Im Gehirn gibt es keine Gedanken

Bewusstsein und Wissenschaft. Phänomenologische Skizzen zu Biologie, Psychoanalyse, Yoga und Buddhismus.

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Das Buch ist ein Grundlagentext über die Beziehung von Körper und Geist. Matthias Wenke stellt den Universalanspruch der klassischen Naturwissenschaft zur Erklärung der Welt in Frage. Eine mechanistische Biologie z.B. taugt nicht zum Verständnis von Bewusstsein, weil sie selbst dessen Erzeugnis ist. Wenke zeigt, dass auch Naturwissenschaften Produkte menschlicher Kultur sind und nicht auf einem absoluten Standpunkt außerhalb stehen. "Gene", "Neuronen" oder "Atome" und ihre Sinnzuschreibungen sind also ebenso Kulturobjekte wie Kirchen, Autos, Geld oder Gesetze. Das Fundament für alle Wissenschaften ist immer die unmittelbar erfahrene Welt. Stellt man aber die Konzepte der Naturwissenschaften als die "eigentliche" Wirklichkeit dar, so vertauscht man Anfang und Ende und verdinglicht eine konstruierte Welt. Dies zu enthüllen ist Ziel der Phänomenologie Husserls und Merleau-Pontys, in die Wenke lebendig einführt. Er zeigt wichtige Folgen phänomenologischen Denkens für Psychologie und Psychoanalyse, z.B. den Verzicht auf das Konzept eines biologischen Unbewussten, wie er in der Individualpsychologie Alfred Adlers realisiert wurde. Ein umfassendes Kapitel widmet Wenke den Gemeinsamkeiten von Phänomenologie, Yoga und Buddhismus in ihrem Verständnis von Welt und Bewusstsein. Abschließend skizziert er eine integrierende Rahmentheorie für Anthropologie und Psychotherapie.
Portrait
Matthias Wenke M.A. Erziehungswissenschaft, Psychologie, Soziologie, Individualpsychologischer Berater & Supervisor DGIP, Referent am AAIN Delmenhorst, Mitglied der AGIB und Institutsmitglied am AAIN Delmenhorst. Heilpraktiker (Psychotherapie), Tontechniker, Hörfunktrainer, Yogalehrer und Autor. Fortbildungen in Körperpsychotherapie, Mentaltraining u.v.m. Verleihung des Ursula-Heuss-Wolff-Preises der DGIP auf der Jahrestagung 2013. Freie Beratungspraxis in Bonn. Vorträge, Workshops, Artikel.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 296
Erscheinungsdatum 13.02.2011
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-8260-3814-3
Verlag Königshausen & Neumann
Maße (L/B/H) 230/155/23 mm
Gewicht 455
Auflage 2. unveränd. Ausg.
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Warum es im Gehirn keine Gedanken gibt
von Hans Jürgen Scheurle aus Badenweiler am 29.12.2008

