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Die deutsche Seele

Die deutsche Seele

von Thea Dorn Richard Wagner (buch)

„Thea Dorns und Richard Wagners Buch ist gescheit und kritisch, die deutsche Seele wird zwischen Abendbrot und Strandkorb ohne Gejammer erforscht, immer an meist zusammengesetzten Substantiven entlang. Zum Glück nicht gar zu ‚tief‘, dafür mit schönen Bildern.“ weiterlesen
  • buch.de-Verkaufsrang:2.284
  • ISBN-10:3-8135-0451-4
  • EAN:9783813504514
  • Erscheinungstermin:07.11.2011
  • Verlag:Knaus
  • Einband:gebunden
  • Kundenbewertung:
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  • Sprache:Deutsch
  • Seiten:560
  • Gewicht:1477 g

Kurzbeschreibung:

„Thea Dorns und Richard Wagners Buch ist gescheit und kritisch, die deutsche Seele wird zwischen Abendbrot und Strandkorb ohne Gejammer erforscht, immer an meist zusammengesetzten Substantiven entlang. Zum Glück nicht gar zu ‚tief‘, dafür mit schönen Bildern.“

Beschreibung der Redaktion:

Von Gemütlichkeit und Grundgesetz, von Abendbrot bis Zerrissenheit. Alles was deutsch ist.


So ein Buch hat es noch nicht gegeben. Zwei Autoren, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, erkunden liebevoll und kritisch, kenntnisreich und ohne Berührungsängste, was das eigentlich ist, die deutsche Seele. Sie spüren sie auf in so unterschiedlichen Begriffen wie »Abendbrot« und »Wanderlust«, »Männerchor« und »Fahrvergnügen«, »Abgrund« und »Zerrissenheit«. In sechzig Kapiteln entsteht auf diese Weise eine tiefgründige und facettenreiche Kulturgeschichte des Deutschen.


Alle Debatten über Deutschland landen am selben Punkt im Abseits: Darf man das überhaupt öffentlich sagen, etwas sei »deutsch« oder »typisch deutsch«? Kann man sich mit dem Deutschsein heute endlich versöhnen? Man muss es sogar, meinen Thea Dorn und Richard Wagner. Sie verspüren eine große Sehnsucht danach, das eigene Land wirklich kennen zu lernen, und machen Inventur in den Beständen der deutschen Seele. Ihr Buch ist eine erkenntnisreiche und unterhaltsame Reise an die Wurzeln unseres nationalen Erbes und geht durchaus ans Eingemachte. Obwohl es sich auch als Enzyklopädie lesen lässt, sind die Texte nicht aus nüchterner Distanz geschrieben. Auf diese Weise entstehen leidenschaftliche Plädoyers für bestimmte Merkmale des Deutschen, für ein damit verbundenes Lebensgefühl. Diese »Liebeserklärung« der Autoren ist ein sinnliches, reich bebildertes Buch, das die deutsche Seele einmal nicht seziert, sondern sie anspricht.

Pressestimmen:

Das Buch zeigt, wie wichtig es ist, die Kultur in der wir verwurzelt sind gut zu kennen und dass es möglich ist, sich an ihr und sogar an der deutschen Seele auch und gerade wegen ihrer Zerrissenheit zu erfreuen. Das ist allemal besser als seelischer Gleichschritt, ganz gleich welcher Richtung. RBB kulturradio

Zusatzinformationen (Autorenportrait):

