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Jeder stirbt für sich allein

Nach dem unveröffentlichten Original-Manuskript. Gekürzte Lesung von Hans Fallada (Hörbuch)



Ein Berliner Ehepaar wagte einen aussichtslosen Widerstand gegen die Nazis und wurde 1943 hingerichtet. Von ihrem Schicksal erfuhr Hans Fallada aus einer Gestapo-Akte, die ihm durch Johannes R. Becher in die Hände kam. Fieberhaft schrieb Fallada daraufhin im Herbst ... weiterlesen

  • ISBN-10:3-86952-100-7
  • EAN:9783869521008
  • Sprecher: Ulrich Noethen
  • Erscheinungstermin:15.07.2011
  • Verlag:Osterwoldaudio
  • Medium:CD
  • Anzahl CD:8
  • Kundenbewertung:
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  • Sprache:Deutsch
  • Genre:Hörbuch
  • Spieldauer:50 Minuten

Kurzbeschreibung:



Ein Berliner Ehepaar wagte einen aussichtslosen Widerstand gegen die Nazis und wurde 1943 hingerichtet. Von ihrem Schicksal erfuhr Hans Fallada aus einer Gestapo-Akte, die ihm durch Johannes R. Becher in die Hände kam. Fieberhaft schrieb Fallada daraufhin im Herbst 1946 in weniger als vier Wochen seinen letzten Roman nieder und schuf ein Panorama des Lebens der "normalen" Leute im Berlin der Nazizeit: Nachdem ihr Sohn in Hitlers Krieg gefallen ist, wollen Anna und Otto Quangel Zeichen des Widerstands setzen. Sie schreiben Botschaften auf Karten und verteilen sie in der Stadt. Die stillen, nüchternen Eheleute träumen von einem weitreichenden Erfolg und ahnen nicht, dass Kommissar Escherich ihnen längst auf der Spur ist.


Ulrich Noethen:
Ulrich Noethen, 1959 in München geboren, Absolvent der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart, begann seine Schauspielkarriere 1985 am Freiburger Theater. Nach zwei Jahren im dortigen Ensemble arbeitete er unter anderem am Schauspiel Köln, an der Staatlichen Schauspielbühne Berlin und am Staatstheater Stuttgart. Anfang der 90er Jahre wechselte er zum Fernsehen und spielte u. a. in "Tatort". Seitdem war er in Kinofilmen sowie in unzähligen TV-Produktionen zu sehen. Er wurde mit dem Goldenen Löwen, der Goldenen Kamera, dem Bayerischen Filmpreis, dem Bundesfilmpreis und dem Preis der deutschen Filmkritik ausgezeichnet.
Hans Fallada:
Rudolf Ditzen alias Hans Falalda , geb. 1893 in Greifswald als Sohn eines hohen Justizbeamten, besuchte ohne Abschluss das humanistische Gymnasium und absolvierte eine landwirtschaftliche Lehre. Von 1915-25 war er Rendant auf Rittergütern, Hofinspektor, Buchhalter, von 1928-31 Adressenschreiber, Annoncensammler, Verlagsangestellter. 1920 Roman-Debüt 'Der junge Goedeschal', eit 1931 freiberuflicher Schriftsteller. Mit dem vielfach übersetzten Roman 'Kleiner Mann was nun?' (1932) wurde Fallada weltbekannt. In der Zeit des Faschismus lebte er als 'unerwünschter Autor' zurückgezogen auf seinem Sechs-Morgen-Anwesen in Mecklenburg. 1945 siedelte er nach Berlin über und starb dort 1947.§Weitere wichtige Werke: 'Bauern, Bonzen und Bomben' (1931), 'Wer einmal aus dem Blechnapf frißt' (1934), 'Wolf unter Wölfen' (1937), 'Der eiserne Gustav' (1938), 'Geschichten aus der Murkelei' (1938), 'Jeder stirbt für sich allein' (1947).
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„Das beste Hörbuch seit langem!”

