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Das Schweigen der Lämmlein
 

Das Schweigen der Lämmlein

So zähmen Sie die inneren Stimmen, die Sie zum Essen verführen von Ellen Eggers (buch)

Der gute Rat unserer inneren "Lämmlein" ist gefährlich: "Tu dir was Gutes, schlemm mal wieder ..." - Schluss damit! So bringt man sie zum Schweigen und die Figur in Form.Abnehmen mit Willenskraft? Ein schwieriges Unterfangen, solange unsere inneren Stimmen uns permanent ... weiterlesen
  • ISBN-10:3-442-16874-0
  • EAN:9783442168743
  • Erscheinungstermin:12.03.2007
  • Verlag:Goldmann
  • Einband:Taschenbuch
  • Sprache:Deutsch
  • Seiten:312
  • Gewicht:300 g
  • Illustrator:Fred Fuchs
  • Reihe:Mosaik

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Kurzbeschreibung:

Der gute Rat unserer inneren "Lämmlein" ist gefährlich: "Tu dir was Gutes, schlemm mal wieder ..." - Schluss damit! So bringt man sie zum Schweigen und die Figur in Form.


Abnehmen mit Willenskraft? Ein schwieriges Unterfangen, solange unsere inneren Stimmen uns permanent zu allerlei kulinarischen Sünden verführen. Das Ernährungskonzept von Ellen Eggers macht Schluss mit Frust und Fremdsteuerung. Fantasiereisen, Visualisierungsübungen, Checklisten und nützliche "Spielregeln" helfen, die Lämmlein in Schach zu halten und der Traumfigur näher zu kommen. Mit spannenden Fallgeschichten.






Pressestimmen:

"Ellen Eggers hat ein Programm entwickelt, das die individuellen Bedürfnisse, Wünsche und Vorlieben des einzelnen in den Vordergrund stellt." das Bieler Tagblatt

Zusatzinformationen (Autorenportrait):

Ellen Eggers ist Coach und Beraterin zum Thema Essen. Sie ist ausgebildete Pädagogin mit Schwerpunkt Erwachsenenbildung sowie Ernährungsberaterin. In ihren Alpha-Swing-Seminaren und Coachings entwickelt sie gemeinsam mit ihren Klientinnen und Klienten ind
Ausweg aus dem Diät-Denken mit der Alpha-Swing-Methode.
Neun Stück Pflaumenkuchen habe ich hintereinander gegessen. Das ist dokumentiert, meine Nachbarin war dabei und hat die Portionen gezählt, denn sie wollte nicht glauben, dass ich noch ein Stück und noch ein Stück essen konnte. Bei anderen Anlässen habe ich mir nach Fünf-Gänge-Menüs noch mindestens drei verschiedene Desserts bestellt.
Irgendwann fing ich mit Diäten an. Vierzehn Tage hielt ich mehr oder weniger durch, bestärkt von der Aussicht, dass danach endlich wieder das »richtige« Leben beginnen könne.
Ich lernte die Vollwerternährung kennen und wurde sogar Ernährungsberaterin. Ich führte die besten und wirksamsten Essprogramme durch – aber trotz der Erfolge in Kilos und Zentimetern blieb ich nicht dabei. Jedes Mal fiel ich nach einer Zeit wieder zurück in alte Essmuster. Ständig musste ich mich kontrollieren und setzte mich immerzu selbst unter Druck. Ich war geradezu süchtig nach weiteren Expertenratschlägen – und scheiterte stets. Schließlich wurde die Suche nach einer Lösung für mein Essproblem zu einem zentralen Thema in meinem Leben.
Wie frustriert und entmutigt Sie, meine Leserinnen und Leser, momentan auch sein mögen, Sie können kaum verzweifelter sein, als ich es damals war.
Erst die Beschäftigung mit der Frage, was mich wirklich daran hinderte, mein Ziel zu erreichen, brachte mich vor fünfzehn Jahren auf einen neuen Weg. Mir wurde bewusst, dass ich mich mit meiner Aufmerksamkeit immer außen befand – und niemals bei mir selbst und damit bei meinen eigentlichen Bedürfnissen. Ich fing an, eine Verbindung zu mir selbst herzustellen. Dadurch gewann ich neue Sichtweisen, die ein neues Handeln ermöglichten. Das Entscheidende war ein gedankliches Hin- und Herschwingen zwischen der Außenwelt mit allen ihren Verlockungen, Ansprüchen und Ratschlägen und meinem Innenleben mit all den hinter dem Essen verborgenen Bestrebungen und Bedürfnissen. Also ein Balanceakt zwischen Kopf und Bauch, zwischen Verstand und Gefühl.
Ich kann Ihnen eines versprechen: Wenn Sie sich auf den in diesem Buch beschriebenen Weg begeben, werden Sie sich genauso mit Erfolgserlebnissen überraschen, wie ich es erlebt habe.
Es gibt, was das Abnehmen betrifft, sicherlich verschiedene Wege, die nach Rom führen. Aber diesen hier, die Alpha-Swing-Methode®, habe ich persönlich erprobt und praktiziere ihn jeden Tag – mit Leichtigkeit und Vergnügen.
Eine letzte Anmerkung noch, bevor wir starten: Viele Menschen nehmen durch Diäten erst richtig zu. Körper und Seele reagieren offenbar mit einer Art Panik auf den regulierenden Ausweg aus dem Diät-Denken Eingriff ins Essgeschehen. Nur ein bis drei Prozent aller Abnehmenden halten ihr erreichtes Wunschgewicht länger als ein Jahr und müssen sich ständig kontrollieren. Die hier dargestellte Methode führt bei jedem, der sich engagiert damit befasst, zum Erfolg, und das nicht nur auf Dauer, sondern vor allem auch ganz entspannt.
Ich wünsche Ihnen, dass der hier gezeigte Lösungsweg auch Ihnen eine neue Art von Freundschaft mit sich selbst bringt, dazu einen souveränen Umgang mit Hindernissen auf dem Weg sowie die Freiheit zu wählen – und zwar nicht nur das, was Sie essen.


