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Tractatus Satanicus
 

Tractatus Satanicus

Die Geschichte des Teufels, von ihm selbst erzählt von Andreas Schlieper (buch)

Am Anfang schuf Gott eine perfekte, makellose Welt, um sich dann sogleich zu verabschieden. Das Licht der Erkenntnis aber brachte der Teufel zu den Menschen. Endlich bricht er jetzt sein Schweigen und erzählt seine Version vom Gang der Dinge: Er schuf den Neid als revolutionäres ... weiterlesen
  • ISBN-10:3-570-00739-1
  • EAN:9783570007396
  • Erscheinungstermin:2003
  • Verlag:Bertelsmann, München
  • Einband:gebunden
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  • Sprache:Deutsch
  • Seiten:605
  • Gewicht:943 g

Kurzbeschreibung:

Am Anfang schuf Gott eine perfekte, makellose Welt, um sich dann sogleich zu verabschieden. Das Licht der Erkenntnis aber brachte der Teufel zu den Menschen. Endlich bricht er jetzt sein Schweigen und erzählt seine Version vom Gang der Dinge: Er schuf den Neid als revolutionäres Prinzip. Er erfand die Wollust als unstillbaren Wunsch aller Wesen, sich zu entwickeln. Denn das Sein ist das Werk Gottes, das Werden jenes des Teufels. Er setzte die Regeln und gab den Menschen die Freiheit, selbst zu entscheiden, wohin sie gehen. Zuzeiten streben sie danach, sich und die Welt zu vervollkommnen. Der Blick auf die Weltgeschichte lässt jedoch Zweifel am Gelingen aufkommen: Vom Turmbau zu Babel über die gottfernen Irrwege des Christentums bis zur Alleinherrschaft des Götzen Mammon verdichten sich die bedrohlichen Anzeichen. Inzwischen scheint es, als habe sich der Fürst der Welt entschieden: Ohne die Menschen hat seine Schöpfung größere Chancen, vollkommen zu werden. Mit leichter Hand und überbordender Lust an der Erkenntnis bürstet Andreas Schlieper Menschheitsgeschichte gegen den Strich. Eine Lesereise durch den gewaltigen Ozean menschlicher Möglichkeiten - zwischen herrlichstem Gelingen und apokalyptischem Scheitern. "Die schönste, gegen den Strick gebürstete, politisch unkorrekte Kulturgeschichte seit langem."
Focus "'Tractatus Satanicus' ist ein intelligentes Lesevergnügen, sowohl sprachlich als auch intellektuell auf hohem Niveau. Es ist eines jener Bücher, die dem Leser unentwegt Denkanstöße vermitteln, ohne jemals aufdringlich zu werden."
Radio Zusa "Der Tractatus ist eine höchst lesenwerte Tour de Force durch zwei Jahrtausend Kulturgeschichte, ein gewaltiges Erzählwerk von der Entwicklung unserer Welt."
Passauer Neue Presse

Beschreibung der Redaktion:

Am Anfang schuf Gott eine perfekte, makellose Welt, um sich dann sogleich zu verabschieden. Das Licht der Erkenntnis aber brachte der Teufel zu den Menschen. Endlich bricht er jetzt sein Schweigen und erzählt seine Version vom Gang der Dinge: Er schuf den Neid als revolutionäres Prinzip. Er erfand die Wollust als unstillbaren Wunsch aller Wesen, sich zu entwickeln. Denn das Sein ist das Werk Gottes, das Werden jenes des Teufels. Er setzte die Regeln und gab den Menschen die Freiheit, selbst zu entscheiden, wohin sie gehen. Zuzeiten streben sie danach, sich und die Welt zu vervollkommnen. Der Blick auf die Weltgeschichte lässt jedoch Zweifel am Gelingen aufkommen: Vom Turmbau zu Babel über die gottfernen Irrwege des Christentums bis zur Alleinherrschaft des Götzen Mammon verdichten sich die bedrohlichen Anzeichen. Inzwischen scheint es, als habe sich der Fürst der Welt entschieden: Ohne die Menschen hat seine Schöpfung größere Chancen, vollkommen zu werden.

