Unsere Romane der Woche

EMPFEHLUNGEN
Romane der Leipziger Buchmesse

Wer die Wahl hat, hat die Qual. Das bekommen Lesehungrige nie deutlicher zu spüren als zur Buchmessenzeit. Gut, dass unsere Händler die Neuerscheinungen dieses Frühlings schon einmal vorsortiert und besonders empfehlenswerte Romane herausgesucht haben. Da wäre Carlos Ruiz Zafóns neuer Wälzer „Das Labyrinth der Lichter“. Mit ihm beendet der begnadete spanische Erzähler seinen vierbändigen Zyklus rund um den Friedhof der Vergessenen Bücher, der seit geraumer Zeit ein Millionenpublikum weltweit in Bann zieht. Tom Malmquist hat mit „In jedem Augenblick unseres Lebens“ die Geschichte eines Musikers geschrieben, der nach dem überraschenden Tod seiner Freundin plötzlich allein mit dem gemeinsamen Baby dasteht. Trotz aller Tragik gerät dieser Roman zu einer berührend schönen und lebensbejahenden Liebesgeschichte von Vater und Tochter. Einen wahnwitzigen Alaskatrip unternimmt die Zahnärztin Josie zusammen mit ihren zwei kleinen Kindern in Dave Eggers' Roman „Bis an die Grenze“. In diese humorvoll geschilderte Flucht aus dem verhassten Alltag spinnt Eggers gekonnt eine ernüchternde Bestandsaufnahme der modernen amerikanischen Gesellschaft ein. Julie von Kessel seziert in „Altenstein“ die Verhältnisse in einer einst begüterten deutschen Adelsfamilie. Als in dieser typisch deutschen Geschichte die Mauer fällt und ein in der DDR verfallener Sommersitz wieder in Besitz genommen werden soll, entzünden sich unter den Geschwistern und Erben alte und neue Konflikte und befördern den Zerfall der Sippe. Keine Frage, der Frühling hält jede Menge anspruchsvollen neuen Lesestoff bereit.

Das Labyrinth der Lichter

Carlos Ruiz Zafón

Buch (gebundene Ausgabe)
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Das sagt die Literatur-Expertin:

Marion Hirsch

Carlos Ruiz Zafóns letzten Band seiner Tetralogie rund um den Friedhof der Vergessenen Bücher habe ich mit großer Spannung erwartet, denn schon die ersten drei Teile hatte ich in einem Rutsch verschlungen. Neueinsteigern kann ich gleich Entwarnung geben: Die Bände sind alle auch einzeln lesbar, wer einmal in diesen Kosmos eingestiegen ist, will aber wahrscheinlich sowieso alles lesen. In dem Band „Das Labyrinth der Lichter“ tauchen wir tief in die Geschichte Spaniens unter Franco ein. Die Protagonistin Alicia Gris fährt im Auftrag der Polizei in ihre Heimatstadt Barcelona, um das Verschwinden eines Ministers aufzuklären. Sie gerät dabei in die Zafón-Lesern bereits bekannte Buchhandlung Sempere & Söhne, und dieser magische Ort im Herzen der Metropole ist auch diesmal eine Schnittstelle hochspannender Entwicklungen, die nicht nur Gris selbst in Gefahr bringen. Die Geschichte ist zu vielschichtig und teils auch zu märchenhaft, um sie in ein paar Sätzen zusammenzufassen. Nur so viel: Zafón ist ein außergewöhnlicher Erzähler. Es gehört schon etwas dazu, den Leser über neunhundert Seiten lang bei der Stange zu halten, aber dieses Buch hat das bei mir mit Leichtigkeit geschafft. Man muss dafür gar kein Fan großer Sagas sein. Einmal angefangen, machen es Zafóns Ideenreichtum und die vielfältig und kunstvoll verschachtelten Erzählstränge schwer, mit dem Lesen wieder aufzuhören.

In jedem Augenblick unseres Lebens

Tom Malmquist

Buch (gebundene Ausgabe)
20,00  
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Das sagt die Literatur-Expertin:

