Das Europa der Könige

Macht und Spiel an den Höfen des 17. und 18. Jahrhunderts. Originalausgabe

(11)
Als Europas Herrscher eine große Familie waren - das schwungvoll erzählte Panorama einer Zeit, die sich uns faszinierend fremd und doch seltsam vertraut darstellt.
Ein eigenartiger Kontinent ist das Europa der Könige: Hier kann ein König von England, der kein Englisch spricht, auf die Idee kommen, die Pläne eines kein Spanisch sprechenden Königs von Spanien zu durchkreuzen, indem er dem kein Polnisch sprechenden König von Polen anbietet, König von Sizilien zu werden. Hier residiert die Macht in überfüllten Schlössern, deren Höflings-Bewohner sich den ganzen Winter über um das Recht streiten, in Gegenwart der Königin auf einem Hocker sitzen zu dürfen, bevor sie im Sommer losziehen, um an der Spitze knallbunt uniformierter Truppen direkt in das Musketenfeuer der Kriegsgegner hineinzumarschieren. Hier lebt eine Gesellschaft, in der ein Edelmann, der erst mit dreiundzwanzig Jahren feststellt, keinen Vornamen zu haben, weniger auffällt als einer, der seine Frau mit ihrem Vornamen anredet. Hier schart sich der höfische Adel um Herrscher, die in einem dichten Netz aus diplomatischen Beziehungen, Intrigen und Verschwörungen gefangen sind: Nationalität und Ideologie sind ihnen nichts, die eigene Dynastie dagegen alles.
Leonhard Horowski führt uns kenntnisreich und unterhaltsam durch untergegangeneWelten, deren Bewohner er auf die Schlachtfelder des Krieges wie auf die der Heiratspolitik begleitet; er folgt Edelleuten und Prinzessinnen durch labyrinthische Palast-Korridore und sieht zu, wie mit Duellen und Zeremonien Politik gemacht wurde. Er zeichnet ein schillerndes Porträt des Adels in jener Epoche, als er noch keine natürlichen Feinde kannte - im Europa der Könige, das an sich und seinem dynastischem Denken schließlich gescheitert ist.
Rezension
Geschichte kann man besser kaum erzählen. Giovanni di lorenzo, 3nach9
Portrait
Leonhard Horowski, 1972 geboren, studierte Geschichte, Anglistik und Politologie an der Freien Universität Berlin und der University of Durham. Nachdem er mit einer Doktorarbeit zum Hof von Versailles promoviert wurde, schließt er zur Zeit eine Habilitation über brandenburg-preußische Staatsminister ab. Neben der universitären Lehrtätigkeit arbeitete er in der Diplomatenfortbildung sowie als historischer Berater für Dokumentarserien, u.a. «Mätressen. Die Geheime Macht der Frauen» (2005) und «Die Deutschen» (2010).
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 1120
Erscheinungsdatum 10.03.2017
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-498-02835-0
Verlag Rowohlt Verlag
Maße (L/B/H) 221/157/65 mm
Gewicht 1307
Abbildungen zahlreiche 4-farb Abbildungen
Auflage 4. Auflage
Verkaufsrang 1.866
Buch (gebundene Ausgabe)
39,95
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Kundenbewertungen


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Geschichte des XVII und XVIII Jh. prima erzählt. Sehr informativ und lesenswert.
von Wedma am 12.03.2017