Mit leichter Hand und überbordender Lust an der Erkenntnis bürstet Andreas Schlieper Menschheitsgeschichte gegen den Strich. Eine Lesereise durch den gewaltigen Ozean menschlicher Möglichkeiten - zwischen herrlichstem Gelingen und apokalyptischem Scheitern.
PréludeVorspiel auf der Erde Eigentlich freue ich mich immer darüber, wenn mittags Post in meinem Briefkasten liegt und bin eher enttäuscht, wenn ich dort nichts vorfinde. Ich bekenne mich zu meiner Neugierde, die ich gar nicht für einen Defekt halte, sondern als Energie für mein Leben und meine Arbeit zu nutzen versuche. Und weil ich so neugierig bin und es kaum erwarten kann, reiße ich schon auf dem Weg zurück in meine Wohnung die ersten Briefumschläge auf. Zumeist bin ich dann jedoch eher enttäuscht, denn mit den meisten Briefen versucht man, mir irgendetwas zu verkaufen, das ich unter keinen Umständen wirklich benötige. Ich habe mich oft gefragt, ob überhaupt jemand Interesse hat an Schlafsocken, die von flinken Indiokindern aus feinster peruanischer Lamawolle hergestellt wurden, oder an echt malaiischen Luftmatratzen, die schon der kaiserlichen japanischen Armee die Überquerung reißender Dschungelflüsse ermöglicht hatten. Oder - schlimmer noch - an Versicherungen für die übelsten Wechselfälle des Lebens, von denen ich ansonsten keinerlei Ahnung hätte, weshalb ich gerade diese Art von Schreiben ungelesen wegwerfe, um mich mit diesen Dingen gar nicht weiter zu belasten. Manchmal aber sind es auch nette Briefe von Freunden, die altmodisch genug sind, noch nicht die elektronischen Techniken der Kommunikation zu benutzen, wofür man ihnen dankbar sein muss. Oder aber - worüber ich mich ganz besonders freue - es sind Einladungen zu diversen Arten von Festlichkeiten, die ich natürlich gerne annehme, sooft es eben geht. Was ich jedoch überhaupt nicht mag, sind jene seltsamen Vordrucke der Post, mit denen man mir mitteilt, dass auf irgendeinem Amt irgendwelche Schriftstücke für mich deponiert sind, die ich umgehend abzuholen habe, jedoch nicht heute, wahrscheinlich, weil man sie im Amt selbst erst noch in aller Ruhe lesen will, bevor man sie mir aushändigt. Ich mag es nicht, weil mir inzwischen alle Lebenserfahrung sagt, dass es sich zumeist um eher unangenehme Schriftstücke handelt und es nicht nur einen größeren Aufwand bedeutet, sie beim Amt abzuholen, sondern erst recht, mit den jeweiligen Konsequenzen umzugehen. In der Regel will mich jemand unbedingt darauf aufmerksam machen, dass ich eine Rechnung noch nicht bezahlt habe, was mir ein großes Unbehagen bereitet, denn ich habe gierige Menschen noch nie ausstehen können. Oder aber eine andere Art von Amt behauptet doch allen Ernstes, dass ich meinen Wagen an einer dafür nicht vorgesehenen Stelle geparkt hätte oder dass ich schneller gefahren sei, als jenes Amt es erlaube. Dabei habe ich nie wirklich verstanden, was man denn nun von mir eigentlich erwartete: dass ich meinen Wagen bewege oder eben doch nicht. Jedenfalls verheißen diese Vordrucke im Allgemeinen nichts Gutes. Ich sinne in den folgenden Stunden und Tagen ruhelos darüber nach, welches Ungemach mir dieses Mal wohl wieder bevorstehen könnte, kann in den Nächten kaum schlafen, versuche, die ganze Angelegenheit zu vergessen, bis ich mich dann endlich doch aufraffe, um mich mit klopfendem Herzen auf den Weg zum Postamt zu machen. Und ich weiß genau, dass ich mich danach erst einmal furchtbar ärgern werde über die Boshaftigkeit der Menschen.So auch in jenen Tagen im Frühjahr, als ich wieder einmal ein solches Formular in meinem Briefkasten vorfand. Ich nahm mir gar nicht die Zeit, um genauer zu prüfen, welche Art von Überraschung nun wieder auf dem Amt auf mich warten würde, und legte den Zettel auf irgendeinen Papierstapel in meiner Wohnung. Dort fand ich ihn erst einige Tage später eher durch Zufall wieder, als ich nach Notizen suchte, die ich dringend benötigte. Da ich ohnehin einige Besorgungen zu erledigen hatte, fügte ich mich in das Unvermeidliche und wählte meine Route am folgenden Morgen so, dass sie mich an jenem Amt vorbeiführte, wo das wahrscheinlich eher unangenehme Schriftstück für mich bereit lag. Ich war wie immer auf das Schlimmste vorbereitet, weil mich meine Lebenserfahrung gelehrt hat, immer auf das Schl
Andreas Schlieper:
Andreas Schlieper, geboren 1951 in Düsseldorf, hat Psychologie und Volkswirtschaft studiert. Seitdem arbeitete der Diplom-Ökonom in verschiedenen Funktionen in Nordrhein-Westfalen, zuletzt in der Landesregierung.
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„Wirklich gut geschrieben, sprachlich anspruchsvoll”

02.12.2003

Rezension von Florian aus Neuss

Die Geschichte der Menschheit, erzählt von einem, der es wissen muss, da er doch stets die Hände im Spiel hatte: Luzifer, Belzebub, der Teufel, viele 1000 Namen haben wir für ihn und doch kennen wir ihn kaum und fürchten ihn um so mehr.
So wollte er dem Ungemach ein Ende setzen und nun seine Sicht schildern, über einen Ghostwriter, dessen Geschichte das erste Kapitel bildet.

Witzig, spannend, gewöhnungsbedürftig und unglaublich eloquent geschrieben.
Ist sein Geld (den Feind des Teufels, da Konkurrent) durchaus wert.

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