Der goldene Handschuh

(25)
Fritz Honka, ein minderbemittelter Frauenmörder aus der Unterschicht, erlangte 1976 schaurige Berühmtheit. Seine Opfer nahm er aus der Hamburger Kneipe 'Zum Goldenen Handschuh' mit. Strunks Roman taucht tief ein in die dunkle Welt von Kiez, Tresen, Abbruchquartier, deren Bewohnern das mitleidlose Leben alles Menschliche zu rauben droht. Er führt uns aber auch in die oberen Etagen der Gesellschaft, wo es nicht unbedingt menschlicher zugeht. Am Ende treffen sich Arm und Reich im 'Handschuh': Menschen allesamt, bis zur letzten Stunde geschlagen mit dem Wunsch nach Glück.
Portrait
Der Schriftsteller, Musiker und Schauspieler Heinz Strunk wurde 1962 in Hamburg geboren. Seit seinem ersten Roman 'Fleisch ist mein Gemüse' hat er sieben weitere Bücher veröffentlicht. 'Der goldene Handschuh' stand monatelang auf der Bestsellerliste und war für den Leipziger Buchpreis nominiert. Im Herbst 2016 wurde der Autor mit dem Wilhelm-Raabe-Preis geehrt.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 256
Erscheinungsdatum 24.03.2017
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-499-27127-4
Verlag Rowohlt Taschenbuch
Maße (L/B/H) 18,9/11,6/2,4 cm
Gewicht 209 g
Auflage 2
Buch (Taschenbuch)
10,99
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Kundenbewertungen

Durchschnitt
25 Bewertungen
Übersicht
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Geschichten aus der Hölle, die es schon zu Lebzeiten gibt
von Xirxe aus Hannover am 10.01.2017
Bewertet: gebundene Ausgabe

Wie tief Menschen sinken können, macht sich die/der DurchschnittsbürgerIn meist kaum klar. Ab und zu sieht man solche geschlagenen Existenzen auf der Straße, gelegentlich kreist eine Gruselmeldung durch die Medien, wenn verwahrloste, auch alkoholkranke Menschen aus ihren Wohnungen geholt und in eine Klinik gebracht werden. Man schaudert sich dann... Wie tief Menschen sinken können, macht sich die/der DurchschnittsbürgerIn meist kaum klar. Ab und zu sieht man solche geschlagenen Existenzen auf der Straße, gelegentlich kreist eine Gruselmeldung durch die Medien, wenn verwahrloste, auch alkoholkranke Menschen aus ihren Wohnungen geholt und in eine Klinik gebracht werden. Man schaudert sich dann wohlig beim Anblick dieser häßlichen, teils abstoßenden Gestalten und ist glücklich über das eigene, im Vergleich dazu doch schöne Leben. Doch was in diesen Menschen vorgeht, wie sie leben und fühlen, bleibt unbekannt, denn wer will schon zu solchen Personen in Beziehung treten? Heinz Strunk hat es gewagt und das Soziotop der Gaststätte 'Zum goldenen Handschuh' Mitte der Siebziger detailliert beschrieben. Hier finden sich die, die vom Alkohol bereits so zerstört sind, dass ein 'normales' Leben unerreichbar ist. Kriegsveteranen, Verlassene, Behinderte - aber auch Mancher aus der scheinbar so gut situierten Gesellschaft, wo Vieles nur Schall und Rauch ist. Allen gemeinsam ist, dass sie saufen um zu vergessen, um sich besser zu fühlen. Im Mittelpunkt der Geschichte steht Fritz Honka, ein erbarmungswürdiger Mensch, der zeit seines Lebens fast nur grausam misshandelt und verstümmelt wurde. Wenn er nicht arbeitet, säuft er bis knapp zur Bewusstlosigkeit im goldenen Handschuh, sodass es ihm noch gelingt, gelegentlich ein weibliches Wesen abzuschleppen, das noch weiter unten in gesellschaftlichen Skala steht (ja, das geht.) Älter sind sie, häßlich wie die Nacht und bar jeden Selbstvertrauens. Er misshandelt, missbraucht und versklavt sie, um sich selbst eine Stufe höher zu stellen. Daneben steht die Beschreibung einer alteingesessenen, ehrwürdigen Reedersfamilie, deren Glanz jedoch lange zurückliegt. Mittlerweile herrscht nur noch Gleichgültigkeit und Heuchelei und selbst der materielle Reichtum ist nur noch ein Trugbild. Der Senior ist zerfressen von Hass und Wut und wartet nur noch auf den richtigen Augenblick, um dem Allem Ausdruck zu verleihen. Sein Sohn, in einer gleichgültigen Ehe gefangen, verwaltet in der familieneigenen Reederei nur noch den Mangel und gibt sich im goldenen Handschuh regelmäßig dem Suff hin. Und sein Schwager, ein erfolgreicher lediger Rechtsanwalt, ist ein ebensolcher Alkoholiker wie Fritz Honka, von dem ihn lediglich unterscheidet, dass er ein schöneres Zuhaus und mehr Geld hat und damit besseren Alkohol und schönere Frauen bekommt. Kein sehr symphatisches Personal, das man in dieser Geschichte vorfindet. Und doch gelingt es Heinz Strunk, Mitgefühl für Fritz und die anderen Stammgäste im goldenen Handschuh zu wecken. Denn letzten Endes wollen sie nichts weiter, als ein bisschen Liebe und Respekt und wären mehr als glücklich, einen Menschen an der Seite zu haben, neben dem sie am Morgen aufwachen könnten. Es ist ein vulgäres, ordinäres und grausames Buch, und trotzdem gibt es immer wieder auch Szenen zum Lachen oder bei denen ich völlig gerührt war. Auch wenn sich das Ganze liest, als käme es von einem anderen Stern, sollte man sich klarmachen, dass wir sooo weit davon nicht entfernt sind. Wie es sich der Jüngste der Reedersfamilie denkt, als er das erste Mal im goldenen Handschuh ist: 'Wieviel davon steckt auch in mir, in jedem?...Werde ich auch so, wenn ich nur lange genug hier sitze?'

