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Die Orangen des Präsidenten

Roman

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Meine Mutter weinte, wenn sie sehr glücklich war. Sie nannte diesen Widerspruch »Glückstränen«. Mein Vater dagegen war ein überaus fröhlicher Mensch, der überhaupt nicht weinen konnte. Und ihr Kind? Ich erfand eine neue, melancholische Art des Lachens. Man könnte es als »Trauerlachen« bezeichnen. Diese Entdeckung machte ich, als mich das Regime packte und in Ketten warf.
Portrait
Abbas Khider wurde 1973 in Bagdad geboren. Mit 19 Jahren wurde er wegen seiner politischen Aktivitäten verhaftet. Nach der Entlassung floh er 1996 aus dem Irak und hielt sich als »illegaler« Flüchtling in verschiedenen Ländern auf. Seit 2000 lebt er in Deutschland und studierte Literatur und Philosophie in München und Potsdam. 2008 erschien sein Debütroman Der falsche Inder, es folgten die Romane Die Orangen des Präsidenten (2011), Brief in die Auberginenrepublik (2013) und Ohrfeige (2016). Er erhielt verschiedene Auszeichnungen, zuletzt wurde er mit dem Nelly-Sachs-Preis, dem Hilde-Domin-Preis und dem Adelbert-von-Chamisso-Preis geehrt. Außerdem ist er zum Mainzer Stadtschreiber für das Jahr 2017 gewählt worden. Abbas Khider lebt in Berlin.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 160
Erscheinungsdatum 11.02.2013
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-442-74461-9
Verlag btb
Maße (L/B/H) 188/118/17 mm
Gewicht 173
Buch (Taschenbuch)
8,99
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Kundenbewertungen


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über Macht und Ohnmacht, unbedingt lesen
von einer Kundin/einem Kunden am 18.02.2013

Schauplatz ist der Irak im Jahr 1989. Mahdi und Ali sind Schulfreunde. Es ist der letzte Tag ihrer gemeinsamen Schulzeit, der letzte Tag der Maturaprüfungen ( und es wird der letzte Tag ihrer Jugend). Um dieses Ereignis zu feiern leiht sich Ali von Bekannten ein Auto aus. Die Ferien... Schauplatz ist der Irak im Jahr 1989. Mahdi und Ali sind Schulfreunde. Es ist der letzte Tag ihrer gemeinsamen Schulzeit, der letzte Tag der Maturaprüfungen ( und es wird der letzte Tag ihrer Jugend). Um dieses Ereignis zu feiern leiht sich Ali von Bekannten ein Auto aus. Die Ferien und die Freiheit wollten sie ein bisschen genießen,nur ein bisschen übermütig sein, als sie von Geheimpolizisten ohne Angabe von Gründen verhaftet und sofort getrennt werden. Mahdi bekommt keine Gelegenheit, seine Unschuld zu beweisen und wird für viele Monate eingesperrt. Hunger, Folter, Grausamkeiten,Sadismus und Zynismus prägen den Gefängnisalltag. Orangen bekommen am Geburtstag des irakischen Präsidenten eine besonders grausame Bedeutung...

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Ein wunderbarer Roman
von Karthause aus Duisburg am 08.04.2012
Bewertet: eBook (PDF)

Irak 1989. Nach der letzten Abiturprüfung wurde Mahdi Hamama von seinem Freund Ali zur Feier des Tages zu einer Spritztour eingeladen. Ali hatte sich ein Auto geborgt – von den falschen Freunden. Bei einer Polizeikontrolle wurden beide festgenommen und inhaftiert. Eine Verhandlung oder ein Urteil gab es nicht. Mahdi... Irak 1989. Nach der letzten Abiturprüfung wurde Mahdi Hamama von seinem Freund Ali zur Feier des Tages zu einer Spritztour eingeladen. Ali hatte sich ein Auto geborgt – von den falschen Freunden. Bei einer Polizeikontrolle wurden beide festgenommen und inhaftiert. Eine Verhandlung oder ein Urteil gab es nicht. Mahdi verbringt 2 Jahre im Gefängnis voller Schikanen, Demütigungen, Hunger und Folter bevor. Er flüchtet in seine Rolle als Geschichtenerzähler und kann so wenigstens in Gedanken den Schrecknissen entfliehen. Abbas Khider hat mit „Die Orangen des Präsidenten“ einen wirklich beeindruckenden Roman vorgelegt. Betrachtet man die Biografie des Autors, so wird deutlich, wie nahe an der Realität dieses Buch angelegt sein muss. Denn Abbas Khider war selbst aus politischen Gründen zwei Jahre in irakischer Haft. Wortgewaltig und ausdrucksstark beschreibt er die elenden Verhältnisse, die Schrecken der Folter, die Erniedrigung, den ständigen Hunger, die Ausweglosigkeit und das Ausgeliefertsein. Dabei liest sich der Roman ausgenommen flüssig. Die Geschichte ist in zwei sehr gegensätzliche Handlungsstränge aufgeteilt. Man erlebt den entsetzlichen Gefängnisalltag einerseits, andererseits folgt der Leser der den Geschichten aus Mahdis Kindheit, wie der von Sami, dem Taubenzüchter, oder der des Geschichtslehrers und Übersetzers Razaq’s. Diese schrecklichen Erlebnisse verbunden mit den Erzählungen aus unbeschwerten und sorglosen Kindertagen machen in ihrem Zusammenspiel den besonderen Reiz dieses wunderbaren Romans aus, der ein Stück irakischer Zeitgeschichte widerspiegelt und der auch Tage nach Beendigung der Lektüre aufgrund seiner Glaubwürdigkeit noch nachwirkt. „Die Orangen des Präsidenten“ gibt ein bewegendes Zeugnis von Willkür und Gewaltherrschaft ab, das den Leser aber nicht in der Hoffnungslosigkeit zurücklässt. Es ist ein sehr informatives und zugleich äußerst lesenswertes Buch, das nachhaltig beeindruckt. Ich kann es uneingeschränkt empfehlen.

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Krieg, Folter- und doch Leben!
von Nina Marlene Gollmann aus Graz am 10.11.2011
Bewertet: eBook (ePUB)

Schauplatz: Irak, Protagonist: ein Junge, der fälschlicherweise inhaftiert wurde; Zeitraum: zumeist Iran-Irakkrieg. Es ist für mich immer wieder erstaunlich und sehr ergreifend, wenn die trockene Geschichtsschreibung durch individuelle Lebensstränge vermischt wird. Das Ergebnis in diesem Fall ist sehr berührend und man versteht die Zusammenhänge der weltpolitischen Konsequenzen (den Hass... Schauplatz: Irak, Protagonist: ein Junge, der fälschlicherweise inhaftiert wurde; Zeitraum: zumeist Iran-Irakkrieg. Es ist für mich immer wieder erstaunlich und sehr ergreifend, wenn die trockene Geschichtsschreibung durch individuelle Lebensstränge vermischt wird. Das Ergebnis in diesem Fall ist sehr berührend und man versteht die Zusammenhänge der weltpolitischen Konsequenzen (den Hass auf den Westen, die arabische Kultur an sich) wesentlich besser. In dem Buch wird ein unbescholtenener junger Bürger des Iraks - unter Saddam Husseins Diktatur- eingesperrt, unter unmenschlicher Inhaftierungszuständen. Er überlebt!- und er trägt noch Hoffnung in sich! Orangen geraten zum Symbol der offensichtlichen menschenverachtenden Politik, die durch Husseins Politik betrieben wurde. Das Buch ist literarisch sehr gut geschrieben und absolut empfehlenswert!

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