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Roman von Ulf Geyersbach (buch)
Kurzbeschreibung:
Rezension von sabatayn76 aus Deutschland
Inhalt:
Im Jahre 1769 wird Ignaz Machandel in ärmlichen Verhältnissen geboren. Bereits als Säugling verhält er sich sonderbar und erkundet die Welt, indem er alles in den Mund steckt und an allem saugt, was er erreichen kann: Spinnen und Falter, Baumrinde und Erde, Pfannen und Lederriemen. Nachdem er seine gesamte Familie schließlich durch Krankheit, Irrsinn und Hunger verliert, macht er sich auf den Weg ins Kloster Neuzelle, in dem er mehr als 6 Jahre lebt. Sein großes Ziel ist jedoch Paris und der berühmte Koch Baffour, bei dem er seine Kunst und sein Talent, die erstaunlichsten Speisen zu kreieren, zur Perfektion bringen möchte.
Mein Eindruck:
Von der ersten Seite an erinnert 'Machandels Gabe' an 'Das Parfum', und dies hat mich von der ersten Seite an enttäuscht. Insgesamt empfand ich das Buch als zu einfallslos, denn die Parallelen zu Süskinds Buch sind zu offensichtlich, 'Machandels Gabe' wirkt abgekupfert. Obgleich alles ein ganz klein wenig anders ist, sind die Grundzüge beider Bücher ähnlich, Schilderungen wirken vertraut, Wendungen sind vorhersehbar.
Die Sprache in 'Machandels Gabe' wirkt zudem oft künstlich, betont metaphorisch, doch leider gerade aus diesem Grunde häufig sinnfrei und beinahe lächerlich (z.B. [...] und wie die gespreizte Klaue eines Bären hatte sich Nebel über den Fluss gesenkt').
Gefallen haben mir die sehr plastischen Schilderungen der Hungersnot und von Paris zum Ende des 18. Jahrhunderts/Anfang des 19. Jahrhunderts.
Mein Resümee:
'Machandels Gabe' könnte ein sehr schönes und innovatives Buch sein - wenn es 'Das Parfum' nicht bereits gäbe. So wirkt leider vieles abgekupfert und auch bei gelungenen Schilderungen bleibt das Gefühl, das alles bereits anderswo in ähnlicher Form gelesen zu haben.
Rezension von Dr. Christian Rößner aus Göttingen Top-100 Rezensent
Ignatz Machandel ist ein wundersames Kind: 1796 verkrüppelt und in ärmlichsten Verhältnissen geboren, macht er sich auf, die Welt des Geschmacks zu erobern. Machandels Gabe ist es nämlich, Dinge zu erschmecken, die mannigfaltigen Aromen als Koch neu zu kombinieren und so kulinarische Feuerwerke zu kreieren, die ihres gleichen suchen. Und wo sonst sollte sein Weg hinführen, als in die Hauptstadt des guten Geschmacks, nach Paris, wo nicht nur ein geschmackliches Neuland auf ihn wartet Der Roman Machandels Gabe, der auf den ersten Blick wie ein Epigone von Süskinds Parfum aussieht, entwickelt dank der absonderlichen Geschichte und der enormen Sprachgewalt und wunderbaren Fabulierkunst von Ulf Geyersbach einem enormen Sog, dem man sich als Leser kaum entziehen kann. Eine besondere Note gibt diesem Roman, dass hinter dieser wundersamen Geschichte eine wahre Begebenheit steht. Ein großes Lesevergnügen!
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