Thea Dorn, geboren 1970 bei Frankfurt am Main, machte eine Ausbildung in klassischem Gesang. Anschließend wandte sie sich dem Studium der Philosophie und Theaterwissenschaft in Frankfurt, Wien und an der Freien Universität Berlin zu, wo sie eine Zeitlang Dozentin für Philosophie war. Schon mit 24 veröffentlichte sie ihren ersten Roman »Berliner Aufklärung«, für den sie den Raymond-Chandler-Preis erhielt. Es folgten »Ringkampf« und »Marleni«, ein Theaterstück über Marlene Dietrich und Leni Riefenstahl, und ihr dritter, mit dem »Deutschen Krimipreis« ausgezeichneter Roman »Die Hirnkönigin«. Für die Reihe »Tatort« schrieb Thea Dorn ein Drehbuch, das 2002 von Radio Bremen verfilmt wurde. Ein weiteres Mal sorgte sie 2004 mit „Die Brut“, einem Roman, der die Höllenfahrt einer modernen Karrieremutter beschreibt, für Furore. Zuletzt erschien von ihr "Die neue F-Klasse. Wie die Zukunft von Frauen gemacht wird". Seit Oktober 2004 moderiert sie den Bücher-Talk-Sendung »Literatur im Foyer« im SWR und seit Januar 2008 den ARTE-Kulturtalk »Paris-Berlin. Die Debatte«. Thea Dorn lebt als freie Autorin in Berlin.
Thea Dorn, geboren 1970 bei Frankfurt am Main, machte eine Ausbildung in klassischem Gesang. Anschließend wandte sie sich dem Studium der Philosophie und Theaterwissenschaft in Frankfurt, Wien und an der Freien Universität Berlin zu, wo sie eine Zeitlang Dozentin für Philosophie war. Schon mit 24 veröffentlichte sie ihren ersten Roman »Berliner Aufklärung«, für den sie den Raymond-Chandler-Preis erhielt. Es folgten »Ringkampf« und »Marleni«, ein Theaterstück über Marlene Dietrich und Leni Riefenstahl, und ihr dritter, mit dem »Deutschen Krimipreis« ausgezeichneter Roman »Die Hirnkönigin«. Für die Reihe »Tatort« schrieb Thea Dorn ein Drehbuch, das 2002 von Radio Bremen verfilmt wurde. Ein weiteres Mal sorgte sie 2004 mit „Die Brut“, einem Roman, der die Höllenfahrt einer modernen Karrieremutter beschreibt, für Furore. Zuletzt erschien von ihr "Die neue F-Klasse. Wie die Zukunft von Frauen gemacht wird". Seit Oktober 2004 moderiert sie den Bücher-Talk-Sendung »Literatur im Foyer« im SWR und seit Januar 2008 den ARTE-Kulturtalk »Paris-Berlin. Die Debatte«. Thea Dorn lebt als freie Autorin in Berlin.
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„Vom Abendbrot zur Zerrissenheit”

11.05.2012

Rezension von Michael Lehmann-Pape Top-100 Rezensent

„Dies ist ein Buch, in dem du nicht gewarnt wird vor dem Deutschen“.
Und: „Wir machen uns keine Sorgen, dass Deutschland sich abschafft. Wir sehen nur, dass es sich herunterwirtschaftet, sein Gedächtnis verliert“.

Zwei Sätze aus dem Vorwort, die Atmosphäre und Stil des Buches durchaus zutreffend vorweg beschreiben. Die deutlich machen, dass in positiver, würdigender Weise die beiden Autoren sich jenem „Gedächtnis“ verhaften, dass in ihren Augen verloren zu gehen droht. Was dieses Land eigentlich ist, jenseits von „lexikalischer Auskunft“, von nüchternen Fakten.

Wie also stellt sie sich dar, die deutsche Seele? Der die Autoren in vielfacher Hinsicht, alphabetisch in den Themenbereichen geordnet, essayhaft nachgehen.

Abendbrot und Arbeitswut finden sich neben Bierdunst und Dauerwelle. Doktor Faust muss ja erwähnt werden, aber auch der Fußball und die Gemütlichkeit. Gründerzeiten werden betrachtet, die Neigung zum Kitsch ebenso aufgegriffen wie das Mutterkreuz, das deutsche Pfarrhaus. Aber auch der Schrebergarten findet sich neben dem Sozialstaat wieder, Winnetou hat seinen Auftritt, der Vater Rhein fließt langsam durch die Zeilen und die Wanderlust lässt ihren Tritt erschallen.

