Die verbotene Reise

Die Geschichte einer abenteuerlichen Flucht

(2)
Flucht auf Umwegen



Im Sommer 1987 wagen zwei junge Ostberliner aus dem Prenzlauer Berg das große Abenteuer: Bedrängt von den politischen Verhältnissen, fälschen sie eine Einladung und erhalten daraufhin ein Visum für Russland und die Mongolei, Sehnsuchtsorte der beiden Wildnisliebhaber. Aber ihr geheimes Ziel ist das für DDR-Bürger eigentlich unerreichbare China. Von Ulan Bator aus versuchen sie nach Peking zu gelangen, wo sie in der westdeutschen Botschaft Pässe für den Westen bekommen könnten. Mehrmals drohen sie, bei ihrer verbotenen Reise aufzufliegen, aber nach 10.000 Kilometern stehen sie tatsächlich vor dem Botschaftsgebäude. Und können sich doch nicht entscheiden, gemeinsam hineinzugehen ...




Rezension
"Erzählt wird hier eine der hinreißendsten Geschichten der späten DDR, von denen ich je gehört habe." Tagesspiegel Online, 31.03.2014
Portrait
Peter Wensierski, geboren 1954, begann seine Arbeit als Journalist 1979 mit Berichten und Reportagen aus der DDR. Er war damals der jüngste westliche Reisekorrespondent und schrieb für den SPIEGEL und andere Zeitungen. Als Dokumentarfilmer, Reporter und Buchautor berichtete er über die aufkommende Oppositionsbewegung. Seit 1993 arbeitet er beim SPIEGEL im Deutschlandressort. In seinem neuen Buch erzählt er 25 Jahre nach dem Mauerfall die bislang unbekannte Geschichte einer verbotenen Reise, die auch ein Generationenporträt ist.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 256
Erscheinungsdatum 03.03.2014
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-421-04615-4
Verlag DVA
Maße (L/B/H) 221/145/30 mm
Gewicht 520
Abbildungen farbige Illustrationen
Auflage 5. Auflage
Buch (gebundene Ausgabe)
19,99
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Kundenbewertungen


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Umfassende Reportage
von Michael Lehmann-Pape am 17.03.2014

Zurück in das Jahr 2014, in den Osten Deutschlands, genauer zunächst Berlins, führt Peter Wensierski den Leser mit diesen Erinnerungen eines (damaligen) Liebespaares mit einem sehr ausgeprägten und sehr speziellen „Fernweh“. Die freie, wilde Natur, ferne Länder, Bergsteigen, das sind die Momente, in denen Jens glücklich ist, die er... Zurück in das Jahr 2014, in den Osten Deutschlands, genauer zunächst Berlins, führt Peter Wensierski den Leser mit diesen Erinnerungen eines (damaligen) Liebespaares mit einem sehr ausgeprägten und sehr speziellen „Fernweh“. Die freie, wilde Natur, ferne Länder, Bergsteigen, das sind die Momente, in denen Jens glücklich ist, die er versucht, im Rahmen der Enge des Systems der DDR zu erlangen und das sind ebenfalls jene Momente, die Marie ebenfalls ins ich trägt und durch ihre Bekanntschaft (und bald Liebe) zu Jens immer stärker ins ich spürt. Sehr genau zunächst allerdings lässt Wensierski in seiner sachlichen und flüssigen Sprache zunächst die Welt des Prenzlauer Bergs in Ost Berlin vor den Augen des Lesers wiedererstehen. Die zerfallenen Häuser, die einfache Lebensweise, der schwere Geruch von Kohle in der Luft, die Bedrängung der Unfreiheit (die den Studenten Jens seinen Studienplatz kosten wird), aber auch die „kleinen Fluchten und Freiheiten“ auf den Dächern der Häuser und in der kleinen Gemeinschaft Gleichgesinnter. Wäre das, was dann so innerlich fundiert vorbereitet auch durch die Form der Darstellung, als reine „Flucht in den Westen“ von Beginn an angedacht gewesen, dann wäre dieses Vorhaben mit seinen insgesamt zurückgelegten 10806 Kilometern sicherlich die weitest mögliche Fluchtroute gewesen. Aber tatsächlich, und das versteht Wensierski gut und plastisch hervorzuheben, es geht um das Fernweh, die Lust an der Freiheit, am Fremden, an der Entdeckung anderer Welten, Landschaften und Lebensweisen, Wie nun Jens und Marie mit kreativen Tricks, mit kleinen Schlupflöchern, mit Chuzpe und, vor allem, mit auch dreister Offensive „verbotene Räume“ betreten, durch die damalige Sowjetunion einen Weg hindurch, ja überhaupt hinein finden, mit welchem aufwand (und klopfendem Herzen) dann der Weg über die Grenze nach China gefunden wird, bis beide letztendlich in Peking vis a vis der bundesdeutschen Botschaft stehen (und dann eine Entscheidung zu fällen haben, die den Leser letztlich überraschen wird), das füllt ohne weiteres interessant die Seiten des Buches. Gerade die Eindrücke, illustriert von einigen Fotografien, welche Jens damals auf der Reise erstellte, hallen nach. Nicht nur im Leser, gerade Marie wird durch ihre Zeit in der Mongolei, im ein Stück weit Leben mit den Menschen dort, sich entwickeln, einen wichtigen Teil von sich erst finden und damit für den Rest ihres Lebens geprägt werden. „Die meisten geben als Erwachsene zu früh auf. Selbst wenn sie etwas wollen, probieren sie es nicht. Ich denk´ da anders. Wenn Du etwas willst, mach es einfach, probiere es mit aller Kraft. Vielleicht klappt´s, vielleicht nicht, aber man muss es doch wenigstens versucht haben“. So denkt es Jens, so lebt er es, so macht es Marie im gleich. Ob im Zelt in wilder Natur oder mit einem Rucksack voller Filmrollen direkt neben einem sowjetisch-militärischen Stützpunkt versteckt im Wald, diese innere Haltung ist die treibende Kraft, mit der den beiden in der damaligen Zeit und im damaligen System unmöglich scheinendes gelingt. Erlebnisse, die durchaus auch heute noch den Leser animieren und die mit Staunen zu lesen sind.

Hat Ihnen diese Empfehlung geholfen?
von einer Kundin/einem Kunden am 16.03.2016
Bewertet: anderes Format

Dies ist mehr als die Geschichte einer Flucht. Vielmehr beschreibt das Buch das Gefühl der Freiheit und Selbstbestimmtheit.

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