Eigentlich will der Körper nichts abgeben von all dem schönen Fett, das er vorsorglich als Reserve gespeichert hat. Weder Körper noch Seele wollen Mangel, Entbehrung, Fremdkontrolle und Frust. Sie wollen vielmehr Freiheit, Freude, Lust, Erfolg – am besten sofort. Und das geht auch!
Mit der Alpha-Swing-Methode® bekommen Sie nicht noch mehr gute Ratschläge und noch ausgeklügeltere Essenspläne, sondern einen neuen Blickwinkel. Sie werden ganz anders an das Thema »Essen« herangehen und sofort erleben, wie sich Stolpersteine in Steigbügel verwandeln. Sie werden immer öfter positive Esserlebnisse haben und eine Bereicherung erfahren, die über das Essen weit hinausgeht.
Worum geht es eigentlich?
Stellen Sie sich einmal Folgendes vor: Sie haben sich vorgenommen, sich gesünder zu ernähren oder wollen ein paar überflüssige Pfunde loswerden. Nun werden Sie zu einer Geburtstagsfeier mit Kaffee und Kuchen oder einem opulenten Essen eingeladen. Natürlich sagen Sie nicht ab, nehmen sich aber vor, maßvoll zu sein. Wenn Sie jedoch die leckere und bunte Vielfalt sehen, bewirkt allein dieser Anblick eine kleine freudige Aufregung in Ihrem Inneren – es fühlt sich an wie ein winziger elektrischer Schlag.
Dann geht es los: Sie sitzen am Tisch, überlegen, was Sie wählen dürfen, damit Ihr Ziel nicht gefährdet wird, und plötzlich hören Sie sie: Ihre inneren Stimmen. Daran ist gar nichts Wunderliches oder Geheimnisvolles, denn jeder hat sie, und im Kopf finden unentwegt innere Dialoge statt, die wir eben manchmal nur nicht bewusst wahrnehmen.
In dieser besonderen Situation können wir sie allerdings gut hören. Eine begeisterte Stimme sagt vielleicht: »Das sieht ja verlockend aus. Am liebsten würde ich einfach alles probieren!« Eine andere, schrill und laut: »Bist du wahnsinnig? Alles probieren? Was ist mit deinem Ziel?« Schließlich noch eine besänftigende: »So eine Einladung ist eben eine Ausnahme! Man muss sich doch auch mal was gönnen!« Und so geht es weiter. Sie entscheiden sich und essen und genießen.
Irgendwann merken Sie: Eigentlich ist es genug. Gleichzeitig verspüren Sie eine kaum merkliche Angst, dass der Spaß gleich ein Ende haben soll, denn eine strenge Stimme erinnert Sie mahnend: »Wenn man satt ist, muss man aufhören!« Doch dann schwärmt vielleicht ein anderer Gast: »Hm, ist das lecker, hast du das schon probiert?« Oder die Gastgeberin ermuntert Sie. Daraufhin murmelt sofort eine Stimme in Ihnen: »Das kannst du ihr nicht antun! Greif zu!« Ihre innere Abwehr gerät schon heftig ins Wanken, da beruhigt Sie eine andere Stimme: »Dann lässt du eben morgen eine Mahlzeit ausfallen, oder du isst nur eine winzige Kleinigkeit, nur ein Salätchen …«
Ihr Ziel verschwindet in weiter Ferne, die Dämme sind gebrochen. »Jetzt ist es sowieso egal«, sagen Sie sich, und Maßlosigkeit bricht sich Bahn. Mal setzt sich die eine Stimme durch, mal die andere, und Sie haben das Gefühl, diesen widerstreitenden Kräften völlig ausgeliefert zu sein. Oftmals machen sich schon während des Essens Schuldgefühle breit und verderben den uneingeschränkten Genuss.