Mithin gelingt es den Autoren, eine große Breite der Darstellung aufzunehmen, von Hochkultur über gesellschaftlich prägende Epochen, von der „deutschen Gemütlichkeit“ hin zum Stammtisch, von Krieg und Frieden bis zur Landschaftsbetrachtung. Kitsch, Spießigkeit, Bürgertum, intellektuelle Weite und verengtes Leben, ganz erstaunlich ist es, diese Vielfalt zu lesen und in jedem einzelnen abschnitt Wiedererkennungserlebnisse zu erhalten. Das alles gehört tatsächlich dazu, das ist die erste Essenz der Lektüre.

Zudem gelingt es beiden Autoren tatsächlich, den positiven Grundton durchweg beizubehalten, ohne undifferenziert in Formen von Volksromantik abzugleiten.
Im Kapitel über den „Bergfilm“ findet sich so durchaus das Kritische, das Verherrlichende, das „Riefenstahl“ Syndrom, aber eben nicht als den eigentlichen Tenor des Essays. Welche Sehnsucht diese Filme zu Zeiten erfolgreich machte, welche Werte mit transportiert wurden in den einfachen Aussagen, wie der Wunsch nach Harmonie sich darin darstellt und wie es hinter den Fassaden aussieht unter den Filmschaffenden selbst, das ist schon gut und informativ zu lesen. Oder die Würdigung der „vier Mütter des Grundgesetzes“, aber auch der intelligente Blick auf die „Verfasstheit“, welche die Verfassung in den Raum zu setzen hatte lesen sich hoch interessant gerade auf der Blaupause des Nationalsozialismus. Hier räumen die Autoren durchaus auf mit dem Vorurteil, die „deutsche Kultur ist nationalsozialistisch“.

Das Buch bildet eine gut zu lesende, fundierte, gehaltvolle und ausgewogene „Mentalitätsgeschichte“ der deutschen Kultur und bildet damit ebenso die Gegenwart mit ab. Jedes der Essays hellt dabei in sich ein stückweit auf, wie Mentalitäten entstanden sind, worin sie sich ausdrücken und wie diese das Heute der Gesellschaft in großer Vielfalt prägen.

Es steht eben Volksmusik neben Goethe, Schrebergarten neben intellektueller Weite, Kleinstaaterei und geistige Enge neben der Kulturnation, Bierdunst neben Forschungsreisen. Interessant zu lesen in dieser Form und dieser Zusammenstellung.

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„Ein wunderbares Lesebuch”

15.03.2012

Rezension von Werner Jaroschek aus Duisburg

Dorn: Die deutsche Seele
Ein wunderbares Lesebuch
Der Leser ist gespannt, was die beiden Autoren wohl über seine deutsche Seele aussagen wollen. In 64 Essays von sehr unterschiedlicher Länge- von 3 bis 40 Seiten - wird ein überraschendes Kunterbunt von Themen angeschnitten. Schon die Auswahl überrascht. Da geht es von ‚Abendrot‘ über ‚Freikör-perkultur‘ und ‚Spargelland‘ schließlich bis zur ‚Zerrissenheit‘. Beim Lesen ist man dann fasziniert über die Breite und Tiefe der historischen, kulturgeschichtlichen, gesellschaftskritischen Kenntnisse, die ihm hier dargeboten werden. Oft ist die Sprache wissenschaftlich geprägt, ab und zu heiter, manchmal auch von sanfter Ironie. Die Autoren empfehlen, dieses Buch nicht unbedingt von der ersten bis zur letzten Seite zu lesen, sondern sich von den Überschriften und dem sehr umfassenden Register der wichtigsten Personen, Begriffe und Orte anregen zu lassen. Und vier Seiten Literaturempfehlungen ermuntern zur noch tieferen Beschäftigung mit einzelnen Themen. Manches Kapitel verlangt vom Leser geistiges Bemühen. Aber die wunderbaren Bilder bieten immer wieder Gelegenheit zum erholsamen Ausruhen. Das Bauch ist mit seinen 550 Textseiten ein recht dicker Wälzer, aber wer darin liest, wird immer wieder freudig überrascht sein über den Wissensgewinn, den man daraus zieht. Schließlich wird man gut unterhalten. Immer wieder verführt es, um ein bisschen darin herumzuschnuppern.

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