Claudia Hüllmann

Tom Malmquist, ein Musiker, cool, modern, unabhängig, und seine Freundin Karin erwarten ihr erstes Kind. Tom ist voller Vorfreude, gleichzeitig ängstlich und unsicher, so wie es allen Paaren geht, die Eltern werden. Die beiden haben eigentlich kein Geld, die Wohnung ist zu klein, sie streiten sich, das Übliche ... Doch dann geht es Karin plötzlich schlecht, sie bekommt keine Luft mehr, und Tom findet sich im Krankenhaus wieder, am Bett seiner Freundin, die - an akuter Leukämie erkrankt - tatsächlich innerhalb weniger Tage sterben wird. Der eigensinnige und auch nicht ganz unkomplizierte Tom findet sich plötzlich mit einem zu früh geborenen Baby und ohne Karin in seiner kleinen Wohnung wieder. Die Behörden drohen, ihm seine Tochter zu nehmen, er ist offiziell nicht als Vater registriert, das Geld wird knapp, Tom ist so verwundet und kann gar nicht reagieren ... Dieser Roman, dieser Bericht, ist alles andere als eine sentimentale Geschichte. Die Geschichte von Karin und Tom, die Liebesgeschichte, die Lebens- und Sterbensgeschichte und später die neue, die andere Liebesgeschichte, die Tom von sich und seiner Tochter erzählt, sind so ehrlich und direkt, so rotzig und lebendig, dass sie zu Tränen rühren. Aber sie lassen uns mit wachen Augen zurück und dem Gefühl, dass der Tod eben doch keine Macht hat. Nicht über das Leben der Lebenden.

Bis an die Grenze

Dave Eggers

Buch (gebundene Ausgabe)
23,00  
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Das sagt der Literatur-Experte:

Kai Lohnert

„Bis an die Grenze“ von Dave Eggers hat lange in mir nachgewirkt. Es ist die Geschichte der amerikanischen Zahnärztin Josie, die ihr Leben nicht mehr erträgt und deswegen so weit weg wie nur möglich will. Sie schnappt sich ihre beiden Kinder (8 und 5 Jahre) und flüchtet nach Alaska, wo sie ein abgetakeltes Wohnmobil mietet und mit Sohn und Tochter die Wildnis durchkreuzt. Dabei treffen die drei auf allerhand zweifelhafte Gestalten und eigenwillige Menschen - und finden mehr und mehr zu sich selbst. In Rückblenden erfahren wir dabei etwas über Josies Vergangenheit: über die Drogenkarriere ihrer Eltern, die Josie aus dem Haus trieb, ihre Sinnsuche in Lateinamerika und Europa bis hin zu ihrem Versuch, das normale Leben einer Vorstadtmutter zu führen. Nach und nach wird immer facettenreicher erklärt, warum Josie ausbrechen wollte. Ihre Lebensgeschichte liefert Eggers dabei die Leinwand für ein Gesellschaftsbild, das bei Lichte betrachtet ziemlich deprimierend ist. Eggers' große Kunst ist es, diese gewisse Tragik mit teils hochkomischen Situationen zu illustrieren. „Bis an die Grenze“ ist kein Actionknaller, aber dafür eine einfühlsame, witzige und scharfsinnige Bestandsaufnahme der modernen Gesellschaft. Hoffnungsvoll und anziehend wirken darin vor allem die Versprechen der weiten Natur und der Abgeschiedenheit Alaskas, und man bewundert den Mut der zweifachen Mutter zu diesem Abenteuer. Wer das Buch aus der Hand legt, hat nicht übel Lust, es ihr gleichzutun.

Altenstein

Julie von Kessel

Buch (gebundene Ausgabe)
19,95  
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Das sagt die Literatur-Expertin:

Anja Menne

Mit „Altenstein“ hat Julie von Kessel eine sehr deutsche Geschichte geschrieben. Trotzdem hat mir dieses Buch eine Welt gezeigt, wie sie mir bisher unbekannt war: die der adligen Großfamilien. Allerdings ist dieser Roman keine Vorabend-Schmonzette zwischen Buchdeckeln. Die Geschichte handelt von einer einst begüterten deutschen Adelsfamilie, die am Ende des Zweiten Weltkriegs von ihren angestammten Besitztümern in Ostpreußen und der sowjetischen Besatzungszone flieht. Nach dem Tod des Vaters findet sich dessen despotische Frau Agnes daher allein mit ihren vielen Kindern in Westdeutschland wieder, wo sich alle mit ärmlichen Verhältnissen arrangieren müssen. Als Jahrzehnte später die Mauer fällt und sich die Chance auftut, den alten Sommersitz der Familie in Brandenburg wieder in Besitz zu nehmen, löst dies unter den Geschwistern einen erbitterten Streit aus. Am Gut Altenstein entzünden sich alte und neue Konflikte, und Julie von Kessel erzählt vor diesem Hintergrund anschaulich vom Zerfall einer einst stolzen Sippe. Dazu kommt der gesellschaftspolitische Sprengstoff, den Wiederaneignungsgeschichten wie die um Altenstein bis heute bergen, in Ostdeutschland kennt sie jeder Zweite aus eigener Anschauung. Von Kessels lebendiger Roman hat mich in vielerlei Hinsicht zum Nachdenken gebracht.

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