nichts für meine Ohren
von MissRichardParker am 17.08.2016
Bewertet: Hörbuch-Download

Über dieses Buch habe ich schon einiges gehört und war dementsprechend sehr gespannt darauf! Ich habe mir das Hörbuch besorgt und voller Spannung angefangen zu hören. Doch leider muss ich sagen, dass das rein gar nichts für mich ist.... Es ist nicht mal die Geschichte selber, oder weil ich... Über dieses Buch habe ich schon einiges gehört und war dementsprechend sehr gespannt darauf! Ich habe mir das Hörbuch besorgt und voller Spannung angefangen zu hören. Doch leider muss ich sagen, dass das rein gar nichts für mich ist.... Es ist nicht mal die Geschichte selber, oder weil ich es schlimm und schrecklich finde. Es war die Erzählerstimme, die mir das ganze einfach komplett verdorben hat. Es war unglaublich anstrengend sich überhaupt irgend ein Bild machen zu können, da der Sprecher wie ein Maschinengewehr spricht und die Betonung gleich null ist. Ich kann mir gut vorstellen, dass ich bei einem anderen Sprecher durchgehalten hätte und die Geschichte vielleicht auch als so gut empfunden wie viele andere. Schade.

Nichts für zarte Gemüter
von Forti am 04.08.2016
Bewertet: Medium: Hörbuch (CD)

"Der goldene Handschuh" von Heinz Strunk ist definitiv hörenswert! Die wahre Geschichte des Hamburger Frauenmörders Fritz Honka wird in Romanform erzählt. Absolut bewegend, traurig, drastisch, schonungslos, manchmal witzig - das Lachen blieb mir aber oft im Halse stecken. In jedem Fall ganz nah dran am Leben Honkas und der... "Der goldene Handschuh" von Heinz Strunk ist definitiv hörenswert! Die wahre Geschichte des Hamburger Frauenmörders Fritz Honka wird in Romanform erzählt. Absolut bewegend, traurig, drastisch, schonungslos, manchmal witzig - das Lachen blieb mir aber oft im Halse stecken. In jedem Fall ganz nah dran am Leben Honkas und der Subkultur der Kneipe 'Zum Goldenen Handschuh'. Auf Strunks spezielle Art und mit Hamburger Platt sehr passend vorgetragen. Das Buch und Hörbuch sind wirklich nichts für zarte Gemüter, da der Autor eine größtenteils wahre Geschichte ungeschönt und mit harten Worten berichtet.


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