Sie wissen genau, hinterher werden Sie es bereuen, dass Sie Ihr Ziel so ganz aus den Augen verloren haben – und trotzdem können Sie nicht innehalten. Der völlige Kontrollverlust wird Ihnen peinlich sein, und das wollen Sie ausgleichen durch eine Verstärkung des Kampfes und eine Verschärfung der Kontrolle. Und als wäre all das innere Durcheinander nicht schon genug, sabotiert eine Stimme jeglichen Aufschwung, indem sie sagt: »Es lohnt sich gar nicht, dass du neue gute Vorsätze fasst, denn nächste Woche bist du schon wieder eingeladen!«
Manchmal klappt es jedoch mit der Kontrolle, und zwar wenn Sie sich für eine neue Diät begeistern konnten. Dann gelingt es Ihnen, genau nach Vorschrift zu leben – allerdings nur für begrenzte Zeit. Danach beginnt das alte Spiel von neuem.
Stellen Sie sich nun vor, statt dieses inneren Durcheinanders, statt Kampf und Niederlage, wären Sie dieses innere Chaos los – und nicht nur das: Sie wären das Oberhaupt, sozusagen die Herrin im eigenen Haus!
Wäre das nicht ungemein befreiend? Indem Sie nämlich all diese inneren Stimmen nicht nur wahrnehmen, sondern das dahinterliegende Bedürfnis erfühlen und erkennen werden, brauchen diese Persönlichkeitsanteile nicht mehr durch »Sabotageakte aus dem Untergrund« auf ihre Anliegen aufmerksam zu machen. Dann werden Sie Lösungen finden, mit denen alle inneren Parteien und Sie selbst einverstanden sind! Eine völlig neue Lust am Essen entsteht, das Vertrauen in Sie selbst und Ihren Körper wächst, und Sie können mit einer neuen Art von Wertschätzung für sich und auch für das Essen Ihr Ziel erreichen!
Klingt das nicht verlockend? Mit der Alpha-Swing-Methode® ist es möglich. Wie? Ganz einfach:
Wenn Sie die Augen schließen und an etwas Schönes denken, dann spüren Sie sofort eine Veränderung in Ihrem Körper: Sie fühlen sich ruhiger, entspannter und gleichzeitig auf eine besondere Weise wach. Das liegt daran, dass Ihre Gehirnwellen den Rhythmus ändern und dabei so genannte Alpha-Wellen entstehen. Je stärker Sie sich in dieser wachen Entspanntheit für Ihr Ziel begeistern, desto leichter gelingt es Ihnen, etwas zu verändern. Lösungen kommen Ihnen wie von selbst in den Sinn, und das Neue geht deutlich einfacher. Bei Louisa, der Hauptperson dieses Buches, passiert das übrigens immer, wenn sie sich mit einem Tee in ihren Sessel setzt.
Jeder neue Weg erfordert ein hohes Maß an Aufmerksamkeit. Es ist wie beim Autofahren: Je geübter Sie sind, desto leichter geht es und desto größer wird die Freude daran. Freuen Sie sich auch über jede Panne! Denn durch das, was Sie behindern will, werden Sie die Chance für neue Lösungen erkennen. Sich etwas Neues zu erobern bei etwas so Alltäglichem wie dem Essen öffnet ganz viele weitere Türen. Bleiben Sie nicht bei all den Einwänden stehen, die mit »Ja, aber« beginnen, die automatisch kommen und auf die ich im Anhang noch eingehen werde, sondern vertiefen Sie sich in Louisas Geschichten. (In Louisa haben übrigens nicht nur meine eigenen Erfahrungen, sondern auch die vieler anderer Menschen Gestalt gewonnen.)
Vielleicht möchten Sie das Buch erst einmal im Schnelldurchgang lesen, um zu erfahren, wie es ausgeht. Auf jeden Fall lohnt es sich dann jedoch, die einzelnen Geschichten nochmals in Ruhe zu lesen, denn in jeder von ihnen ist eine Lösung enthalten!
Der große Hypno-Therapeut Milton H. Erickson sagt: »Bei diesem geistigen Schauen und Verstehen lernen wir viel mehr als durch bewusstes Bemühen.«