13.01.2012

von einer Kundin oder einem Kunden Top-100 Rezensent

Fallada hat hier eine Hommage an den kleinen Mann und seinen Widerstand gegen die Nazis geschrieben. Anna und Otto Quangel haben ihren Sohn früh im sinnlosen Krieg verloren. Nach der großen Trauer, kommt die Wut und Otto schmiedet einen Plan. Er schreibt Botschaften die das System entlarven auf Postkarten und verteilt sie in der Stadt.Das Leben der kleinen Leuten im Berlin der Nazis wird minuziös geschildert. Die Sprache ist präzise, die Schicksale sindberührend und die Absurdität des Systems wird grandios belegt. Ein absolutes Muss! Ulrich Nöthen liest diese grandiose Geschichte hervorragend. Er ist hiermit für den Hörbuchpreis, Kategorie bester Interpret, nominiert, und das zu Recht. Hätte ich mehr Sterne vergeben können, ich hätte es getan.

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„Ergreifendes Mahnmal”

21.11.2011

Rezension von Volker M. Top-100 Rezensent

Berühmt wurde Hans Fallada in den frühen Dreißigerjahren durch seinen Roman "Kleiner Mann, was nun?" in dem er bereits das Thema findet, das ihn zeitlebens schriftstellerisch beschäftigen wird: Wie kann der "kleine Mann" ein moralisch anständiges und integeres Leben auf menschenwürdigem Niveau führen, wenn die Welt um ihn verdorben und böse ist. In "Jeder stirbt für sich alleine" kämpft der Möbelschreiner Otto Quangel mit seiner Frau einen aussichtslosen Kampf gegen die Nationalsozialisten. Zunächst dem braunen Gesindel gegenüber noch gleichgültig eingestellt, wird ihm nach dem Tod seines Sohnes an der Front bewusst, wie menschenverachtend die Naziherrschaft wirklich ist. Heute mein Sohn, morgen der Eure! Als die Quangels die Initiative ergreifen, ist es aber schon zu spät. Das Denunziantentum hat sich tief in die Gesellschaft hineingefressen, die Angst vor Polizeiwillkür und der SS macht die Menschen gefügig. Zwei Jahre lang schreibt Otto Quangel Postkarten mit aufklärerischen Parolen, die er in ganz Berlin verteilt, in der Hoffnung, dass sie auch anderen die Augen öffnen. Doch Kommissar Escherich ist ihm auf der Spur und mit jeder Karte, die ein verängstigter Bürger ihm abliefert, kommt er den Quangels näher. Doch der Showdown gerät völlig anders als erwartet und hinterlässt nur noch zerstörte Hoffnungen und Überzeugungen.
Hans Fallada ist kein Mann des geschliffenen Stils. Seine Sätze und Dialoge sind gerade heraus, ohne vernebelnde Floskeln und Schachtelsätze. Ihm kommt es auf das Wesentliche an und das Wesentliche sind die Motivationen der Menschen - ein Blick in die Seele, ein Blick in den Abgrund. Fallada ist kein Optimist. Er glaubt nicht an den Sieg des Guten, aber er glaubt an den Widerstand der Aufrechten, sei er faktisch wirkungslos oder nicht. "Jeder stirbt für sich allein" ist ein eindrucksvolles Mahnmal der Menschlichkeit, ein ungeheuer spannender Roman, brillant gelesen von Ulrich Noethen, ein Buch, das einem lange nicht aus dem Kopf geht. Berührend, ergreifend und tieftraurig. Schon 1947 in gekürzter Fassung erschienen, wurde das vollständige Manuskript erst 2009 vom Aufbau Verlag gedruckt, nachdem zuerst eine englische Übersetzung in den USA Furore machte. Eigentlich bedauerlich, dass so ein literarisches Juwel 60 Jahre und eine Reise um die Erde brauchte, um in seinem Heimatland die verdiente Wertschätzung zu erfahren. Dieses Buch muss man einfach gelesen (oder gehört) haben. Denn es darf nie wieder geschehen!

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