Der falsche Inder

Roman. Ausgezeichnet mit dem Adelbert-von-Chamisso-Förderpreis 2010

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Dieses Romandebüt handelt von der Flucht eines jungen Irakers, der unter Saddam Hussein im Gefängnis saß und vor Krieg und Unterdrückung flieht, sich in mehreren Ländern als Hauslehrer, Gelegenheitsarbeiter, Kellner durchschlägt; der vom Unglück verfolgt scheint und doch immer wieder auf wundersame Weise gerettet wird. Auf seiner Reise durch Nordafrika und Europa trifft er viele andere Flüchtlinge aus aller Welt, die wie er auf der Suche nach einem Leben ohne Hunger und Krieg sind und dafür sehr viel opfern. Ihre Stimmen und Schicksale verbinden sich in Khiders Roman zu einem modernen realistischen Märchen.
Abbas Khider verbindet das Tragische mit dem Komischen, das Groteske mit dem Alltäglichen, die Exotik des Orients mit den Lebenserfahrungen eines Flüchtlings. Er beeindruckt durch seinen ungeschönten Blick und die Beiläufigkeit, mit der er vom Elend wie von Wundern erzählt.
Portrait
Abbas Khider wurde 1973 in Bagdad geboren. 1996 floh er nach einer Verurteilung aufgrund »politischer Gründe« und nach einer zweijährigen Gefängnisstrafe aus dem Irak. Von 1996 bis 1999 hielt er sich als illegaler Flüchtling verschiedenen Ländern auf, seit 2000 lebt er in Deutschland. Studium der Philosophie und Literaturwissenschaft in München und Potsdam. Lyrik in verschiedenen Publikationen. Zurzeit lebt Abbas Khider in Berlin.
Mit seinem vielbeachteten Debütroman Der falsche Inder (Herbst 2008), den er in deutscher Sprache verfasste, war er auf vielen Literaturveranstaltungen zu Gast, so auf dem Erlanger Poetenfestival 2008, der LitCologne 2009, den 6. Coburger Literaturtagen 2009, dem Internationales Literaturfestival Berlin 2009. Von der Heinrich-Böll-Stiftung erhielt er eine Einladung zu einem Festival in Beirut (April 2009), vom Goethe-Institut zu Lesungen in Jordanien und Syrien (Mai 2009).
2009 erhielt er das Alfred-Döblin-Stipendium der Akademie der Künste Berlin, vom Deutschen Literaturfonds bekam er außerdem ein Arbeitsstipendium der Autorenförderung (2009-2010). Seit 2010 ist Abbas Khider Mitglied des PEN.
Im März 2010 wurde Abbas Khider mit dem Adelbert-von-Chamisso-Förderpreis geehrt. Die Laudatio (© Robert-Bosch-Stiftung) bei der Preisverleihung hielt Hubert Spiegel. »Abbas Khiders tragikomischer, oft sogar burlesker Roman ist ein wirklichkeitsnahes, modernes Flüchtlingsmärchen über ein ernstes und bewegendes, seit Jahren aktuelles politisches Thema«, so die Jury über ihre Wahl. Mit dem Adelbert-von-Chamisso-Preis ehrt die Robert-Bosch-Stiftung seit 1985 herausragende literarische Leistungen in deutscher Sprache, verfasst von Autorinnen und Autoren, deren Muttersprache oder kulturelle Herkunft nicht die deutsche ist.
Die irakische Gesellschaft für Kulturförderung (I.C.S.A.), die 2005 von einigen irakischen Künstlern und Politikern gegründet worden ist und mit dem irakischen Kultusministerium kooperiert, verlieh ihm 2010 die Ehrenurkunde für Literatur.
Im Jahr 2011 erhielt Abbas Khider ein sechsmonatiges Arbeitsstipendium der Robert-Bosch-Stiftung sowie ein dreimonatiges Arbeitsstipendium der Villa Aurora in Los Angeles, USA, wo er die Arbeit an seinem dritten Roman Brief in die Auberginenrepublik fortsetzte.
Im Januar 2013 hielt er, nach Thomas Brussig und vor Daniel Kehlmann, die Poetik-Dozentur der Universität Landau.
Ab Januar 2013 wird er fünf Monate lang als Stipendiat im Künstlerhaus Edenkoben residieren.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 156
Erscheinungsdatum 27.08.2008
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-89401-576-3
Verlag Edition Nautilus
Maße (L/B/H) 215/134/18 mm
Gewicht 278
Auflage 1. Auflage
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Kundenbewertungen


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sehr lesenswert, ein Roman mit humanitärem Anliegen !
von einer Kundin/einem Kunden am 22.10.2009

Sie werden zwar durch die Aussparung der sicher höchst unschönen Details der Erlebnisse des Autoren während seiner Exil-Odyssee verschont, der wirklich lakonische Stil und die Leichtigkeit, wie er seine verschiedenen Zwischenaufenthalte bis zum momentanen Endpunkt Deutschland zu schildern vermag, weiß zu beeindrucken.Das Buch habe ich sehr nachdenklich aus... Sie werden zwar durch die Aussparung der sicher höchst unschönen Details der Erlebnisse des Autoren während seiner Exil-Odyssee verschont, der wirklich lakonische Stil und die Leichtigkeit, wie er seine verschiedenen Zwischenaufenthalte bis zum momentanen Endpunkt Deutschland zu schildern vermag, weiß zu beeindrucken.Das Buch habe ich sehr nachdenklich aus der Hand gelegt, betroffen durch die soeben erlebte Irrfahrt, betroffen durch die Zusammenfassung der Einzelschicksale gegen Ende des Romans, betroffen durch die Selbstbeschuldigung des "Unglücksraben", der durch seine Anwesenheit meint, dass dadurch Unglück über andere hereinbricht! Man spürt selbst die beschriebene Leere, die in einem wächst von Fluchtort zu Fluchtort, von Gefängnis zu Gefängnis, von Verlust zu Verlust wieder eines bedeutsamen Menschen, der einem durch Gewalt oder durch Trennung genommen wurde .Ein Buch ,dass Sie durch den beiläufigen Schreibstil erst so richtig mitnimmt, da man genau weiß, dass hinter diesen Schilderungen weit mehr an furchtbaren persönlichen Erlebnissen steckt, als der Autor mitteilen möchte. Ich finde das Buch sehr lesenswert, ein Roman mit humanitärem Anliegen, der uns ohne hochgehobenen Zeigefinger vermittelt, was es heißt , als "falscher Inder" da zu stehen und unter ungerechten Machtstrukturen, religiöser, ethnischer und politischer Intoleranz sowie unter permanenter Gewalt überleben zu wollen, und uns aufzeigt, wie das Menschenrecht auf ein würdevolles Leben in Ruhe und Frieden mit Füßen getreten wird.

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