Louisas Geschichte
Warum suchst du draußen, was in dir drinnen ist?
Es ist Freitagabend, und ich kann nicht aufhören zu essen. Ich sitze am Küchentisch in meiner Wohnung, vor mir liegt die leere Verpackung einer Tafel Edelbitter-Schokolade, und ich öffne – noch immer kauend – die zweite: Vollmilch-Schokolade mit ganzen Nüssen. Ich nehme wahr, wie meine Zähne mahlen, gleichmäßig und kräftig, unaufhörlich, wie meine Hände die neue Verpackung aufreißen, leicht zitternd vor Angst, nicht schnell genug zu sein. Während ich noch kaue und schlucke, halte ich schon ein weiteres Stück Schokolade bereit und stopfe nach. Schließlich beiße ich direkt von der Tafel ab, das geht schneller.
Wie durch eine Wand aus Watte dringt eine Stimme zu mir, von der ich weiß, dass es meine eigene innere Stimme ist: »Hör auf, Louisa, so machst du die ganze Sache nur noch schlimmer!« Aber ich sitze da wie taub, leicht vornüber geneigt, mit flachem Atem, und kaue und kaue, ernsthaft, unerbittlich. Ich stehe auf und gehe an den Kühlschrank, etwas Herzhaftes muss es jetzt sein. Schließlich verlasse ich angewidert von mir selbst die Küche und falle ins Bett.
Am nächsten Morgen wache ich mit einem sauren Geschmack auf der Zunge und einem bitteren Gefühl im Herzen auf. Der Streit mit Martin fällt mir wieder ein. Ich hatte mich die ganze Woche auf das Treffen mit ihm gefreut. Gestern Abend um sieben Uhr wollten wir in unserem Lieblingslokal zusammen essen. Es sollte der Auftakt zu einem ganz besonderen Wochenende werden.
Doch dann kam er um fünf Uhr vorbei und erklärte lapidar und ohne größere Gemütsbewegung, aus dem gemeinsamen Wochenende könne leider nichts werden. Er müsse einem Freund beim Umzug helfen, es tue ihm leid, ein andermal gern … Ich explodierte. Zwar kann ich mich nicht mehr erinnern, was ich ihm alles an den Kopf geworfen habe, aber ich bin sehr laut und sehr heftig geworden, und meine Stimme hat entsetzlich schrill geklungen, doch ich konnte nicht innehalten.
Martin hatte mich nur schweigend angeschaut. Dann war sein Blick abwärts gewandert, von meinen Augen über das Gesicht, den Hals, die recht kräftigen Schultern, das Dekolleté – ich hatte ausgerechnet die weiße Bluse mit dem unvorteilhaft kleinen Kragen an –, immer tiefer, und maß genau die Stellen ab, die nicht in Ordnung sind. Ich fühlte, wie ich mich verkrampfte, wie alles in mir erstarrte, wie dieser Blick mein mühsam verborgenes Geheimnis offenbar werden ließ, wie ich mich schämte. Er sagte kein Wort, doch alle meine Selbstzweifel waren sofort wieder da, und in mir lief der übliche Film ab. Martin hatte sich wortlos abgewandt und war gegangen.
Ich war zurückgeblieben und fühlte mich geschlagen, im wahrsten Sinn des Wortes. Er hat ja Recht, dachte ich. Mit so einer Figur hat man nun mal keinen Anspruch auf Glück und Lebensfreude – noch nicht einmal auf Achtung. Dabei war in seinem Blick eher etwas wie Mitleid gewesen, Mitleid mit einer Frau, die dem gängigen Schönheitsideal nacheiferte – darin aber versagte. Ich hatte es nicht geschafft, so auszusehen, wie es meinem ästhetischen Empfinden entsprach. Dazu brauchte ich gar kein öffentliches Schönheitsideal, dazu reichte ein kritischer Blick in den Spiegel.
Wenn ich an die entwürdigende Situation zurückdenke, als ich mich von seinem Blick taxiert gefühlt hatte und mein Versagen ans Licht gekommen war, schießen mir noch immer heiße Wellen von Scham und Wut durch Bauch und Kopf.
