Masse - Mensch
Anhang
Anmerkungen
Nachwort
Das epochemachende expressionistische Theater-Stück, das in einer ersten Fassung unter dem Titel Masse 1920 uraufgeführt wurde, untersucht den Hintergrund des Scheiterns utopischer Entwürfe wie etwa der deutschen Revolution nach dem Ersten Weltkrieg, stellt dabei die Frage nach der Legitimation von Gewalt und der Schuld des politisch Handelnden und thematisiert den Konflikt zwischen den revolutionären Forderungen der aufgestachelten "Masse" und dem Gewissen des Einzelnen.
Tollers Stück wird hier in der unzensierten Buchfassung von 1925 wiedergegeben. Ein ausführlicher Kommentar und ein luzides Nachwort erleichtern den Zugang zu diesem wichtigen Text.
Ernst Toller, 1. 12. 1893 Samotschin bei Bromberg (Posen) - 22. 5. 1939 New York.§Der Sohn eines jüdischen Kaufmanns begann im Februar 1914 mit dem Jurastudium an der Ausländeruniversität Grenoble, kehrte dann bei Kriegsbeginn über die Schweiz nach Deutschland zurück und meldete sich freiwillig. In München beteiligte er sich an der Antikriegsbewegung und als Mitglied der USPD an der bayerischen Revolution und der Räteregierung. Nach der Ermordung Kurt Eisners 1919 wurde er Vorsitzender des Zentralrats und Abschnittskommandeur der Roten Garde bei Dachau. Nach dem Scheitern der Revolution wurde T. verhaftet und wegen Hochverrats zu fünf Jahren Festungshaft verurteilt.§1933 emigrierte er und gelangte über die Schweiz, Frankreich und England schließlich in die USA. Im Exil gründete er eine Hilfsaktion für die span. Zivilbevölkerung. Kurz nach dem Sieg Francos erhängte sich Toller in seinem New Yorker Hotelzimmer. Während seiner Haftzeit entwickelte sich Toller mit Stücken, die die Problematik revolutionären Handelns reflektieren, zu einem der bedeutendsten Dramatiker der Weimarer Republik.
€ 3,00