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Im Anfang war die Gebärde

Die Geschichte der evangelischen Gehörlosenseelsorge von ihren Berliner Anfängen bis 1992
  • ISBN:3-88981-287-2
  • EAN:9783889812872
  • Veröffentlichungsdatum:Januar 2010
  • Gewicht in g:690
  • Auflage:1. Auflage
  • Seiten:395

EUR 29,80

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Kurzbeschreibung von: Im Anfang war die Gebärde

Dieses Buch will ermutigen, tiefer in die Geschichte der Deutschen evangelischen
Gehörlosenseelsorge einzudringen. An vielen Orten ruhen noch
Schätze, die gehoben und bewahrt werden müssen. An vielen Stellen
schlummern in den Archiven Beispiele für ein besseres Verständnis der Vergangenheit,
die ihre Auswirkungen bis in die Gegenwart haben.
Den Schwerpunkt meiner Arbeit bildet Berlin-Brandenburg. Von Berlin
gingen wesentliche kirchliche und schulische Impulse aus für die Förderung
der Gehörlosen (Taubstummen) in Preußen, seinen Provinzen und dem
Deutschen Reich nach 1871. In Berlin liegt auch die einzige Gehörlosengemeinde
Deutschlands, die durch die Mauer achtundzwanzig Jahre geteilt
war.
Beispiele aus den Landeskirchen zeigen die Entwicklung der Gehörlosenseelsorge.
Übergreifend wird versucht, die Anstöße und die Aktivitäten der
Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Evangelische Gehörlosenseelsorge e.V.
(DAFEG) nicht nur im landeskirchlichen Bereich, sondern auch im ökumenischen
Zusammenhang aufzuzeigen. Von den ersten Ansätzen der Seelsorge
in der Reformation bis zur Vereinigung der 31 Jahre getrennten
Arbeitsgemeinschaft 1992 reicht der Bogen. Einen breiteren Raum nimmt
das Dritte Reich mit seinen die Menschenwürde verachtenden Gesetzen ein.
Natürlich konnte sich die Gehörlosenseelsorge in den Jahrhunderten der
Diskussion nicht entziehen. Ist die orale Methode oder die Gebärde das richtige
Mittel, die deutsche Sprache zu erlernen? Für die Gehörlosenseelsorge
ist letztlich entscheidend, wie das Evangelium, die frohe Botschaft der Bibel,
die jedem Menschen gilt, gehörlosen Kindern und Erwachsenen verständlich
und glaubwürdig vermittelt werden kann.
Das Buch zeigt: In weiten Teilen besteht auch in kirchlichen Kreisen
Unverständnis über die seelische Entwicklung von Gehörlosen. Ein Gehörloser
ist von einem Hörenden in seinen Reaktionen, seinem Denken so verschieden
wie ein Europäer von Angehörigen anderer Kulturen.
Ausgewählte Dokumente befinden sich im Anhang. Bei den Quellen stütze
ich mich auf den Bestand im Evangelischen Zentralarchiv in Berlin (EZA)
und dem Landeskirchlichen Archiv Berlin-Brandenburg (ELAB). Beim EZA
folge ich den neuen Signaturen der Akten. Die Tätigkeitsberichte der Vorsitzenden
der DAFEG bilden eine wichtige Quelle. Als Schriftführer der DAFEG
von 1976 bis 1992 hatte ich Einblicke in die verschiedenen Vorhaben und
Projekte. Bei den 670 Namen im Register bleiben einige Vornamen zu ergänzen.
Für die Jahre von 1971 bis 1975 lag mir kein Material vor, es gab nicht
einmal Jahresberichte von Stoevesand.
Einige Fragen bleiben: Was haben die evangelischen Kirchen für die
Gehörlosenseelsorge bewirkt? Wie ernst nehmen die Kirchenleitungen in
den deutschen Landeskirchen die Seelsorge an gehörlosen Mitchristen? Wird
diese sprachliche Minderheit, die in der hörenden Kirche wie in einer Personalgemeinde,
verteilt über die ganze Kirche Berlin-Brandenburg lebt, als
Partner ernst genommen?
Vielleicht finden die Leser auf diese Fragen eine Antwort aus der
Geschichte für heute.
Mein Dank gilt allen, die mich bei diesem Buch unterstützt haben: Herrn
Dr. Helmut Sander und Frau Elisabeth Stephanie (†) vom Evangelischen Zentralarchiv
in Berlin. Mein besonderer Dank gilt Herrn Dr. Wolfgang Krogel
vom Landeskirchlichen Archiv Berlin-Brandenburg sowie für den Verein für
Berlin-Brandenburgische Kirchen Herrn Dr. Peter Johann und Herrn Dr.
Lorenz Wilkens. Für das Korrekturlesen danke ich Herrn Dr. Ulrich Schröter,
Herrn Pastor Horst Paul, Frau Ingeburg Limpach, für die Hilfe am PC meinem
Sohn Jean-Otto. Meiner Frau danke ich für die Geduld, Ermutigung und Mithilfe.

von Hans Jürgen Stepf