Ein faszinierendes und mutiges Werk! Folgt man diesem spannenden Buch, wird dem Leser eins immer klarer: Die unmittelbar erfahrbare Welt, die uns jeden Augenblick erscheint, ist primär und unhintergehbar. Jeder Versuch, die Welt durch dahinter liegende unbekannte "Dinge an sich" (bzw. Atome, Moleküle etc.) zu erklären, setzt sie zwangsläufig immer... Ein faszinierendes und mutiges Werk! Folgt man diesem spannenden Buch, wird dem Leser eins immer klarer: Die unmittelbar erfahrbare Welt, die uns jeden Augenblick erscheint, ist primär und unhintergehbar. Jeder Versuch, die Welt durch dahinter liegende unbekannte "Dinge an sich" (bzw. Atome, Moleküle etc.) zu erklären, setzt sie zwangsläufig immer schon voraus. Was heißt es dann aber, unsere Welt wissenschaftlich erklären zu wollen? Gibt es eine abstrakte mathematische, gleichsam göttliche Welt hinter den Phänomenen? Wenke kommt zum Schluss, diese ist nur als eine kulturelle Konstruktion, als intellektuelles Konzept anzusehen. Wirklich ist allein die phänomenale Welt, wie sie uns erscheint und in der wir leben. Die reinen Phänomene sind zugleich ein möglicher Zugang zum Geistigen, sofern man für dessen Erleben offen ist, es zulässt (Wenke, Kap. V.) Faszinierenderweise skizziert der Autor hier z.B. den Buddhismus als Beispiel für praktisch gelebte Phänomenologie. Die phänomenale Welt kann von den Naturwissenschaften allerdings nicht als solche erforscht werden. Diese beschränken sich vielmehr auf effektive, nützliche und praxisbezogene Forschung, welche nicht auf Erkenntnis und Verstehen, sondern vor allem auf technologisches Wissen und absichtsvolle Manipulation von Natur und Mensch ausgerichtet ist. Sie ist aber weder dazu bestimmt noch geeignet, den philosophischen oder spirituellen Wissensdurst von Menschen zu stillen. Die moderne Hirnforschung liefert das Paradigma, an dem der Materialismus heute zu scheitern scheint. Wohl an keiner Stelle lässt sich deutlicher zeigen als gerade in den Neurowissenschaften, dass die oft behaupteten materiellen Ursachen für geistiges und seelisches Erleben im Gehirn gar nicht existieren, obwohl immer wieder das Gegenteil behauptet wird. Gedanken entstehen und "sind da". Indem wir sie erleben, wissen wir es. "Ich denke, also bin ich" (Descartes). Dazu sind die heute exakt lokalisierbaren Hirnprozesse notwendig, tragen aber nicht mehr dazu bei als andere lebensnotwendige Organe und Prozesse, die im Organismus stattfinden. Im Gehirn kann es keine seelischen Inhalte geben, das Bewusstsein ist kein räumlicher, sondern ein delokalisierter Zustand: „Man schaut gerade nicht ins Bewusstsein hinein…man schaut einfach wieder auf eine Dingoberfläche. Im Gehirn gibt es keine Gedanken. Man verpasst das Phänomen, weil man das Subjekt in ‚psychischen Daten’ sucht, so wie man etwas ‚Eigentliches’ im Innern einer Holzpuppe vermutet und sie deshalb suchend zerlegt“ (MW, 14). Phänomenologisch denkt man von vornherein in motivischen Zusammenhängen statt in mechanischen Ursache-Wirkungsketten. Wenn ich z.B. die Tränen eines trauernden Menschen chemisch untersuche, kenne ich zwar deren Zusammensetzung, verstehe aber nicht ihren Motivierungskontext. Wenn ich erfahren will, warum ein Mensch weint, muss ich die Phänomene in ihrem lebensweltlichen Zusammenhang nehmen, wie sie erscheinen: als Manifestation von Trauer. Das Phänomen Trauer ist als es selbst im Erleben erster Person – wie sämtliche Erfahrungen des Bewusstseins – aber überhaupt nicht naturwissenschaftlich erfassbar. Bemerkenswert erscheinen mir an diesem Werk der Mut und die Fähigkeit, mit klarem, differenziertem und konsequentem Denken viele vermeintliche Selbstverständlichkeiten der aktuellen Wissenschaft in Frage zu stellen und als Missverständnisse zu enthüllen. Dabei enthält sich der Autor popularisierenden Simplifizierungen. Man wünscht diesem Buch nicht nur begeisterte und selbständig denkende Leser, sondern vor allem auch mutige Mitstreiter in der Sache. Dr. Hans Jürgen Scheurle

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lesemeditation !
von kurt morgenstern aus Köln am 27.02.2008

wie in seinem werk über das aufmerksamkeitsdefizit-syndrom bei kindern führt uns matthias wenke in die philosophischen welten edmund husserls, maurice merleau-pontys und nun auch des buddhismus. dabei geht es nicht darum, neue kategorien zu erschaffen, sondern den bestehenden möglichkeiten hinzuzufügen und in ihrer unendlichkeit aufzulösen. dabei ist sich der... wie in seinem werk über das aufmerksamkeitsdefizit-syndrom bei kindern führt uns matthias wenke in die philosophischen welten edmund husserls, maurice merleau-pontys und nun auch des buddhismus. dabei geht es nicht darum, neue kategorien zu erschaffen, sondern den bestehenden möglichkeiten hinzuzufügen und in ihrer unendlichkeit aufzulösen. dabei ist sich der autor auch bewusst, dass begriffe zwar das denken lenken, aber die unerschöpfliche welt unter aller sprache liegt, also abstrakte "vorstellung eine erkenntnis (ist), die bloß auf worten beruht, die bar jeder wirklichkeit sind". dass man manches gerne zweimal liest, stellt einen mehr-wert dar.

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