geschieht vermittels der Unterscheidung der Begriffe von dynamis, energeia und entelecheia, die seine weiteren Schriften zur Naturforschung fundieren. Ein systematischer Durchgang durch deren Gegenstände - Körper, Seele, Gott - zeigt, dass zu deren Erfassung die Annahme transzendenter Entitäten unnötig ist. Die aristotelische Physik bietet somit eine Metaphysik ohne Transzendenz.

Die aristotelische Physik ist, was die Erklärung einzelner physikalischer Phänomene angeht, spätestens seit Kopernikus und Newton völlig überholt. Dies gilt jedoch nicht für Aristoteles' Analyse des Begriffs der Bewegung, der das von Natur aus Seiende bzw. die Realität selbst erfasst. Das Interesse, das die Untersuchung bewegt, ist daher ein metaphysisches. Es soll nämlich gezeigt werden, dass Aristoteles mit seinen in der Physikvorlesung entwickelten begrifflichen Mitteln einen realistisch verstandenen Substanzbegriff im Sinne eines für sich bestehenden, wohldefinierten physischen Objekts unterläuft. Versteht man nun alles, was es gibt, als von sich aus bestimmten Gegenstand, wird ein Unternehmen, das diesen Begriff unterschreitet, indem es dasjenige aufzufinden sucht, was bestimmter Gegenständlichkeit selbst noch zugrunde liegt, zu einer "Ontologie des Nicht-Seienden" führen. Sie geht davon aus, dass es sein könnte, dass bestimmte Gegenständlichkeit erst das Resultat einer Bestimmung darstellt, die sich auf unabhängig von dieser Bestimmung Vorliegendes und damit zunächst Unbestimmtes bezieht. Aristoteles arbeitet ebendiese Möglichkeit in seiner Physik vermittels der Unterscheidung der Begriffe von dynamis, energeia und entelecheia heraus und legt sie seine weiteren Schriften zur Naturforschung zugrunde. Dies führt zur Frage, ob das von diesem Modell beanspruchte Erklärungspotentials hinsichtlich des von Natur aus Seienden die Annahme transzendenter Entitäten erfordert, die unabgängig vom Natur aus Seienden bestünden. Es wird sich zeigen, dass die aristotelische Naturforschung solches weder voraussetzt noch dessen bedarf, da dessen Behauptung die menschlichen Erkenntnismöglichkeiten unzulässig überschritte. Es ergibt sich daher das Modell einer Metaphysik ohne Transzendenz.



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