Von dem Werk von Leonhard Horowski „Das Europa der Könige“ habe ich einen sehr guten Eindruck gewonnen. Ich habe es gerne gelesen und empfehle es auch gerne weiter. Es gibt 20 Kapitel auf ca. 1017 Seiten verteilt. Mal sind es 23 S. (Kap. 1), mal sind es 80-90 S. (Kap.... Von dem Werk von Leonhard Horowski „Das Europa der Könige“ habe ich einen sehr guten Eindruck gewonnen. Ich habe es gerne gelesen und empfehle es auch gerne weiter. Es gibt 20 Kapitel auf ca. 1017 Seiten verteilt. Mal sind es 23 S. (Kap. 1), mal sind es 80-90 S. (Kap. 19-20). Zum Vorwort (10 S.) und Epilog (8 S.) kommt ein üppiger Anhang, darin kurze Beschreibung der Feudal- und Amtstitel (4 S.), der wichtigsten männlichen und weiblichen Hofämter (4 S.). Nachweise der Quellen und Literatur gibt es nach Kapiteln unterteilt (20 S.), gefolgt vom Nachweis der Bildquellen (5 S.), kurzem Dank und Namensregister auf 32 S. Sehr schön, dass Horowski gleich zu Anfang seine Gedanken über das Wie der Geschichtsschreibung mit seinen Lesern teilt, S. 51-53. Er spricht unter anderem „das Problem der Idee von relevanter und irrelevanter Geschichte“ an und erklärt anschaulich, warum es problematisch ist, die Geschichte unter diesem Blickwinkel zu betrachten. Vor diesem Hintergrund wird es klar, warum er „Das Europa der Könige“ in einer Art von Essaysammlung dem Leser präsentiert. Abgesehen davon, dass diese Erzählform eine eher ungewöhnliche Herangehensweise an die Schilderung der vergangenen Ereignisse darstellt, denn von einer bloßen Nacherzählung der Quellen ist das Ganze Lichtjahre entfernt, vermittelt sie mit einer bemerkenswerten Leichtigkeit und Dichte die Inhalte, für die man sonst etliche Bänder hätte durcharbeiten müssen. Man bekommt detaillierte Einblicke in nahezu alle Bereiche des damaligen Lebens der (Hoch-) Adeligen in Europa, mit etlichen Beispielen untermalt. Liebe, Erotik, die allseits bekannten Liebschaften parallel zur Ehe insb. bei den Königen und ihren Mätressen, der Ehebruch und seine Folgen für Niederadeligen, Ehe/Familienleben, Kinderkriegen, etc. kommen in mehreren Kapiteln in unterschiedlichen Kontexten zur Sprache, denn bei den Herrschaften des blauen Blutes geht es gleich um ein beachtliches Vermögen, gesellschaftliche Stellung, Machtanspruch. Der Autor weist auch auf den Wandel hin, der sich im Laufe der Zeit vollzog, z.B. was die Ehe oder Stellenwert von Sex angeht. Hochadel hat vorzugweise in der Familie geheiratet: ein Onkel seine Nichte, Cousins ersten Grades als Mann und Frau gab es oft. Die Ehen waren immer arrangiert und oft unter Kindern und Minderjährigen geschlossen. Auch zum Thema Krieg und Frieden gibt es hunderte von Seiten voller spannender Ausführungen, denn schon allein Frankreich hat etliche Kriege vom Zaun gebrochen, weil sich Ludwig XIV als Herrscher des Kontinents anschickte. Weiter im Osten wird ein nicht zu enden wollender Krieg zwischen Russland und dem osmanischen Reich geführt. Ab 1711 wird auch aktiv nach Russland geheiratet. Der Autor liefert auch eine recht plausible Erklärung, warum und was sich die europäischen Herrscher davon erhofft haben. Man kann mit den Ausführungen einverstanden sein, was bei den Darstellungen geschichtlicher Ereignisse keine Seltenheit ist, oder auch nicht ganz, aber es ist eine spannende Sicht der Dinge, die es zweifelsohne wert ist, sie kennenzulernen. Eine Bereicherung des bereits vorhandenen Wissens ist es auf jeden Fall. Es ist schon besser, wenn man Vorkenntnisse mitbringt, um in vollen Genuss des Werkes zu kommen, denn den Ausführungen liegt so ein fundiertes Wissen der Materie zugrunde, dass sie für Einsteiger wie böhmische Dörfer vorkommen können. Der Text ist schon recht dicht, im direkten und übertragenen Sinne des Wortes. Horowski beweist sich auch als ein vorzüglicher Unterhalter: Sein Narrative, oft leicht ironisch, der sich wie ein gutes Gespräch unter Freunden liest, bereichert er mit anderen Erzählformen, die das Ganze prima auflockern: Mal gibt es nachgeahmte Dialoge der adeligen Kontrahenten, mal sind es Szenen, die auch recht bekannte Figuren, wie Ludwig XIV, von einer sehr ungewöhnlichen und sehr persönlichen Seite zeigen, mal spricht der Autor den Leser direkt an und leitet ihn zum nächsten Thema. Das Lesen erfordert gewisse Konzentration, denn oft springt die Erzählung rein assoziativ zum anderen Thema oder anderem Adeligen und seiner Vorgeschichte/seiner Dynastie und den dort herrschenden Verhältnissen rüber, oder zur anderen Zeit, denn der Autor stellt auch gerne Vergleiche auch mit der heutigen Politik an. Aber einmal reingekommen, kann man nicht so leicht aufhören. Wer es gewohnt ist, die Bücher beim Lesen in den Händen zu halten, muss mit 1324Gr rechnen. Das Buch liegt aber gut in der Hand und lässt sich insg. prima lesen. Das im Titel Versprochene bekommt man auf jeden Fall und noch viel mehr geliefert: Die einleuchtende Beschreibung des Werte- und politischen Systems, der Beweggründe, der verzwickten familiären Verbindungen und die daraus folgenden Handlungsmotive der Adeligen zunächst am Beispiel des Lebens am Hof des Ludwig XIV und später einigen anderen wird bildhaft vor Augen geführt. Man erhält tiefe Einblicke wie umfassenden Überblick, wie das Leben im Europa der Könige war. Manche Figuren kommen mehrmals vor, wenn sie z.B. wie Grumbkow eine beachtliche Karriere hingelegt oder eine beachtliche Rolle in der Geschichte gespielt haben. Und es ist auch spannend zu sehen, wie sie sich im Laufe der Zeit entwickelt haben. Dabei kann es mit der Karriere den Berg hinauf oder hinab, oder mehrmals rauf und runter gegangen sein. Das Buch ist schön gestaltet: Fester Einband, Umschlagblatt, Lesebändchen farblich auf den Titel und den Rücken des Umschlagblattes abgestimmt. Im Buch gibt es etliche Fotos der Portraits der Adligen. Sie kommen in 4 Blöcken von 4-5 Seiten, gleichmäßig im Buch verteilt. Manchmal sind es 3 Abbildungen, manchmal eine große pro Seite, ein kurzer begleitender Text ist immer dabei. Vorne und Hinten am Einband gibt es zwei Stammtafeln, die die familiären Verbindungen der königlichen Familien, samt Lebensdaten jedes einzelnen Mitglieds, präsentieren. Fazit: Ein tolles, informatives, absolut lesenswertes Werk. Ein Muss für alle Geschichteliebhaber. Als Geschenk zum Geburtstag oder zu einem anderen Anlass sehr gut geeignet. Fünf wohl verdiente Sterne.