Plötzlich fühle ich eine noch nie erlebte Stärke, die mich wie eine riesige Woge durchflutet. Dem werde ich es zeigen!, denke ich. Die Wut in mir fühlt sich an wie ein schmerzhafter Rausch, und ich sehe die Lösung vor mir wie einen strahlenden Triumph, wie einen glänzenden Sieg. Sie ist denkbar einfach: Ich werde abnehmen. Dann wird mich niemand mehr derart verletzend behandeln können. In acht Wochen habe ich es geschafft!
Ich spüre Erleichterung wie Sektperlen durch mein Blut strömen. Dann werfe ich einen Blick in den Spiegel und sehe in meinem Gesicht Mut und Hoffnung aufleuchten – und Gewissheit, denn ich weiß doch, was zu tun ist. Ich lächle meinem Spiegelbild zu, und mein Spiegelbild lächelt zurück.
Was ich mir in dem Moment nicht eingestehen will, sind meine zahllosen vergeblichen Versuche im Laufe der letzten Jahre, meine Figur in den Griff zu bekommen. Heimlich habe ich alle möglichen Diäten durchprobiert. Zahllose Ratgeber zu dem Thema stehen – unsichtbar für alle Besucher – in der zweiten Reihe im Bücherregal. Ich kaufe jede Zeitschrift mit dem Versprechen »In 14 Tagen Bikini-Figur« oder »Schlank für immer – ohne Diät«, obwohl sich die Anweisungen alle recht ähnlich sind und mich keine von ihnen meinem Ziel dauerhaft nähergebracht hat.
Ich erinnere mich noch gut an meinen allerersten Diätversuch: die Kartoffel-Diät. Damals gab es nichts als Pellkartoffeln, und zwar morgens, mittags und abends – so viele wie man wollte, das war das Beruhigende. Ich hatte einen großen Topf voll Kartoffeln gekocht und fing an, sie zu pellen und zu kauen. Ich pellte und kaute, entschlossen und tapfer, ganze drei Tage lang. Dann bekam ich eine Einladung zu einer Geburtstagsfeier, und nach einem kurzen inneren Widerstreit siegte das wunderbare, vielfältige Büffet. Ich aß von allem, und zwar reichlich, schließlich musste ich mich für drei Tage Pellkartoffeln entschädigen. Meine Lebensfreude kehrte zurück, und ich gelangte zu der Erkenntnis, dass ich mit Kartoffeln nie schlanker werden würde.
Im Laufe der Jahre folgten gute Diäten, ausgewogen und abwechslungsreich. Ich nahm ab – und sobald ich mein Ziel erreicht hatte, nahm ich wieder zu. Jedes Mal schneller und jedes Mal mehr. Die Diäten versprachen den ersehnten Erfolg, und ich hatte auch Erfolg. Warum nur blieb ich nicht dauerhaft dabei? Warum?
Inzwischen bin ich Diäten mehr als leid. Schon das Wort macht mich aggressiv. Dennoch bin ich fest entschlossen. Die Wut auf Martin beflügelt mich, und mit Verstand und Willenskraft werde ich es diesmal schaffen.
Aber ich schaffe es nicht.
Ellen Eggers ist Coach und Beraterin zum Thema Essen. Sie ist ausgebildete Pädagogin mit Schwerpunkt Erwachsenenbildung sowie Ernährungsberaterin. In ihren Alpha-Swing-Seminaren und Coachings entwickelt sie gemeinsam mit ihren Klientinnen und Klienten ind
Ellen Eggers:
Ellen Eggers ist Coach und Beraterin zum Thema Essen. Sie ist ausgebildete Pädagogin mit Schwerpunkt Erwachsenenbildung sowie Ernährungsberaterin. In ihren Alpha-Swing-Seminaren und Coachings entwickelt sie gemeinsam mit ihren Klientinnen und Klienten individuelle Lösungen für ein natürliches Essverhalten, sodass jeder sein Wohlfühlgewicht erreichen kann - und zwar mit Freude. Ellen Eggers lebt und arbeitet in Köln.
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