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Es war einmal in Europa...
von einer Kundin/einem Kunden am 24.07.2017

Im Zeitalter von Königen und Märchenschlössern war das Europa, das wir kennen, noch mehrere Jahrhunderte und Revolutionen entfernt. Während man von Königen liest, die die Sprache des regierten Landes nicht sprachen oder über die absurden Hierarchien und Traditionen auf den Schlössern den Kopf schüttelt, befremdet ist von Heiratspolitik oder... Im Zeitalter von Königen und Märchenschlössern war das Europa, das wir kennen, noch mehrere Jahrhunderte und Revolutionen entfernt. Während man von Königen liest, die die Sprache des regierten Landes nicht sprachen oder über die absurden Hierarchien und Traditionen auf den Schlössern den Kopf schüttelt, befremdet ist von Heiratspolitik oder Duellen, entsteht das leise Gefühl, dass einem diese Zeit und ihre Menschen so fremd doch nicht sind. Bunt und farbenprächtig schildert Leonard Horowski das Panorama von Europas Fürstenhöfen: klug, unterhaltsam und informativ - so sollen Sachbücher sein!

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Ein Gelungenes Buch
von einer Kundin/einem Kunden aus Nürnberg am 17.07.2017

Selten habe ich mich von einem historischen Buch gleichzeitig so gut informiert und unterhalten gefühlt. Anhand von Personen aus der (scheinbaren) zweiten Reihe schildert der Autor mit einer fast unfassbaren Menge von Daten das Leben an fast allen wichtigen Europäischen Höfen mit ihren ungeschrieben Regeln und Gesetzen und den Auswirkungen... Selten habe ich mich von einem historischen Buch gleichzeitig so gut informiert und unterhalten gefühlt. Anhand von Personen aus der (scheinbaren) zweiten Reihe schildert der Autor mit einer fast unfassbaren Menge von Daten das Leben an fast allen wichtigen Europäischen Höfen mit ihren ungeschrieben Regeln und Gesetzen und den Auswirkungen für das Leben und (scheinbar widersinnige, aber doch völlig logische) Verhalten für die Beteiligten; - und auch für die "große Politik". Und immer wieder ist man erstaunt, wer hier über wen mit wem verwandt ist und wer noch heute von wem abstammt. Mich selbst haben vor allem die Kapitel über den Werdegang des preußischen Minister Grumbkow beeindruckt, den ich bisher eigentlich nur als 'Bad Guy' aus der Jugend Friedrich II. kannte. Dazu alles dargeboten in einem Schreibstil, der mich oft genug zum grinsen brachte. Neben der o. genannten Datenmenge ein weiterer Grund, daß ich das Buch nach einer Woche Abstand noch ein zweites mal komplett gelesen habe. Das einzige was ich bedauerte, ist der Umstand, daß der Autor die skandinavischen Monarchien ausgelassen hat, denn das hätte sicher noch einmal 200 vergnügliche Seiten ergeben. Martin Dietze

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